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IT-Mittelstand begrüßt Entscheidung der EU Kommission zur Steuernachzahlung von Apple

Aachen/Brüssel 30.08.2016 – Die EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager, fordert Irland auf, 13 Milliarden Euro unbezahlter Steuern von Apple einzuholen. Das Hauptquartier von Apple befindet sich in Irland. Dort hatte das Unternehmen Steuervergünstigungen erhalten, die nach EU-Beihilferegeln illegal sind. Vestager erklärte, dass Apple eine effektive Steuerrate von 0,005% erhalten hat, also 50 Euro pro eine Millionen Euro Profit zahlte. Sie betont, dass die Zahlung von 13 Milliarden Euro keine Strafe gegen Apple sei, sondern die unbezahlten Steuern, welche das Unternehmen noch schuldig ist.

Dr. Oliver Grün, Präsident der European DIGITAL SME Alliance und des Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) erklärt: „Wir begrüßen die Entscheidung der Europäischen Kommission. Europäische IT-Unternehmen möchten sich auf Augenhöhe mit amerikanischen Unternehmen im Wettbewerb messen. Es ist inakzeptabel, dass unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen bis zu 40% Steuern zahlen, während multinationale Konzerne Angebote bekommen, praktisch keine Steuern zu zahlen. Wir fordern die Europäische Kommission auf, dieses unfaire Wettbewerbsverhalten zu beenden.“

Neben Apple gibt es weitere EU Untersuchungen gegen Amazon, Starbucks, McDonald“s und Fiat Chrysler Automobile, welche vermeintlich besondere Steuerangebote in einigen Mitgliedsstaaten erhalten haben sollen. Zuletzt hatte die US Regierung in Unterstützung der multinationalen Konzerne interveniert. Am 24. August veröffentlichte das amerikanische Finanzministerium ein Whitepaper ( http://bit.ly/2c6GZfc ), in dem sie den Ansatz der Kommission als unvereinbar mit internationalen Normen bezeichnen und fordern, keine rückwirkenden Forderungen an multinationale Konzerne zu stellen. Trotz des amerikanischen Drucks wird erwartet, dass die heutige Entscheidung der EU Kommission einen grundsätzlichen Präzedenzfall gegen die Steuervermeidung multinationaler Konzerne darstellen wird.

„Wenn nationale Regierungen multinationalen Großkonzernen besonders niedrige Zinsen bieten, ist das ein Schlag gegen die europäische Wirtschaft, besonders gegen KMU. Natürlich generieren sie so Arbeitsplätze und zusätzliche Steuereinnahmen in bestimmten Ländern, aber sie opfern die Chancen der kleinen und mittelständischen Unternehmen am Wettbewerb teilzunehmen und zu wachsen. Diese Praxis ist kurzsichtig und wird letztendlich Europa und seinen Unternehmen schaden. Die Entscheidung der Kommission ist ein wichtiger Schritt für Europa, um seine KMU zu unterstützen“ erklärt Grün.

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) vertritt über 1.500 IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.

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Buchhaltung und Steuern in der Ukraine, Neue Steuerreform 2016

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Buchhaltung und Steuern in der Ukraine, Neue Steuerreform 2016

HWC, Buchhaltung und Steuern in der Ukraine

Buchhaltung und Steuern in der Ukraine, Steuerreform 2016

In der Ukraine wurde am 24. Dezember 2015 eine weitere Steuerreform verabschiedet. Diese Reform stellt im Wesentlichen einen Kompromiss zwischen den zwei Entwürfen des Finanzministerium und des Parlamentsausschusses dar und trat zum 1. Januar 2016 in Kraft.

Gewinnsteuer:
Die Gewinnsteuer verblieb beim bisherigen Steuersatz von 18%. Als Basis wird der handelsrechtliche Abschluss zur Steuerberechnung herangezogen. Im Vergleich zu den Vorjahren, in denen die Gewinnsteuererklärung jährlich abgegeben wurde und auf Basis des Vorjahresergebnissen monatliche Vorauszahlungen zu leisten waren, sind von Großunternehmen (Umsatz größer als 20 Mio. Hrywnia p.a.) erneut Quartalsberichte einzureichen und entsprechende Steuern auf Basis der Quartalsergebnisse zu entrichten. Darüber hinaus sind 2/9 der Steuerschuld aus dem dritten Quartal als Vorauszahlung zu leisten. Für Unternehmen unterhalb des Schwellenwertes i.H.v. 20 Mio. Hrywnia bleibt es bei der jährlichen Steuererklärung.

