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Zehn Neuheiten von der Eurobike

Zehn Neuheiten von der Eurobike

(Bildquelle: www.pd-f.de / Messe Friedrichshafen / Eurobike)

In der letzten Woche fand in Friedrichshafen die Fahrradleitmesse Eurobike statt. Am Bodensee wurden die Highlights und Trends für die Saison 2020 vorgestellt. Der pressedienst-fahrrad war vor Ort und hat spannende Neuheiten entdeckt, die ab dem nächsten Frühjahr im Handel sind. Viel dreht sich dabei um die Elektromobilität und Konnektivität, aber auch um die kommenden Radfahrer.

Ein Chip als Lebensretter

Helmspezialist Abus bietet für seine sportliche Helmreihe als zusätzlichen Schutz einen speziellen Chip an. Der Sensor wird am Helm befestigt und im Falle eines Sturzes aktiv. Per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, überträgt der Chip ein Signal an das Telefon, wenn man nach einem Sturz selbst nicht mehr Hilfe rufen kann. Das Smartphone überträgt automatisch eine Notfall-SMS an eine im Vorfeld festgelegte Kontaktnummer. Falls der Sturz weniger schlimm ausgefallen ist, kann man per App den Notruf selbst deaktivieren. Der Notfallretter kostet einen Aufpreis von rund 50 Euro.

Motorunterstützung nur bei Bedarf

Mit dem neuen „Souplesse“ möchte Hersteller MTB Cycletech die urbane Mobilität verändern. Das Antriebssystem ist komplett in den Rahmen integriert und kaum sichtbar. Der Akku befindet sich im Unterrohr, der Antrieb in der Hinterradnabe. Souplesse bedeutet übersetzt Flexibilität – das Antriebssystem lässt sich dementsprechend bei Bedarf über einen Schalter am Unterrohr aktivieren. Bei der Schaltung kommt ein Zentralgetriebe aus der „C-Linie“ von Pinion zum Einsatz, wahlweise mit sechs, neun oder zwölf Gängen. Das Gewicht des E-Bikes liegt laut Hersteller bei lediglich 15 Kilogramm. Der Preis ist noch nicht bekannt.

Erstes connected Cargobike

E-Bike-Spezialist Riese & Müller bietet laut eigenen Angaben die ersten vernetzten Lastenräder an. In den Modellen der „Packster“- und „Load“-Serie kann ab sofort der sogenannte „RX-Service“ verbaut werden. Dabei handelt es sich um einen GPS-Chip, der als zusätzlicher Diebstahlschutz dient. Im Falle eines Raddiebstahls kümmert sich der Hersteller um die Verfolgung und bringt das Rad zum Fahrer sogar zurück. Der Chip soll in Zukunft jedoch noch mehr können: So besteht die Möglichkeit, Software-Updates direkt aufzuspielen oder im Falle eines Sturzes eine Notfallmeldung zu verschicken. Der Chip kostet einen Aufpreis ab rund 80 Euro und ist auch bei normalen E-Bikes des Herstellers zu finden.

E-Mountainbike mit zwei Akkus

Über 1.125 Kilowattstunden Akkukapazität verfügt das neue E-Mountainbike „Uproc 3“ von Flyer dank der optionalen Dual-Battery-Lösung. Angetrieben wird durch den neuen Bosch Performance Line CX Antrieb. Das Fahrwerk mit 140 Millimetern Federweg vorne und 130 Millimetern hinten in Kombination mit voluminösen 2.6 Zoll breiten Reifen soll selbst im steilen Gelände für hohen Fahrkomfort und Sicherheit sorgen. Dank dem magnetischen „Monkey Link System“ lassen sich an Vorbau und Sattelschelle Anbauteile wie Licht oder Schutzblech einfach befestigen. Preis: ab 4.999 Euro

Faltrad für das Abenteuer

Mit dem „Explore“ bietet Spezialist Brompton ein Faltrad für die Abenteuerfahrt außerhalb der City. Bereits optisch setzt das Rad in den Farbtönen ,Forest Drap‘ und ,Explore Orange‘ neue Akzente. Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen Marathon-Racer-Reifen von Schwalbe und ein Allwetter-Sattel von Brooks. Außerdem sind die Arretierungshebel nicht aus Kunststoff, sondern aus Aluminium, was mehr Stabilität ermöglichen soll. Jedes der limitierten Räder wird mit einem speziellen Ersatzteil-Kit ausgeliefert, um für den Notfall gerüstet zu sein. Das Faltrad gibt es in zwei Versionen mit sechs Gängen ab 2.043 Euro.

MTB-Radschützer mit integriertem Licht

Ein Steckschutzblech mit integriertem Rücklicht zeigt SKS Germany mit dem „Nightblade“. Der Hinterradschutz richtet sich speziell an Mountainbiker, die bei Dunkelheit unterwegs sind. Das Rücklicht ist StVZO-zugelassen. Der Akku ist herausnehmbar und wird per USB geladen. Spritzschutz bieten ein verstellbarer Front- sowie ein langer Backspoiler. Durch die Quick-Release-Befestigung lässt sich das Nightblade mit Powerstraps an fast jeder Sattelstütze montieren. Das Schutzblech ist für Reifen in 26, 27,5 und 29 Zoll und Reifenbreiten bis 3,0 Zoll geeignet und kostet 39,99 Euro.

Outdoor-Rucksack für Frauen

Taschenspezialist Ortlieb erweitert mit dem „Atrack ST“ seine Rucksackserie um ein Modell speziell für Frauen. Schulterträger und Hüftflossen sind auf die weibliche Anatomie angepasst, die Rückenlänge lässt sich für kürze Oberkörper anpassen. Für Tragekomfort sorgen eine atmungsaktive Rückenauflagefläche und ein gepolsterter Hüftgurt. Den Rucksack gibt es in den Größen 25 und 34 Litern. Laut Hersteller kommt er so dem Trend zu Kurzreisen und Minimalismus entgegen, bietet aber noch genügend Stauraum für diverse Outdoor-Aktivitäten. Preis: ab 179,99 Euro

Neue Kinderräder mit Alu-Rahmen

Kinderfahrzeugspezialist Puky bringt mit „Cyke“ neue Modelle für Kinder ab sechs Jahren auf den Markt. Die Räder sind durch Alu-Rahmen und -Komponenten relativ leicht, dabei dennoch mit festinstallierter Lichtanlage, Schutzblechen und wahlweise Gepäckträger und Kettenschutz für den Schulweg geeignet. Die neue Serie umfasst Modelle in 20 und 24 Zoll mit unterschiedlichen Gangschaltungsvarianten (Drei- bzw. Siebengang-Nabenschaltung mit Rücktritt, Sieben- oder Achtgang-Kettenschaltung). Einstiegspreis liegt für 20 Zoll bei 359,99 Euro und für 24 Zoll bei 399,99 Euro.

