Neue OZ: Kommentar zu Polizei/Feuerwehr/Lehrer

Osnabrück (ots) – Zu wenig Respekt

Alle Jahre wieder starten die für den öffentlichen Dienst zuständigen Gewerkschafter ihre Tannenbaumaktion für die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes. Aber nur auf den ersten Blick scheint dieses Mal die Verhandlungssituation günstig, weil in wenigen Wochen in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt wird.

Denn zu verbindlichen Zusagen an die Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer ist lediglich die Linke bereit, die ohnehin nicht den Hauch einer Chance hat, von Januar an in Hannover mitzuregieren. Alle sonstigen im Landtag vertretenen Parteien halten sich wohlweislich mit Versprechen zurück – auch weil sie angesichts knapper Kassen die Staatsverschuldung des Landes nicht weiter nach oben treiben wollen.

Ordnungshüter, Brandbekämpfer und Pädagogen arbeiten in einem krisensicheren Job und sind zugleich oft frustriert. Denn Schichtdienst, Stress und Arbeitsverdichtung setzen so manchem Beamten zu. Lehrer wünschen sich mehr Respekt, ebenso Polizisten, die darunter leiden, angepöbelt oder sogar verletzt zu werden. Sie haben das Gefühl, die Knochen hinhalten zu müssen. Derzeit genießen diese Berufe hohes Ansehen. Doch die Bereitschaft, in den öffentlichen Dienst zu gehen, wird kippen, wenn der Respekt vor Ordnungshütern, Lehrern und Feuerwehrleuten zu sehr schwindet. Das aber ist nicht allein eine Frage von Gehalt und Pension, sondern mindestens ebenso der Arbeitsbedingungen.

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