Kanada: Keine höheren Unfallzahlen seit Freigabe von medizinischem Cannabis

Seit über 15 Jahren nutzen kanadische Patienten Cannabis zu medizinischen Zwecken. Die Gesamtzahl der Autounfälle ist dadurch nicht gestiegen. Eine Anpassung der Regulierungen zur Fahrtüchtigkeit war nicht notwendig.

Berlin, 19.07.2017 – In Kanada erlaubt der Gesetzgeber bereits seit 2001 den Einsatz von Cannabis zu medizinschen Zwecken. Über 160.000 schwer kranke Patienten sind als Nutzer von medizinischem Cannabis registriert. Viele sind auf den täglichen Gebrauch eines Fahrzeugs angewiesen. Aber: Die Gesamtzahl der Autounfälle hat sich seither nicht signifikant erhöht. Im Gegenteil: In der Gesamtschau zeichnet sich eher ein Trend zum Rückgang der Unfallzahlen ab. „Daran können wir sehen, wie verantwortungsbewusst sich die Patienten verhalten, wenn sie Cannabis zu medizinischen Zwecken einsetzen“, sagt Brendan Kennedy, Geschäftsführer von Tilray in Kanada. „Fast alle haben ein hohes Risikobewusstsein, und wollen weder sich, noch andere im Straßenverkehr gefährden.“ Daten aus den USA legen sogar einen Rückgang von Autounfällen im Zusammenhang mit der medizinischen Nutzung von Cannabis nahe.

Vergleichbare Regeln in Kanada und Deutschland – Verkehrssicherheit ist zentral

Kanada hat seine Regelungen zur Fahrtüchtigkeit mit dem Gesetz zur Freigabe von medizinischem Cannabis nicht geändert. Genau wie in Deutschland ist für gesunde Menschen das Führen eines Kraftfahrzeugs unter dem Einfluss von dem in Cannabis enthaltenen Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) verboten und mit Bußgeldern und Fahrverboten belegt. Patienten, die eine Cannabis-Therapie erhalten, dürfen jedoch am Straßenverkehr teilnehmen, wenn sie gewisse Bedingungen erfüllen. Sie müssen nachweisen können, dass sie eine ärztlich verordnete Therapie mit cannabinoiden Wirkstoffen durchführen. Gleichzeitig müssen sie auch unter Medikamenteneinnahme dazu in der Lage sein, ein Fahrzeug sicher zu führen. Dann bleiben sie straffrei, beziehungsweise begehen keine Ordnungswidrigkeit. Das Argument für diese Regelung ist, dass die Medikamenteneinnahme die generelle Fahrtüchtigkeit erst wieder herstelle.

Herausforderung für Patienten

Doch in Deutschland wie auch in Kanada stellt diese Tatsache die Patienten vor Herausforderungen: einigen kanadischen Patienten wurde die Fahrerlaubnis entzogen, weil im Blut noch Restbestandteile von THC nachweisbar waren. Einige dieser Patienten haben bis vor den Obersten Gerichtshof von Kanada geklagt, um die Fahrerlaubnis wieder zurück zu erhalten – teilweise mit Erfolg. „Die Thematik von medizinischer Cannabis-Therapie und Fahrerlaubnis ist bei weitem nicht abschließend gelöst – weder in Kanada, noch in Deutschland“, sagt Marla Luther, Geschäftsführerin Tilray Deutschland GmbH.

Australien geht einen neuen Weg

In Australien arbeitet Tilray mit der University of Sydney an einer Studie für die australischen Verkehrs- und Gesundheitsbehörden, um die Datenbasis für das Festlegen von Vorschriften für Cannabis-Patienten zu ermöglichen. Luther: „Wir werden beobachten, wie sich die in Deutschland geltende Regelung bewährt. Gerne bringen wir unsere Erfahrungen aus anderen Märkten in die Diskussion mit ein, um die Sicherheit sowohl der Patienten als auch anderer Verkehrsteilnehmer langfristig zu gewährleisten. Denn dieser Aspekt liegt uns sehr am Herzen.“

Tilray gehört weltweit zu den führenden Unternehmen im Bereich der Erforschung und Herstellung von medizinischem Cannabis. Das Unternehmen kanadischen Ursprungs hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten weltweit eine sichere und zuverlässige Behandlung mit medizinischem Cannabis zu ermöglichen. Seit 2014 versorgt Tilray über 20.000 Patienten in Kanada, der Europäischen Union, Australien und Lateinamerika. Hergestellt wird das medizinische Cannabis in einer hochmodernen Produktionsanlage in Kanada, für die Tilray als erster Cannabishersteller in Nordamerika die europäische GMP-Zertifizierung (Good Manufacturing Practice, GMP) erhielt. Tilray hat zu diesem Zweck bereits 30 Millionen Dollar in die Entwicklung und Optimierung des Produktionsprozesses investiert. Mehr als 130 Experten in fünf Ländern arbeiten und forschen bei Tilray zum Wohle der Patienten. Seit diesem Jahr arbeitet die Tilray Deutschland GmbH von Berlin aus an der Erschließung des deutschen Marktes. Zusätzliche Informationen unter tilray.de.

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