Individualität für die Kleinsten

Passend zu den neuen Kinderanhängern „Kid Vaaya“ (ab 899 Euro) und „Kid Keeke“ (ab 699 Euro) bietet Hersteller Croozer eine neue Zubehörkollektion an. Die Kollektion „Kaaos“ umfasst Produkte wie einen Babysitz, eine Sitzstütze und ein Winter-Set, damit auch die Allerkleinsten transportiert werden können. Das Zubehör gibt es jetzt in unterschiedlichen Farben und es lässt sich so individuell kombinieren. Die neuen Designs sollen laut Hersteller für mehr farbliche Akzente sorgen.

Liegeräder mit neuem Motor

HP Velotechnik stattet seine Elektroradflotte künftig mit den Hinterradantrieben von Alber aus. Insgesamt 15 Baureihen erhalten den Neodrive z20 in der Hinterradnabe als mögliche E-Option. Die Kooperation entstand, als sich der bisherige Motorenlieferant zu Jahresbeginn aus dem Markt zurückgezogen hatte. Wichtig für die Liegeradspezialisten war, dass die neuen Motoren auf die speziellen Anforderungen der Räder abgestimmt wurden. Der Einstiegspreis für klassische einspurige Liegeräder liegt bei 5.680 Euro (Modell „Streetmachine“), bei Trikes bei 5.880 Euro (Modell: „Gekko fx 20“).

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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E-Bike-Akku: Sichtbar oder integriert?

E-Bike-Akku: Sichtbar oder integriert?

(Bildquelle: www.brose-ebike.com | pd-f)

Ohne Akku funktioniert kein E-Bike. Der Energiespeicher muss deshalb immer mit dabei sein. Um ihn am Rad unterzubringen, gibt es diverse Möglichkeiten. Der pressedienst-fahrrad zeigt, welche Vorteile die unterschiedlichen Befestigungen haben.

(pd-f/tg) An immer mehr Modellen wird mittlerweile der im Rahmen verbaute Akku genutzt. „Der Vorteil sticht auf den ersten Blick ins Auge: Der Akku ist optisch sauber in den Rahmen integriert und fügt sich stimmig ins E-Bike ein. Oder anders gesagt: Man sieht nicht mehr sofort, dass es sich um ein E-Bike handelt“, erklärt Anja Knaus vom E-Bike-Hersteller Flyer. Durch den Sitz im Unterrohr ist er zudem besser vor Nässe und Schmutz geschützt. „Neben mehr Freiräumen für Hersteller bei der Rahmenentwicklung bietet ein integrierter Akku zudem eine stabilere Befestigung“, ergänzt Horst Schuster, Leiter Vertrieb und Marketing bei Brose. Der Berliner Antriebshersteller liefert für die kommende Radsaison erstmalig ein Komplettsystem aus Antrieb, unterschiedlichen Displays und einer eigenen Batterie, die dem Trend zum Formschluss folgt.

Einfach integrieren

Dabei hat Brose bei der Entwicklung besonders darauf geachtet, dass sich die Batterie leicht entnehmen lässt. Einige integrierte Lösungen haben den Nachteil, dass ein Aufladen meist nur am E-Bike selbst möglich ist – oder der Akku zum Laden umständlich aus dem Rahmeninneren entfernt werden muss. Problematisch für Fahrer, die z. B. Steckdosen nur in der Wohnung haben und dann das E-Bike für jeden Ladevorgang mit nach oben tragen müssen. Um dem Problem Herr zu werden, hat Brose eine eigene Lösung entwickelt: „Unser neuer Akku wird von unten in das Unterrohr eingesetzt und ist leicht entnehmbar“, erklärt Schuster. „Durch einen patentierten Befestigungsmechanismus sitzt die „Brose Battery 630″ selbst bei starken Belastungen fest im Rahmen.“ Diese Möglichkeit ist eine von mehreren, die aktuell am Markt zu finden sind. Kaum ein Anbieter, der nicht den Trend zur Akku-Integration mitgeht. Beispiele gibt es am E-MTB (z. B. „Sduro Fullseven LT 8.0“ von Haibike ab 5.499 Euro oder „Habit Neo“ von Cannondale ab 4.499 Euro), am Reiserad (z. B. „E-Triton Luxe“ von Stevens Bikes für 3.799 Euro) oder am Stadtrad (z. B. „Sinus iX10“ von Winora ab 2.999 Euro oder „Code“ von MTB Cycletech ab 5.599 Euro).

