Brandgefahr: „Die Sauna ist keine Abstellkammer“

60 Prozent der Saunabrände in privaten Wohngebäuden / Brennbare Gegenstände auf dem Saunaofen häufigste Brandursache / IFS gibt Tipps für sichere Nutzung

Brandgefahr: "Die Sauna ist keine Abstellkammer"

Saunabrände gehören zum Alltag der Brandursachenermittler des IFS.

Kiel, im Mai 2015. In einer Auswertung der Schadendatenbank des Kieler Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. (IFS) sind rund 60 Prozent der Saunabrände in privaten Wohngebäuden zu verzeichnen. Nur 37 Prozent der Fälle ereignen sich in gewerblichen bzw. kommunalen Saunen. In etwas mehr als der Hälfte der vom IFS untersuchten Fälle, ist die Schadenursache die Lagerung von brennbaren Gegenständen auf dem Ofen, die sich beim Einschalten entzündeten. Technische Defekte sind in jedem fünften Fall die Ursache und brennbare Gegenstände im Umfeld in jedem zehnten Fall.

Insbesondere zwei Szenarien führen regelmäßig zu Saunabränden – vor allem im Sommer: Zum einen wird die Sauna zweckentfremdet und als zusätzlicher Stauraum genutzt. In der Sauna befindliche Gegenstände geraten in Brand, weil der Ofen aus Versehen beispielsweise beim Räumen in der Sauna angeschaltet wird. Zum anderen sind viele Saunen über eine außenliegende Ofensteuerung aktivierbar, so dass sie unbemerkt angeschaltet werden können, ohne dass der Raum betreten werden muss. Gerade wenn der Schalter für die Aktivierung der Sauna in unmittelbarer Nähe zum Lichtschalter liegt, ist das Gefahrenpotenzial besonders groß.

Der Winter ist vorbei und die Sauna verliert ihren Reiz. Praktischerweise wird der freie Raum genutzt, um dort ein zusätzliches Lager einzurichten. „Die Sauna ist keine Abstellkammer“, hebt Dr. Hans-Hermann Drews hervor, Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V.. „Wird die Sauna über einen längeren Zeitraum nicht mehr genutzt, sollte sie spannungsfrei geschaltet werden, um eine brennende Überraschung zu vermeiden“, empfiehlt Drews. Denn auch wenn die Sauna nicht mehr (regelmäßig) genutzt wird, kommt es oft zu Bränden. Hauptursache sind brennbare Gegenstände, die beim Einschalten auf dem Ofen liegen und unbemerkt in Brand geraten. Um solche Schäden zu verhindern, empfiehlt das IFS, auf gar keinen Fall Gegenstände auf dem Saunaofen abzulegen – auch nicht mal eben kurz. Außerdem sollte die Sauna nicht von außen schaltbar sein, um das versehentliche Einschalten zu vermeiden.

Nur kurz etwas aus der „Sauna“ geholt…
… und aus Versehen beim Räumen oder beim Rein- bzw. Rausgehen an den Schalter gekommen. Das gilt für Drehschalter oder Drucktaster (Sensorschalter). Der Ofen ist an und ehe dieser heizt, hat man den Saunaraum schon verlassen und bemerkt es nicht. So auch bei einem vom IFS untersuchten Fall.Ein Versicherungsnehmer lagerte einen Gegenstand in der Saunakabine ein. Eine Stunde später kehrte er in den Keller zurück – diesmal suchte er nach der Ursache für einen auffälligen Brandgeruch.

Zunächst habe er an den Knöpfen der Saunaregelung gedreht, dann die Tür geöffnet und in der Kabine ein Feuer im Bereich des Ofens gesehen. Zu diesem Zeitpunkt brannte es ausschließlich dort. Doch das Feuer breitete sich aus und hinterließ einen gewaltigen Schaden: Die Saunakabine verbrannte bis auf die Sockelleiste, und die Betondecke im Brandraum musste gestützt werden. Intensive Verunreinigungen durch Rauchgase, aber auch thermische Schäden belasteten das gesamte Gebäude.

Offenbar hatte der Versicherungsnehmer den Ofen unabsichtlich eingeschaltet, als er am Morgen einen Gegenstand in die Kabine brachte. Die Sauna sei bereits seit zehn Jahren nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck, sondern nur noch als Lagerraum genutzt worden, beteuerte der Mann. In diesem Lagerraum hätte er den Ofen besser spannungsfrei geschaltet.

Tipps zur sicheren (Um-)Nutzung der Sauna
Immer wieder werden brennbare Gegenstände auf Öfen vergessen oder dort abgelegt in der Annahme, der Ofen werde ohnehin nicht eingeschaltet. Und dann passiert es doch. Für eine sichere Nutzung der Sauna für ihren eigentlichen Zweck oder lediglich als zusätzlichen Raum empfiehlt das IFS:

– Legen Sie nie – auch nicht kurz – brennbare Gegenstände auf oder in der Nähe des Saunaofens ab.
– Nutzen Sie die Sauna nicht als Abstellkammer.
– Sollten Sie die Sauna länger nicht benutzen oder zweckentfremden als zusätzlichen Raum, schalten Sie diese spannungsfrei.
– Vor dem Einschalten der Sauna den Innenraum in Augenschein nehmen.

Ursachenforschung, Beratung sowie Schulungsmaßnahmen zu den Themen Feuer, Technik und Umwelt sind die Kernaufgaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer. Die gewonnenen Erkenntnisse aus tausenden von Gutachten werden in der Beratung zu Sanierungen und im Engagement für Schadenverhütungsmaßnahmen weitergegeben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Das Institut hat inzwischen eine über 130 Jahre alte Tradition und ist neben dem Hauptsitz in Kiel auch in Berlin, Düsseldorf, Hannover, München, Münster, Stuttgart und Wiesbaden vertreten. Die Wurzeln des Instituts gehen in das Jahr 1884 zurück, als die Schleswig-Holsteinische Brandkasse in Kiel eine damals einzigartige Brandverhütungsabteilung gründete. 1952 entstand hieraus schließlich das Kieler Laboratorium für Brandschutztechnik und Brandermittlung, das sich durch seine Forschungsergebnisse bald über die Region hinaus einen Namen machte. Aus diesem Labor ging 1976 das IFS hervor.

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Dr.Hans-Hermann Drews
Preetzer Straße 75
24143 Kiel
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