Mehrwertsteuer:
Das Problem der nicht erfolgten Vorsteuerrückerstattung war in den zurückliegenden Jahren ein wesentliches Investitionshemmnis in der Ukraine. Im Juli 2015 wurde dieses Dilemma der zurückliegenden Jahre mit der Einführung von Mehrwertsteuerkonten im Wesentlichen beseitigt. Der Fiskus hat für alle Mehrwertsteuerpflichtigen bei der Zentralen Mehrwertsteuer-Bank automatisch Bankkonten, sog. Sonderkonten, eröffnet. Die ukrainische Nationalbank beaufsichtigt diese Bank, die ausschließlich als Verwalter der Mehrwertsteuerkonten dient. Die Mehrwertsteuervorgänge werden automatisch erfasst: Das leistende Unternehmer wird mit der Mehrwertsteuer der registrierten Ausgangsrechnungen belastet. Mehrwertsteuer aus Eingangsrechnungen und Einfuhrumsatzsteuer werden beim automatisch als Guthaben auf dem Konto berücksichtigt. Die Höhe der Steuerabgaben wird automatisch berechnet, die Abbuchung der berechneten Steuerschuld erfolgt ohne Beteiligung des Unternehmers. Lediglich dem Fiskus ist es vorbehalten, Abbuchungen durchzuführen. Der Steuerzahler ist nur in der Lage sein Mehrwertsteuersonderkonto aufzufüllen. Die Anträge zur Mehrwertsteuerrückerstattung sind mit der monatlichen Mehrwertsteuererklärung einzureichen. Dieses System der Mehrwertsteuerrückerstattung scheint zu funktionieren. Es ist weiterhin abzuwarten, wie mit Vorsteuerguthaben aus den Vorjahren verfahren wird. Zu erwähnen ist weiterhin, dass die automatische Mehrwertsteuerrückerstattung für Exporteure abgeschafft wurde. Das Mehrwertsteuersondersystem für Agrarbetriebe wird ab 2017 abgeschafft.

Einkommensteuer und Sozialversicherung:
Bis Ende 2015 bestanden zwei Einkommensteuersätze in Höhe von 15% sowie 20%. Diese Progression wurde mit der neuen Steuerreform aufgehoben. Mit dem 1. Januar 2016 gilt ein einheitlicher Einkommensteuersatz von 18%. Die Militärsonderausgabe in Höhe von 1,5% bleibt weiterhin bestehen.

Eine deutliche Vereinfachung und Vereinheitlichung gab es im Bereich der Sozialversicherung. Der bisher gültige Arbeitnehmerbeitrag in Höhe von 3,6% wurde ersatzlos gestrichen. Somit findet in diesem Bereich eine deutliche Entlastung der Arbeitnehmer statt, die in den niedrigeren Gehaltsbereichen durch die gegenläufige Steuererhöhung von 15% auf 18% kaum ins Gewicht fällt. Die Sozialversicherungsbeiträge für zivilrechtliche Verträge (bisher 2,6%) und im Krankheitsfall (bisher 2%) entfallen ebenfalls.

Der Arbeitgeberanteil wurde von bisher nach Risikogruppe des Unternehmens zwischen 36,76% und 49,7% auf für alle Unternehmen einheitliche 22% gesenkt. Diese 22% gelten ebenfalls für zivilrechtliche Verträge und für die Gehaltsberechnung im Krankheitsfall (bisher 34,7% bzw. 33,2%). Dieser Schritt vereinfacht die Arbeit in der Buchhaltung bei den Gehaltsberechnungen erheblich. Darüber hinaus führt die Reduktion auf 22% zu einer deutlichen Entlastung bei den Arbeitgebern, der in einzelnen Fällen bis zu 23% bzw. rund 6.500 Hrywnja betragen kann. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Sozialversicherungsbeiträge wurde von 17 (Ende 2015: 23.426 Hrywnja) auf 25 (Januar 2016: 34.450 Hrywnja, Mai: 36.250 Hrywnja, Dezember: 38.750 Hrywnja) Minimalgehälter angehoben.