Mehr Strecke dank Doppel-Akku

An Beliebtheit gewinnt aktuell zudem der Doppel-Akku für mehr Reichweite. Die Option gibt es an Liegerädern (z. B. „Gekko fx 26“ von HP Velotechnik ab 5.460 Euro) schon seit längerem, mittlerweile ist sie auch an „Aufrechträdern“ angekommen, wie aktuelle Beispiele bei Winora oder Haibike zeigen. E-Bike-Spezialist Riese & Müller war einer der Vorreiter dieser Entwicklung. Dabei ist es bei den Modellen „Superdelite“ (ab 6.599 Euro) und „Supercharger 2“ (ab 5.599 Euro) gelungen, gleich zwei Akkus in den Rahmen zu integrieren. „Ein Akku sitzt im Unter-, der andere im Oberrohr. Man muss sich um die Reichweite keine Gedanken mehr machen. Selbst wenn man mit einem unserer HS-Modelle mit 45 km/h Unterstützung oder viel Gepäck unterwegs ist, liegt die Reichweite immer noch bei über 70 Kilometern“, beschreibt Geschäftsführer Markus Riese die Vorteile. Eine andere Lösung hat E-Mountainbike-Spezialist Haibike im Programm. Die Eigenentwicklung Modular Rail System (MRS) ermöglicht die Aufnahme eines zweiten Akkus am Unterrohr. „Der Ersatz-Akku wird einfach auf eine Schiene geclippt, die auf dem integrierten Akku im Unterrohr verläuft“, beschreibt Haibike-Brand Manager Matthias Rückerl das System. „An Hardtails und Fullsuspension-Bikes egal welcher Rahmengröße kann jetzt ein Range-Extender-Akku verwendet werden. Dadurch entsteht ein vielseitiges Allround-Bike.“ Der Hersteller verspricht also das Beste aus zwei Welten: im Alltagsbetrieb ein Akku für ein leichtes Bike, bei Bedarf für lange Strecken ein zweiter Akku für mehr Kapazität.

Teilintegration für besseres Handling

Bei Flyer setzen die Verantwortlichen neben integrierten Lösungen auch auf einen sogenannten teil- oder semi-integrierten Akku. In Zusammenarbeit mit Antriebshersteller Panasonic wurde dazu ein passendes Konzept entwickelt: Der Akku wird L-förmig in das Unterrohr eingeschoben. Das System soll das Ein- und Ausbauen vereinfachen. „Ein teilintegrierter Akku fügt sich optisch angenehm ins E-Bike – die Stabilität des Rahmens bleibt dabei unberührt“, sagt Anja Knaus von Flyer. Speziell sportlichen Fahrern bietet die teilintegrierte Lösung den Vorteil, dass der Akku zentral Richtung Tretlager wandern kann. „Das verbessert den Schwerpunkt der Räder und sorgt für ein entspanntes und natürliches Fahrgefühl“, so Knaus. Beispiele sind das E-Mountainbike „Uproc 7“ (ab 4.699 Euro) oder das Reiserad „FD2E“ von Velotraum (ab 4.500 Euro).

Sichtbar ist gleich praktisch

Ähnliche Vorteile genießen die Akkus, die „klassisch“ am Rahmen aufgesteckt sind. Dank ihrer kompakten Bauform finden sie entweder nahe am Tretlager auf dem Unterrohr (z. B. „E-Courier“ von Stevens Bikes für 2.499 Euro) oder am Sattelrohr (z. B. „Sima“-Reihe von Winora ab 1.999 Euro) Platz. In der Alltagspraxis lassen sich die Akkus leicht zum Aufladen entfernen. Außerdem können sie aufgrund ihrer Kompaktheit bequem in einem Rucksack (z. B. „eBracket 28“ von Vaude für 160 Euro) oder einer speziellen E-Bike-Tasche (z. B. „E-Mate“ von Ortlieb für 119,95 Euro) verstaut werden. Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Nässe gibt es spezielle Cover (z. B. „Akku Cover“ von Fahrer Berlin für 26,90 Euro), die für die Fahrt um den Akku gewickelt werden. „Der wesentliche Vorteil des Rahmen-Akkus liegt im täglichen Gebrauch. Auch bei einem Defekt ist ein Ersatz-Akku schnell zu bekommen. Es bleibt im Grunde nur der optische Nachteil“, so Christian Witscher, Brand Manager von Winora. Dabei ist auch der preisliche Faktor zu beachten, da sichtbare Lösungen meist günstiger sind als integrierte. Außerdem sind die E-Bikes etwas leichter als mit integrierten Lösungen.

Hinten hat auch Vorteile

Fast schon in Vergessenheit geraten scheint der Gepäckträger-Akku. Eine ungünstige Gewichtsverteilung auf dem Rad mit einem Schwerpunkt auf dem Heck kann gerade bei steilen Anstiegen für ein ungewohntes Fahrverhalten sorgen. „Wir werden bei Winora zur nächsten Saison komplett auf die Variante auf dem Gepäckträger verzichten, da dadurch der Schwerpunkt nach oben verlagert wird und ein sicheres Fahrgefühl aus unserer Sicht nicht gewährleistet ist“, bestätigt Witscher. Speziell Tiefeinsteiger sind davon betroffen, allerdings hat gerade an diesen Rädern die Lösung am Gepäckträger Vorteile, weil dadurch der Durchstieg frei und das Unterrohr schlank bleibt. Der Gepäckträger-Akku erfreut sich deshalb immer noch einiger Beliebtheit. Flyer setzt auf bei seinem Modell „Gotour 2“ (ab 2.999 Euro) auf die Variante, Premium-Hersteller Riese & Müller stattet für die kommende Saison sein Stadt-E-Bike „Swing 3“ (3.499 Euro) mit dieser Lösung aus. „Wir haben festgestellt, dass das Rad dadurch vor dem Tretlager leichter wird. So kann man es einfacher an kleinen Stufen oder Bordsteinkanten hochheben. Gerade im Alltagsgebrauch ein wichtiger Faktor“, begründet Markus Riese.

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Zehn Gründe, warum Radfahren gesund macht

Zehn Gründe, warum Radfahren gesund macht

(Bildquelle: www.winora.de | pd-f)

Radfahren ist gut für die Gesundheit – weiß ja jedes Kind. Aber was genau bewirkt es denn? Der pressedienst-fahrrad hat zehn Aspekte ausgemacht und erklärt, warum sich bereits eine halbe Stunde regelmäßiges Radfahren positiv auf Leib und Seele auswirkt.

