Neue OZ: Kommentar zu Kunstfälscher

Osnabrück (ots) – Jetzt geht es richtig ans Geld

Erst wenn es an ihr Geld geht, werden die Leute vernünftig. Das gilt besonders für den Kunsthandel. Jetzt muss zum ersten Mal ein Opfer des Fälscherskandals um Wolfgang Beltracchi entschädigt werden. Das wird gerade Galeristen, Auktionatoren und Gutachter für die Zukunft sehr vorsichtig machen. Denn nun kann zur Kasse gebeten werden, wer leichtfertig vermeintlich kostbare Kunstwerke verkauft und doch nur Millionen für Fälscherware einkassiert.

Der größte Fälscherskandal der letzten Jahrzehnte findet damit seine adäquate Aufarbeitung. Wer haftbar gemacht werden kann, wird künftig viel sorgfältiger die Echtheit seiner Ware überprüfen. Der bloße Augenschein des Kenners reicht nicht mehr. Weil sogar ein Werner Spies kläglich irrte, erscheint die Instanz des gutachtenden Kunstexperten ohnehin auf peinliche Weise entwertet.

Nun zählen vor allem harte Fakten. Recht so. Gemälde von Kunststars kosten ja auch richtig viel bares Geld. Wer Millionen nimmt, muss für die Gegenleistung garantieren können.

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