Pauschalbesteuerung:
Beim vereinfachten Steuerverfahren für Klein- und Kleinstunternehmen gab es Änderungen, die zum 1. Januar 2016 Gültigkeit erlangen. In den zurückliegenden Jahren galt die Pauschalbesteuerung für Unternehmen mit einem Jahresumsatzlimit in Höhe von 20 Mio. Hrywnja. Dieses Limit wurde auf 5 Mio. Hrywnja gesenkt. Damit einhergehend wurde der Steuersatz für Mehrwertsteuerzahler von bisher 2% auf 3% und für die Unternehmen, die nicht auf Mehrwertsteuerzahlung optiert haben, von 4% auf 5% erhöht. Es bleibt abzuwarten, ob die Senkung des Jahresumsatzlimits und die Erhöhung der Pauschalbesteuerungssätze dem allgemeinen Ziel der „Entschattung“ ggf. entgegenwirkt.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die obigen Änderungen vor allem im Bereich der Einkommensteuer zu einer wesentlichen Vereinfachung der Buchhaltung in der Ukraine führen. Damit einher geht eine Reduktion des Zeitaufwands für die Buchhaltung in der Ukraine.

HWC (Henniger Winkelmann Consulting) ist eine von den beiden Namensgebern Sven Henniger und Dr. Thomas Winkelmann gegründete und geführte Unternehmensberatung in Kiew, Ukraine. HWC berät internationale und ukrainische Kunden in den Bereichen Outsourcing (Markteintrittsberatung, Buchhaltung, Steuerberatung, Firmengründung, Personalsuche, Interim Management, Geschäftsadresse etc.), Business Services (Strategieberatung, Restrukturierungsberatung etc.) und im Bereich Real Estate. Weitere Informationen unter www.hwc.com.ua

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Neue Börsen-Domains: Besseres Ranking bei Google & Co.

Neue Börsen-Domains: Besseres Ranking bei Google & Co.

Börsen-Domains wirken wie neue Netze, mit denen Anbieter zusätzlich im Markt fischen können (Bildquelle: Geralt)

ICANN führt über 1000 neue Domainendungen ein – darunter auch zahlreiche Domains für die Börse.
Viele dieser Domains sind sprechende Domains, die schon durch die Domainendung verraten, worum es geht. Solche Domains sind besonders merkfähig. Die Merkfähigkeit einer Domain ist neben der Suchmaschinenplazierung ein wesentliches Element für das Marketing der Webseite, die mit dieser Domain verbunden ist.

Sie können wählen:

1. Exchange-Domains (http://www.domainregistry.de/exchange-domains.html)
2. Fund-Domains (http://www.domainregistry.de/fund-domains.html
3. Broker-Domains (http://www.domainregistry.de/broker-domains.html)
4.Trading-Domains (http://www.domainregistry.de/trading-domains.html)
5. Forex-domains (http://www.domainregistry.de/forex-domains.html)
6. Markets-Domains (http://www.domainregistry.de/markets-domains.html)
7. Spreadbetting-Domains (http://www.domainregistry.de/spreadbetting-domains.html)
8. CFD-Domains (http://www.domainregistry.de/cfd-domains.html)

Auch folgende Domains sind für viele Akteure an den Börsen interessant:
-Bank-Domains (http://www.domainregistry.de/bank-domains.html)
-Banque-Domains (http://www.domainregistry.de/banque-domains.html)
-Capital-Domains (http://www.domainregistry.de/capital-domains.html
-Credit-Domains (http://www.domainregistry/credit-domains.html)
-Creditcard-Domains (http://www.domainregistry.de/creditcard-domains.html
-Investment-Domains (http://www.domainregistry.de/investment-domains.html)
-Mortgage-Domains (http://www.domainregistry.de/mortgage-domains.html)
-Money-Domains (http://www.domainregistry.de/money-domains.html)
-Pay-Domains (http://www.domainregistry.de/pay-domains.html)
-Save-Domains (http://www.domainregistry.de/save-domains.html)
-Ventures-Domains (http://www.domainregistry.de/ventures-domains.html)
-Loan-Domains (http://www.domainregistry.de/loan-domains.html)

Die Idee hinter diesen Domains aus der Sicht des Marketing ist, auf Webseiten mit diesen Domains Ihre besonderen Angebote zu veröffentlichen und mit diesen Angeboten dann unter den neuen Domains ein besseres Ranking bei Google und anderen Suchmaschinen-Anbietern zu erreichen. Diese neuen Börsen-Domains sind dann wie neue, zusätzliche Netze, mit denen Sie im Markt fischen

Verbessertes Suchmaschinen-Ranking mit den neuen Domains

Den Zusammenhang zwischen einem besseren Ranking in Suchmaschinen und den Neuen Top-Level-Domains hat eine Studie von Searchmetrics für die .berlin-Domains bereits erwiesen. Webseiten mit .berlin-Domains sind bei regionalen Suchanfragen in Google häufig besser platziert
als Webseiten mit .de-Domains und .com-Domains. Das Ergebnis der Searchmetric-Studie lässt sich wie folgt zusammenfassen:
„Bei 42% der Suchanfragen ranken .berlin-Domains lokal besser.“