1) Radfahren stärkt das Herz-Kreislauf-System

Regelmäßige körperliche Aktivitäten verringern das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sagt, dass bereits fünfmal in der Woche 30 Minuten Bewegung dem Bewegungsmangel und den daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten entgegenwirken. „Radfahren stärkt nicht nur die Beine, sondern auch das Herz. Bereits 33 gefahrene Kilometer pro Woche sollen das Risiko für koronare Herzerkrankungen halbieren“, weiß Jasmin Schejbal vom Fahrradhersteller Winora. Dabei gehe es nicht um sportliche Höchstleistungen. Bereits mäßige, vor allem aber regelmäßige Bewegungen können helfen. Der Blutkreislauf kommt in Schwung, was das Schlagvolumen des Herzens erhöht und gleichzeitig die Pumpleistung beruhigt. Außerdem wird das Blutvolumen des Herzens vergrößert. Als zusätzlicher Nebeneffekt wird Cholesterin abgebaut, was eine Verkalkung der Blutgefäße verhindert. „Davon profitieren auch E-Biker, denn auch Radfahren mit Motor fördert bei Menschen aller Altersstufen die Gesundheit“, verweist Schejbal.

2) Radfahren stärkt das Immunsystem

Radfahrer sind die wahren Künstler im Gesundbleiben, obwohl sie Regen, Wind und Kälte ausgesetzt sind. Diverse Studien haben mittlerweile dokumentiert, was Radprofis in der Praxis beweisen: Körperliche Belastung und Erholung an der frischen Luft erhöhen die Leistungsfähigkeit des Immunsystems. „Es ist äußerst wirksam, sich unterschiedlichen Kälte- und Wärmereizen auszusetzen. Das dient effektiv der Stärkung des Immunsystems und macht widerstandsfähiger gegen Erkältung“, bekräftigt Dauerradfahrer Volker Dohrmann vom Radhersteller Stevens Bikes. Hinzu kommt, dass bei Bewegung an der frischen Luft mehr Licht über die Netzhaut aufgenommen wird, was die Vitaminproduktion fördert und so ebenso die Abwehrkräfte stärkt. Der schützende Effekt tritt jedoch erst langfristig ein. Kurzfristig hingegen kann das Immunsystem besonders nach harten, anaeroben Trainingseinheiten auch geschwächt werden, weil der Anteil der schützenden Lymphozyten abnimmt.

3) Radfahren verbessert die Funktion der Atemwege

Die Lungenfunktion profitiert besonders vom rhythmischen, zyklischen Charakter des Radfahrens. Die Lungen werden dauerhaft mit frischem Sauerstoff versorgt und die erhöhte Atemfrequenz stärkt die umliegenden Muskeln. Eine trainierte Lunge pumpt mehr Luft aus den Lungenflügeln und dadurch kann mehr sauerstoffreiche Luft nachströmen. Verstärkt wird der Effekt beim Radeln im Grünen. Aber Vorsicht: Zu kalte Luft kann zu Problemen führen. „Wenn die Temperatur deutlich in den Minusbereich geht, kann man als Radfahrer auf eine Gesichtsmaske oder ein Schlauchtuch zurückgreifen“, rät Anna Rechtern vom Outdoor-Spezialisten Vaude.

4) Radfahren hilft bei Rückenleiden

Rückenschmerzen rühren meist daher, dass die Muskulatur im Rumpfbereich zu schwach ausgebildet ist. Dazu kommen schlechte Bewegungsgewohnheiten und/oder falsche Sitzhaltungen am Arbeitsplatz. Für einen gesunden, stabilen Rücken sind gerade die tiefer liegenden, kleinen Muskeln zwischen den Wirbeln wichtig – und die werden durch Radfahren gestärkt. „Wichtig ist dabei die richtige Sitzhaltung: Der Oberkörper sollte etwas nach vorne geneigt sein, damit der Körperschwerpunkt möglichst über den Pedalen liegt“, erklärt Sebastian Marten vom Hersteller MTB Cycletech. Außerdem sorgt das regelmäßige Pedalieren dafür, dass chronische Rückenschmerzen gelindert werden. Allerdings können hier keine pauschalen Aussagen getroffen werden, da Rückenleiden ein individuelles Thema sind und bei manchen Problemen das Radfahren die Leiden auch verstärken kann.

5) Radfahren hilft gegen Depressionen

Bereits 30 Minuten Radfahren reichen, um reichlich Endorphine auszuschütten. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich Radler entspannter fühlen und weit weniger an Depressionen leiden als Nichtsportler. Das belegt eine Studie der Universitätsklinik Tübingen. Bei Menschen mit Depressionen würden sich die Blutwerte nach 30 Minuten Radfahren wieder normalisieren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die gleichmäßigen, zyklischen Bewegungen des Pedalierens eine entspannende Wirkung auf die Psyche haben.

6) Radfahren schützt die Gelenke

Da der größte Teil des Körpergewichts vom Rad getragen wird, ist Radfahren besonders gelenkschonend. Die zyklische Be- und Entlastung der Gelenke sorgt dafür, dass die Gelenke besser mit Nährstoffen versorgt und Abbauprodukte entsorgt werden. „Das zählt insbesondere für Kniegelenke“, erklärt der ehemalige Radrennfahrer Marten. Selbst Menschen mit bereits geschädigten Gelenken können durchaus mitradeln – oder alternativ zum Liegerad greifen. „Die liegende Position mit breitem Sitz entlastet den Oberkörper. Auch genießt man einen guten Rundumblick und durch die ergonomische Sitzposition werden taube Gliedmaßen verhindert“, so Alexander Kraft vom Liegeradhersteller HP Velotechnik.

7) Radfahren stimuliert das Gehirn

Oft kommen einem beim Radfahren die besten Ideen – Albert Einstein oder Arthur Conan Doyle sind dabei nur einige Beispiele von bekannten Persönlichkeiten, die sich gerne aufs Rad schwangen. Das liegt daran, dass die Bewegung die Hirndurchblutung anregt, was zu einer besseren Verzweigung der Nervenzellen führt. Das Gehirn wird somit leistungsfähiger.

8) Radfahren verbessert die Koordination

Lenken, Pedalieren, Umschauen, Konzentrieren: Radfahren stellt komplexe motorische Anforderungen. „Zudem werden verschiedene Formen der Wahrnehmung geschult, was gerade bei Kindern die Koordinationsfähigkeit und das Gleichgewicht stärkt“, erklärt Guido Meitler vom Kinderradhersteller Puky. Speziell im Verkehr werden die unterschiedlichen Sinne geschärft. Hinzu kommt, dass durch das Radfahren Transfereffekte für andere Bewegungsformen erzielt werden. „So ist Radfahren auch eine gute Vorbereitung für andere Sportarten“, ergänzt Meitler.

