Flatrate-Bordelle in Deutschland? / "ZDFzoom" über Prostituierte und Menschenhändler

Mainz (ots) – 30 000 Euro und zwei Autos hat sie ihrem Händler in nur einem Jahr eingebracht, sagt Liliana. Die junge Frau aus Rumänien ist gerade einmal 19 Jahre alt. Ihr Freund hatte ihr einen tollen Job in Deutschland versprochen und eine gemeinsame Zukunft ausgemalt. Doch der tolle Job war in einem Bordell. Zehn Jahre nach Einführung des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse von Prostituierten geht „ZDFzoom“-Autorin Rita Knobel-Ulrich am Mittwoch, 25. April 2012, 22.45 Uhr, in ihrem Film „Menschenhandel in Europa – Billignachschub für deutsche Puffs“ der Frage nach, ob das Gesetz zur Legalisierung der Prostitution zu mehr Menschenhandel, Ausbeutung und Sexsklaverei geführt hat.

Deutschland ist inzwischen zum Bordell Europas geworden, gehört in dieser Hinsicht zu den liberalsten Ländern der Welt. Die Folge: Viele Besucher kommen nicht mehr wegen der „Dichter und Denker“ in das Land, sondern weil es hier billigen käuflichen Sex gibt – und das völlig legal.

Liliana aus Rumänien konnte damals nicht weglaufen. Der Freund drohte, Fotos an ihre Familie zu schicken, schlug sie. Heute lebt sie in einer Schutzwohnung, kann nur unter Polizeiaufsicht auf die Straße und wartet auf den Prozess gegen den Menschenhändler.

Liliana ist nicht die Einzige. In Lovehäusern drängen sich die Frauen aus den Armenhäusern Osteuropas in durchsichtigen Hemdchen und dünnen Dessous und warten auf Kunden. Deutsche Prostituierte klagen über die billige Konkurrenz. Wenn sie es ablehnen, in so genannten Flatrate-Bordellen anzuschaffen, fahren die Zuhälter eben nach Rumänien und kaufen dort Nachschub, erzählen sie. Neben Drogen- und Waffenhandel ist der Handel mit Frauen aus Osteuropa das lukrativste Geschäft der organisierten Kriminalität. Die EU-Osterweiterung macht’s möglich.

Das 2002 verabschiedete Gesetz der rot-grünen Bundesregierung sollte die Situation der Prostituierten verbessern, ihnen mehr Rechte geben, ihre Position gegenüber Freiern und Zuhältern stärken. „ZDFzoom“ zieht Bilanz.

Fotos sind erhältlich über die ZDF-Pressestelle, Telefon: 06131 – 70-16100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/menschenhandelineuropa

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