Eine weitere Studie von Total Websites in Houston zeigt, dass die Ergebnisse der Searchmetrics-Studie prinzipiell auf alle Neuen Top-Level-Domains übertragbar sind, also auch auf die neuen Börsen-Domains. Total Websites stellt fest, dass Google die Domainendungen der Neuen Top-Level-Domains als wichtiges Kriterium für die Bewertung einer Domain heranzieht und kommt daher zu folgendem Schluss:
„Es ist klar, dass die Neuen Top-Level-Domains das Ranking in Suchmaschinen verbessern.“

Hans-Peter Oswald
http://www.domainregistry.de/neue-domains.html
Mehr Informationen zu neuen Börsen-Domains und anderen neuen Domains…

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kann veraendert werden.

Secura GmbH ist ein von ICANN akkreditierter Registrar für Top Level Domains. Secura ist bei ICANN für generische Domains akkreditiert, also fuer .com, .net, .org, info, .biz, .name, aero, coop, museum, travel, jobs, mobi,asia, cat und kann daher generische Domains registrieren. Secura kann darüber hinaus alle aktiven Länder-Domains registrieren.

Beim Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand und beim Industriepreis landete Secura GmbH 2012 unter den Besten. Beim HOSTING & SERVICE PROVIDER AWARD 2012 verfehlte Secura nur knapp die Gewinner-Nominierung.

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Änderungen bei Umsatzbesteuerung ab 2015 – Unternehmen müssen Vorkehrungen treffen

Zum 1. Januar 2015 ergeben sich gravierende Änderungen bei der Umsatzbesteuerung von elektronischen Dienstleistungen sowie Rundfunk- und Telekommunikationsdienstleistungen.

BildDies gilt insbesondere bei Leistungen gegenüber Privatpersonen. Daniel Ziska, SIBB-Co-Forensprecher des Forums Law, Tax & Compliance, überzeugte als Diskussionsteilnehmer bei der hochkarätig besetzten Veranstaltung des DIHK, des Deutschen Steuerberater-Verbandes und der Europäischen Kommission kürzlich in Berlin mit seiner Expertise auf diesem Gebiet und stand nach der Veranstaltung für ein Fazit zu den sich ergebenden Konsequenzen für die betroffenen Unternehmen zur Verfügung.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem neuen Gesetz für die betroffenen Unternehmen?

Bisher war es im B2C-Geschäft in der EU mit elektronischen Dienstleistungen so, dass die Umsatzsteuer im Heimatstaat des Unternehmens zu zahlen war. Für Unternehmen, die in Deutschland sitzen demzufolge 19 Prozent, egal in welchem EU-Land der Kunde sitzt. Ab dem nächsten Jahr ist immer der Steuersatz des Landes zu nehmen, in dem die Dienstleistung genutzt wird. Er kann also zwischen 17 und 27 Prozent liegen. Die Unternehmen müssen den richtigen Satz auswählen, die Umsatzsteuer über eine zentrale Stelle melden und zahlen sowie nun das Umsatzsteuerrecht der andern EU-Staaten beachten. Das geht so weit, dass, wenn ich meine Leistungen nach Frankreich verkaufe, nun auch die französische Finanzverwaltung bei mir eine Prüfung durchführen darf.

Herr Ziska, welchen Eindruck haben Sie – sind die deutschen Unternehmen acht Wochen vor Inkrafttreten auf die Neuerungen vorbereitet, die sich für ihr Unternehmen ergeben?

Es gibt nach meiner Beobachtung im Wesentlichen zwei Gruppen: Die Early Birds – das sind meist größere Unternehmen, die internationales digitales Geschäft mit Konsumenten machen, die neuen Regelungen seit langem verfolgen und vorbereitet sind – und die Late Arrivals, also solche, die sich bis vor kurzem noch gar nicht bewusst waren, dass Neuerungen anstehen oder dass sie davon betroffen sind; hier ist der Zeitdruck enorm. Daneben wird es noch Unternehmen geben, die noch gar nichts von ihrem Glück wissen….

Für welche Unternehmen trifft das neue Umsatzsteuergesetz zu? Was sind elektronische Dienstleistungen im Sinne des Umsatzsteuerrechts?