9) Radfahren hilft beim Fettabbau

Ausdauertraining ist eine effektive Methode zum Fettverbrennen. Beim Fahrradfahren kann man sowohl aerobes, intensives, als auch Intervalltraining absolvieren. Bei der besseren Trainingssteuerung helfen entsprechende Leistungsmesser. Hobbyradlern, die ihren Stoffwechsel ankurbeln wollen, rät Mareen Werner von Sport Import, Vertriebspartner von Powertap, zu längeren Strecken mit geringer Intensität. Geübtere Biker sollten sich mit Intervalltraining versuchen, also auch einmal einen kurzen Sprint einlegen. „Trainingspläne helfen, effektiver abzunehmen“, bekräftigt Werner.

10) Radfahren verbessert den Schlaf

Wissenschaftler der Universität Oregon haben festgestellt, dass gerade die Leicht- und Tiefschlafphasen bei aktiven Menschen deutlich besser sind. Dabei ist aber Sport nicht gleich Sport. Radfahren bietet sich insbesondere für Menschen an, die ihre Aktivität in den Abendstunden betreiben. Ausdauersportarten verbessern die Schlafqualität, weil es hier im Gegensatz zu z. B. Ballsportarten nicht um Sieg oder Niederlage geht. Der Körper wird weniger in Aufregung versetzt und schüttet weniger Hormone aus, was das Einschlafen erleichtert.

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Autotechnik fürs Fahrrad

Autotechnik fürs Fahrrad

(Bildquelle: www.pinion.eu| pd-f)

Die Fahrradschaltung grundlegend revolutionieren – diese Idee hatten Christoph Lermen und Michael Schmitz bei der Gründung ihrer Firma Pinion. Ihr Unternehmen ist dieser Tage für den „Deutschen Gründerpreis 2017“ nominiert. Der pressedienst-fahrrad zeigt die Hintergründe des Erfolgs der Getriebeschaltung.

(pd-f/tg) Gute Ideen haben sicher viele – doch diese in die Tat umzusetzen, bedarf Überzeugung und Leidenschaft. Bei den beiden Jung-Ingenieuren Christoph Lermen und Michael Schmitz kamen alle drei Faktoren zusammen. „Grundsätzlich haben wir uns gefragt: Warum sind gerade die feinmechanischen, aber wichtigen Teile einer Schaltung an einem Fahrrad ungeschützt gegenüber Witterung und Schmutz? Das ist bei keinem anderen Fahrzeug der Fall“, erklärt Lermen, der Schmitz bei der gemeinsamen Arbeit bei Porsche kennenlernte. Ihre Idee: Eine Fahrradschaltung mit dem Herz eines Sportwagens bauen. Oder mit Lermens Worten: „Die Technik aus dem Automobil für Fahrräder – zuverlässig, langlebig, wartungsarm und eine feine Gangabstufung ohne Gangüberschneidung.“ Das Ergebnis ist eine gekapselte Getriebeschaltung. Dank des geschlossenen Aufbaus kommt keine Feuchtigkeit an die Schaltteile, damit ist die Getriebeschaltung äußerst wartungs- und Service-arm. Die Idee hatten die beiden Erfinder 2006, bereits zwei Jahre später wurde das Unternehmen Pinion gegründet. 2010 stellten sie dann den ersten Prototyp vor, die ersten Räder mit Zentralgetriebe folgten ein Jahr später. Mit dem Umzug nach Denkendorf 2012 begann anschließend die Serienproduktion. „Wir bieten auf unsere Produkte fünf Jahre Garantie. Das macht kein anderer Schaltungshersteller“, unterstreicht Lermen den hohen Qualitätsanspruch. Einzig ein Ölwechsel nach jeweils ca. 10.000 Kilometern sollte durchgeführt werden. Gefertigt wird übrigens in Denkendorf bei Stuttgart. Auch die meisten Zulieferer stammen aus dieser Region.

Nominierung zum Gründerpreis

Aktuell freuen sich die Pinion-Gründer mit zwei weiteren Unternehmen über die Nominierung zum „Deutschen Gründerpreis“ in der Kategorie „Aufsteiger“. Bedingung: Die Firmen dürfen nicht älter als neun Jahre sein und müssen ein außerordentliches Wachstum aufzeigen. Für Pinion begann die Erfolgsgeschichte mit der Einführung der Getriebeschaltung „P1.18“, die bis heute unverändert das Premiumprodukt der Firma ist. Das Gehäuse besteht aus Aluminum und wird aus einem Block CNC-gefräst – ein aufwendiges Verfahren, das sich auch im Preis der Produkte widerspiegelt. Die P1.18 ist an Rädern ab 3.000 Euro aufwärts verbaut. „Die P1.18 eignet sich sehr gut für Reiseradfahrer. Sie ist in acht verschiedenen Eloxalfarben erhältlich und deshalb gerade für Custom-made-Aufbauten interessant“, beschreibt Stefan Stiener, Geschäftsführer des individuellen Reiseradanbieters Velotraum den Nutzerkreis des Highend-Produkts.

Immer im richtigen Gang

Anders als die gängigen Naben- oder Kettenschaltungen sitzt das Pinion-Getriebe direkt am Tretlager und nicht an der Hinterradnabe. Baulich hat das zur Folge, dass für die Aufnahme ein speziell geformter Rahmen benötigt wird. „Die zentrale Position wirkt sich aber positiv auf das Fahrverhalten der Räder aus“, so Stiener. Beim Schalten lassen sich alle Gänge der Reihe nach oder in beliebigen Gangsprüngen durchschalten – egal, ob das Fahrrad rollt oder steht. Die Kraftübertragung findet über zwei Zahnradpaare statt. „Diese technische Besonderheit sorgt in jedem Gang für ein gleichbleibendes, verlustfreies Fahrgefühl“, meint Pinion-Gründer Lermen. Mit 636 Prozent bietet die P1.18 eine hohe Übersetzungsbandbreite, laut Hersteller die Größte am Markt. „Das Getriebe ist ein Top-Produkt und hat unsere Kunden schon einige Jahre begeistert und überzeugt“, weiß Volker Dohrmann, Leiter Strategie, Produkt und Marketing bei Stevens Bikes, aus eigener Erfahrung. Der Hamburger Fahrradhersteller verbaut bei hochwertigen Trekkingrädern das Premiumprodukt aus Denkendorf.

