Anti-Zucker-Kampagnen führen in die Irre

Studie belegt Bumerang-Effekt

Anti-Zucker-Kampagnen führen in die Irre

Foto: Fotolia / benschonewille (No. 5677)

sup.- Im Kampf gegen Übergewicht steht seit vielen Jahren vor allem Zucker als Feind Nummer eins im Mittelpunkt der Gesundheitsdiskussion. Diese Fokussierung auf einen einzelnen Nährstoff ist jedoch nicht nur unter wissenschaftlichen Aspekten nicht zu rechtfertigen, sondern scheint auch bezüglich der Auswirkungen eher für einen Bumerang-Effekt verantwortlich zu sein. Statt auf ihre Gesamtenergiezufuhr zu achten, glauben mittlerweile nämlich viele Menschen, es reiche aus, den Zuckerkonsum zu reduzieren, um Übergewicht vorzubeugen. So sind laut einer aktuellen Innofact-Umfrage 66 Prozent der Verbraucher davon überzeugt, dass Produkte, die weniger Zucker enthalten, automatisch auch kalorienärmer seien. Diese Annahme ist jedoch oft falsch, weil der Zucker in Lebensmitteln dann häufig durch andere Zutaten ersetzt wird, die sogar mehr Kalorien enthalten können. Wenig bekannt ist offenbar, dass z. B. ein Gramm Fett mit neun Kalorien mehr als doppelt so viele Kalorien beinhaltet wie ein Gramm Zucker (vier Kalorien). Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Zucker-Fett-Schaukel“, die nicht zu einer niedrigeren, sondern zu einer höheren Gesamtenergiezufuhr beiträgt.

Vor dieser Gefahr warnen auch Forscher der Universität von Glasgow, die unter Leitung von Prof. Jill Pell die Ernährungsgewohnheiten von über 130.000 Teilnehmern analysiert haben. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass bei Menschen mit Übergewicht im Vergleich zu Normalgewichtigen die Gesamtzahl der aufgenommenen Kalorien und davon insbesondere der Anteil an Fett als Kalorienlieferant erhöht ist. Zucker kommt hingegen als Kalorienquelle bei Übergewichtigen sogar seltener vor als bei Teilnehmern ohne Gewichtsprobleme. Die Studie bestätigt damit den durch die Anti-Zucker-Kampagnen begünstigten Trend, dass Verbraucher zwar mit Zucker zubereitete Lebensmitteln reduzieren, diesen Verzicht aber durch den Konsum anderer Lebensmittel überkompensieren. „Die weit verbreiteten Vorurteile und Legenden über Zucker versperren den Blick auf die eigentlichen Ursachen für Übergewicht: eine chronisch unausgeglichene Energiebilanz, weil bei vielen Menschen der Energieaufnahme über die Ernährung ein äußerst magerer Energieverbrauch über Bewegung gegenübersteht“, bestätigt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel, Co-Autor des lesenswerten Buches “ Die Zucker-Lüge“ (Ludwig-Verlag). Ein informatives Interview zu dieser Thematik bietet z. B. das Portal www.litlounge.tv in der Rubrik Gesundheit & Ernährung.

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