Immer dann, wenn man dem Kunden Services anbietet, welche über das Internet oder ein ähnliches Netz im Wesentlichen automatisiert erbracht werden, handelt es sich um elektronische Dienstleistungen. Daher gehören typischerweise Downloads dazu, nicht jedoch, wenn man per Chat berät. Es sind alle Unternehmen betroffen, die in dem Segment tätig sind, deren Kunden in anderen EU-Staaten sitzen und gleichzeitig – das ist ganz wichtig – sich nicht als Unternehmer ausweisen können. Innerhalb der EU macht man dies mit einer speziellen Umsatzsteueridentifikationsnummer. Es betrifft also nicht nur Unternehmen, die sich an Privatkunden richten, sondern auch solche, die den Public Sector oder NGOs/NPOs, die nicht als Unternehmer handeln, bedienen.

Was sollten Unternehmen bis zum 1. Januar 2015 noch regeln? Wie geht man dabei am besten vor?

Zuerst muss man natürlich herausfinden, ob man überhaupt unter die neuen Regelungen fällt. Als nächstes gilt es, sich über die Preisgestaltung Gedanken zu machen. Operiert man bisher mit einheitlichen Bruttopreisen gegenüber seinen Kunden, so kann das bedeuten, dass man bis zu sechs Prozent seines Umsatzes verlieren würde, weil man plötzlich eine höhere Umsatzsteuer abführen muss. Der nächste Schritt ist die Umsetzung in den Prozessen: Wie identifiziere ich das Heimatland meiner Kunden? Was muss ich beim Invoicing beachten? Wie kommen die Daten ins Rechnungswesen und an die Finanzverwaltung? Welche Daten muss ich wie archivieren?

Man könnte meinen, noch ein neues Gesetz, das Unternehmern das Leben schwer macht? Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ich meine, die Medaille hat zwei Seiten: Es ist natürlich so, dass den Unternehmern das Leben schwerer gemacht wird, da sie sich nun auch um das Umsatzsteuerrecht der anderen EU-Staaten kümmern müssen, Abläufe zu ändern sind und die ganzen anderen Vorkehrungen zu treffen sind. Auf der anderen Seite führt das Gesetz zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit und auch zu gerechterer Steuerverteilung. Bisher konnten die Unternehmen, die es sich leisten können, ihren Sitz in Staaten mit niedriger Umsatzsteuer verlegen, meist war dies Luxemburg und haben den dortigen, niedrigen Steuersatz angewendet. Die Unternehmen in den Ländern mit höherem Satz hatten entsprechende Wettbewerbsnachteile und das Nachsehen. Außerdem landet nun die Umsatzsteuer bei dem Staat, in welchem die Dienstleistung genutzt wird. Nach Angaben Luxemburgs ist durch die Neuregelungen dort mit einem Steuerausfall von jährlich 700 Millionen Euro zu rechnen – dieses Geld kommt nun den anderen Staaten zu Gute.

Vielen Dank für die Informationen!

Checkliste zum Download: http://www.sibb.de/fileadmin/sibb_upload/Pressemitteilungen/PM_36_2014_%C3%84nderungen_bei_Umsatzbesteuerung_Checkliste.pdf

Über:

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Hintergrund
Über den IT-Branchenverband SIBB e. V.
1992 gründeten engagierte Unternehmer den Verband als Software-Initiative Berlin Brandenburg. Heute ist der SIBB e.V. etablierter Partner der gesamten Branche in der Hauptstadtregion und Mitgestalter der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er ist Interessenverband für Unternehmen der IT- und Internetwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Der SIBB e.V. vernetzt die Akteure der Branche und vertritt ihre Interessen in Politik und Gesellschaft. Der Verband sorgt für einen aktiven Austausch über die Branchengrenzen hinaus. Zahlreiche Veranstaltungen des Verbands fördern Austausch, Kooperation und Wissenszuwachs. Zum regelmäßigen Angebot gehören Foren, Netzwerke, Stammtische und kompakte Seminare. SIBB-Kongresse und Messeauftritte bilden Höhepunkte des Jahres. Zu den Mitgliedsunternehmen gehören IT-Dienstleister und Software-Anbieter, Telekommunikationsunternehmen, Unternehmen der digitalen Wirtschaft sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Etablierte Institutionen und namhafte Unternehmen finden sich ebenso darunter wie Startups.

SIBB region ist das Netzwerk für die IT- und Internetwirtschaft in Brandenburg und Bestandteil des SIBB e.V. und hat seinen Sitz in Wildau. Das Netzwerk SIBB region wird vom Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg gefördert.
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