Kostengünstige Alternative geschaffen

Mit der „C-Linie“ hat Pinion seit vergangenem Jahr eine weitere Getriebelösung im Angebot. Die neuen Produkte werden in einem schnellen, kostengünstigen und ebenfalls aus der Automobilindustrie bekannten Magnesium-Druckgussverfahren produziert. Räder mit C-Linie können deshalb ab 2.000 Euro angeboten werden und sind gerade für Einsteiger interessant. Mittlerweile umfasst das Pinion-Angebot sieben unterschiedliche Zentralgetriebetypen von sechs bis 18 Gängen, abgestimmt auf diverse Einsatzmöglichkeiten. „Mountainbiker, Vielfahrer und Pendler beginnen die Vorzüge zu schätzen. Mit unseren beiden Produktlinien decken wir viele Spektren ab und sind für die Zukunft gerüstet“, ist Lermen überzeugt.

Das wartungsarme Rad

Der Erfolg des jungen deutschen Unternehmens ist jedoch auch eng mit dem Trend der Fahrradbranche zum Service-armen Alltagsfahrrad verbunden. So gewann der Riemenantrieb in den vergangenen Jahren an Popularität. Er steht für eine wartungsarme, langlebige Alternative zur Fahrradkette und sinnbildlich für das Service-arme Radfahren. Das Angebot an Riemenfahrrädern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Riemen ist mittlerweile massenmarkttauglich. „In Verbindung mit einer Getriebeschaltung bekomme ich ein fast wartungsfreies Rad“, meint Frank Schneider vom Riemenspezialisten Gates. Wie sich der technische Fortschritt von P-Linie und Carbonriemen im harten Reisealltag bewährt, testet gerade der Dauerradfahrer Kamran Ali. Der Nürnberger mit pakistanischen Wurzeln ist auf seiner Reise von Feuerland nach Alaska auf der Panamericana nach gut 13.000 Kilometern mittlerweile in Mittelamerika angelangt. Sein Begleiter: Ein „P 18 Lite“ von Stevens (3.799 Euro) mit Gates-Riemen und Pinion-Getriebe.

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200 Jahre Fahrrad – Eine praktische Mobilitätslösung im Wandel der Zeit

200 Jahre Fahrrad - Eine praktische Mobilitätslösung im Wandel der Zeit

(Bildquelle: www.abus.de | pd-f)

Während seiner 200-jährigen Geschichte hat sich der Stellenwert des Fahrrads stark und oft gewandelt: Als Verkehrsmittel lange Zeit geächtet, nach einer Boom-Phase vom Auto verdrängt und jetzt als Klimaretter heroisiert. Der pressedienst-fahrrad gibt einen kurzen Abriss über die spannende Geschichte des Fahrrads.

(pd-f/tg) Die Aussage von Amalie Rother hat für so manchen Radfahrer in der Hauptstadt sicherlich auch heute noch Gültigkeit. Die Berlinerin schilderte ihre ersten Radfahrten durch ihre Heimatstadt als reinsten „Spießroutenlauf, sodass man sich immer wieder fragte, ob das Radfahren denn wirklich alle die Scheußlichkeiten aufwöge, denen man ausgesetzt war.“ Das war 1890. Rother war eine der ersten Damen in Berlin, die sich in der Öffentlichkeit mit einem Fahrrad (vermutlich noch einem Dreirad) zeigten. Sie gründete zudem den ersten Fahrradclub für Frauen in Deutschland und erreichte so eine erste Gleichstellung der Geschlechter in einer von Männern geprägten Gesellschaft. Trotz vieler Widerstände aus gehobenen Schichten, von Ärzten und der Obrigkeit waren bereits zehn Jahre später radfahrende Frauen keine Seltenheit mehr. Doch mussten sie dabei auch gesellschaftliche Zwänge ablegen: Die für das Pedalieren praktischen Hosen waren für Frauen verpönt, Beinzeigen galt als unzüchtig. Mit langen Röcken ließen sich die damaligen Räder jedoch nur schwer steuern. Erst mit der flächenmäßigen Verbreitung des Niederrades (die Idee stammte bereits von Karl Drais und wurde nur durch eine kurze Hochphase der Hochräder unterbrochen) sowie des Schwanenhalsrahmens wurden praktische Möglichkeit geschaffen, Frauen am Radfahren teilhaben zu lassen.

Erste Boom-Phase Ende des 19. Jahrhunderts

Das weibliche Geschlecht ließ sich also nicht mehr vom „Mobilitätswunder“ ausschließen. Industrielle Fertigungsmethoden, verbunden mit günstigen Niederrädern aus Massenproduktion in England oder den USA, brachten dem Fahrrad Ende des 19. Jahrhunderts auch in seinem Geburtsland endlich den ersehnten Durchbruch. Radsportvereine gründeten sich landesweit und die Nachfrage stieg stetig an. Zwischen 1885 und 1897 erhöhten sich die Produktionsmengen in Deutschland von jährlich 5.000 auf 350.000 Räder. Beispielsweise widmeten sich z. B. Opel, Miele oder Dürkopp im Anschluss dem Fahrradbau. „Zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte die Fahrradindustrie in Deutschland eine erste große Boom-Phase. Eine neue Mobilitätslösung für die Massenbevölkerung entstand und viele wollten daran teilhaben“, erklärt Florian Niklaus, Produktmanager beim Fahrradhersteller Winora, dessen Unternehmenswurzeln bis in diese Zeit zurückreichen.

Tiefe Einschnitte durch die Weltkriege

Doch der Aufschwung hatte auch seine Schattenseiten: Fallende Preise sorgten für eine erste Krise, die durch den Ersten Weltkrieg noch verschärft wurde. Erst zu Beginn der 1920er-Jahre lief die Produktion wieder in gewohnten Bahnen. 1927 wurden knapp drei Millionen Fahrräder in Deutschland produziert. Die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg brachten dem deutschen Fahrradmarkt aber ein jähes Ende. Die Nationalsozialisten förderten zwar den Bau von Radwegen, stellten aber im Grunde bereits die Weichen für die Massenmotorisierung durch das Auto. Außerdem wurden in den Hochzeiten des Krieges viele Fahrradfirmen zur Fertigung von Rüstungsgütern genutzt sowie viele Rohstoffe für die Herstellung von Kriegsmitteln verwendet.

Auto überholt zu schnell

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Automobil die treibende Kraft in den Köpfen der Menschen. Das Fahrrad galt hingegen als Arme-Leute-Gefährt. Die Räder selbst wurden immer billiger, was mit einem sinkenden Qualitätsniveau Hand in Hand ging. Viele Fabriken schlossen oder widmeten sich anderen Geschäftsbereichen. Doch es gibt auch positive Beispiele aus dieser Zeit: Die Firma Puky wurde 1949 gegründet und hat sich bis heute zu einem Marktführer für Kinderfahrzeuge entwickelt. „Der Bedarf an speziellen Zwei- und Dreirädern für Kinder war damals wie heute groß. Diesen Markt mit hochwertigen Produkten zu versorgen, war und ist unsere Aufgabe, damit die Mobilität für die ganze Familie gesichert ist“, so Guido Meitler von Puky. Kleinkinder wurden in den Anfängen z. B. in Tragetüchern am Rücken mitgenommen. Doch selbst Kinderanhänger fanden bereits während des ersten Fahrrad-Booms Beachtung, weil ein sicherer Transport möglich war. „Die Modelle sind mit den heutigen zwar technisch nicht vergleichbar, zeigten aber bereits, welchen Stellenwert die Mobilität von Kindern und somit der ganzen Familie hatte“, blickt Hanna Gehlen vom Kinderanhängerhersteller Croozer zurück.

Pleitewelle trifft die Branche

Der deutsche Fahrradmarkt machte nichtsdestotrotz in den 1960er-Jahren eine harte Phase durch: Das Fahrrad wurde schlichtweg nur noch als Ergänzung zum Auto genutzt. Die Klappradwelle gab hier den Weg vor. „Das Fahrrad wurde einfach zusammengeklappt und im Kofferraum mitgenommen, um Kurzstrecken am Zielort zu meistern. Eine smarte Idee, auf der auch die heutigen Falträder basieren. Doch die Qualität der heutigen Produkte ist den früheren Modellen bei weitem überlegen“, erklärt Henning Voss, Geschäftsführer von Voss Spezial-Rad, dem Vertriebspartner der englischen Faltrad-Kultmarke Brompton. Bis in die 1980er-Jahre verlor das Fahrrad immens an Bedeutung, was eine weitere Pleitewelle von Firmen zur Folge hatte.

Ölkrise und MTBs als Retter

Doch zwei Faktoren haben der Fahrradbranche in den Neunzigern neuen Schwung gegeben. Zum einen die Ölkrise – damit einhergehend entwickelte sich in Deutschland eine alternative Szene, die das Fahrrad als Ersatz für das Auto wiederentdeckte. Zum anderen begann die in den USA aufstrebende Mountainbike-Szene nach Europa und Deutschland überzuschwappen. Das Fahrrad war nicht mehr nur an die Straße gebunden, sondern wurde geländefähig und für neue Zielgruppen interessant. „Die Entwicklung des Mountainbikes hat dazu beigetragen, dass sowohl junge Leute als auch Outdoor-Begeisterte sich wieder verstärkt auf das Fahrrad geschwungen haben“, meint Heiko Böhle, Produktmanager von Felt. „Die Fusion der beiden Zielgruppen zeigte sich im anschließenden Trekkingrad-Boom der 1990er-Jahre“, führt Florian Niklaus weiter aus. Das Fahrrad hat seitdem einen Weg eingeschlagen, seinen früheren Stellenwert wieder zurückzugewinnen. Sowohl als Verkehrsmittel als auch als Sportgerät ist es gefragt.

Mehr Öffentlichkeit dank E-Bikes

Seit wenigen Jahren trägt der E-Bike-Schwung mehr und mehr dazu bei, dass das Thema Fahrradfahren zusätzlich mehr Öffentlichkeit gewinnt. „Elektroräder sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken und eine praktische Mobilitätslösung für Pendler, ältere Menschen, aber auch Sportler und Fitness-Interessierte“, so Anja Knaus vom schweizerischen E-Bike-Pionier Flyer. Das Thema wird die Fahrradzukunft prägen und dabei für einige interessante Entwicklungen und Neuheiten sorgen.

200 Jahre altes Problem: die Infrastruktur

Generell hat sich der Fahrradmarkt in Deutschland in seiner 200-jährigen Geschichte stets wieder neu erfunden. Doch eins wurde seit jeher im Geburtsland des Fahrrads verschlafen: Eine passende Infrastruktur für das Fahrrad zu entwickeln. „Die Stadtplanung in Deutschland ist seit vielen Jahren autofixiert. Das ist historisch gewachsen und wird leider vielerorts noch weitergeführt. Doch es gibt einige gute Beispiele, wo das Fahrrad offensiv und frühzeitig in die Planung sinnvoll einbezogen wird. Diese Städte werden langfristig einen Vorteil in Sachen Lebensqualität, Luftreinheit und Mobilitätsgeschwindigkeit und somit im Wettbewerb um neue Einwohner, Firmen und Arbeitnehmer haben. Und wir können bei dieser Entwicklung unterstützen“, freut sich Andreas Hombach vom Stadtmöblierer WSM.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Trend Bikepacking – die Grundausstattung für das Abenteuer

Trend Bikepacking - die Grundausstattung für das Abenteuer

(Bildquelle: www.ortlieb.com | Russ Roca | pd-f)

(pd-f/gf) Bei einem Microadventure oder Bikepacking braucht man keine große Streckenplanung, denn das Abenteuer in der Natur startet direkt vor der Haustür. Wichtig ist hingegen die Wahl der passenden Ausrüstung. Freilich kann man auf Dachboden und im Keller die Ausrüstung aus Jugendzeiten bei den Pfadfindern zusammensuchen. Das schont erst einmal das Budget, bringt aber auch den Standard in Sachen Komfort, Gewicht und Funktionalität aus der Vergangenheit mit sich. Deshalb lohnt ein Blick auf aktuelle Camping- und Outdoor-Ausrüstung. Es gibt sogar bereits Dinge, die speziell für Microadventures mit dem Rad entwickelt wurden. Bikepacker Gunnar Fehlau zählt für den pressedienst-fahrrad die elementare Grundausrüstung auf, die er bei jedem Radabenteuer dabei hat.

1. Große Taschen

Die Taschen sind der augenfälligste Unterschied zwischen dem Bikepacking und klassischen Radreisen. Der Bikepacker schnürt sein Taschen-Set direkt am Rahmen fest und verzichtet auch gerne auf einen Gepäckträger. Ich freue mich sehr, dass Bikepacking-Taschen auch in wasserdichter Ortlieb-Qualität zu bekommen sind. Das „Seat-Pack“ mit Ventil lässt sich einfach straff und steif am Rad befestigen und das „Accessory-Pack“ ist eine Offenbarung in Sachen Ordnung und schnellem Zugriff.

2. Kleine Taschen

Die kleinen Taschen für Oberrohr und Cockpit sind für den Bikepacker das, was vielen eine Handtasche in der Stadt ist: Mann oder Frau hat sie immer dabei. Ein Pionier ist aus meiner Sicht immer noch einer der Platzhirsche: Revelate Designs. Eine Fahrt ohne „Jerrycan“ (fürs Werkzeug), „Gastank“ (Snacks) und „Mountain Feedbag“ (Kamera, Handy, Ministativ) ist für mich schlicht undenkbar. Die Taschen sorgen für schnellen Zugriff. Am Boden des Feedbags liegt ein kleiner, wasserdichter Packsack zusammengerollt bereit, um bei Wetterumbruch die Technik zu schützen.

3. Lager-Jacke

Selbst im Hochsommer habe ich immer eine Jacke dabei, spätestens nach der Fahrt brauche ich sie im Lager. Früher habe ich auf Daunen gesetzt. Nun bin ich mit Primaloft unterwegs, denn diese Kunstfaser ist weniger witterungssensibel und lässt sich auch auf dem Rad tragen. Das ist ein gewichtssparender Doppelnutzen. Zurzeit trage ich eine „Men’s Minaki Jacket“ von Vaude. Clever: Das langgezogene Heck der Jacke wärmt die Nieren beim Radeln und am Lagerfeuer.

4. Lager-Hose

Was für die Lager-Jacke gilt, trifft auch auf die Hose zu. Sie ist immer dabei und sollte auf dem Rad und im Lager einsetzbar sein. Auch hier halten Kunstfasern Einzug. Die Parallelen zur Jacke gehen sehr weit. Mein Favorit stammt vom gleichen Hersteller und aus der gleichen Serie: „Men’s Minaki Shorts II“. Die neuste Generation hat Lüftungsnetze mit Reißverschlüssen an den Beinen, sehr praktisch in den Bergen! Jacke wie Hose verpacke ich im Sommer im „Seat-Pack“; in kühleren Jahreszeiten kommen sie zuvorderst ins „Handlebar-Pack“ von Ortlieb. So sind sie bei einem Temperaturumschwung schnell griffbereit, ohne dass nach dem Entnehmen die komplette Tasche nochmals festgezurrt werden muss.

5. Schlafsack

Der „Passion Three“ von Yeti ist seit fast zehn Jahren eine Konstante in meiner Packliste. Er ist mit knapp über 500 Gramm äußerst leicht und liefert kombiniert mit Radkleidung und Biwaksack oder Inlay Behaglichkeit bis Richtung Gefrierpunkt.

6. Isomatte

Isomatten haben in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen: Sie sind viel leichter, kleiner und bequemer geworden. Dafür braucht man viel Atem beim Aufpumpen oder bedient sich eines Pumpsacks. Dieser ist in jedem Falle zu empfehlen, da so kein Speichel ins Ventil gelangt und dort bei Minustemperaturen gefriert. Ich habe zwei Modelle im Einsatz. Im Sommer bin ich mit einer „NeoAir Xlite“ von Therm-a-Rest unterwegs und im Winter bette ich mich auf einer mit Primaloft gefütterten „Norrsken Large“ von Vaude. Schlafsack und Isomatte verstaue ich platzsparend in Fahrtrichtung ausgerichtet im „Seat-Pack“. Kleiner Trick: Ich benutze für den Schlafsack einen alten Isomatten-Packsack. Der hat einen kleineren Durchmesser, ist aber dafür länger. So passen Matte und Schlafsack besser in die Trichterform und die „Seat-Pack“ lässt sich einfacher schwingungsstabil festschnallen.

7. Schlauchtuch

Ein Schlauchtuch ist Helmmütze, Halstuch, Schlafmütze und Kopfkissenbezug (einfach die Lager-Jacke hineinrollen) in einem. Das erklärt, warum ich meistens zwei Stück dabei habe … wer will auf einem Kopfkissen schon auf warme Ohren verzichten? Meine beiden Begleiter gab es als Werbegeschenke zur Eurobike.

8. Stirnlampe

Meine Stirnlampe hat mittlerweile Aussetzer, ein namenloser Notkauf in einem Trekkingladen mitten in den Vogesen. Auf dem Wunschzettel steht nun die „Novalite“ von Edelrid: Leicht, klein, stabil und bezahlbar. Die Batterien sind kompatibel mit meinem GPS-Gerät, was die Ersatzteilversorgung einfach macht. Sie hat auch genug Leuchtkraft, um als Notbeleuchtung auf dem Rad zu fungieren.

9. Grillrost & Feuerstarter

Lagerfeuer und Grillen gehören für mich zu einem richtigen Abenteuer einfach dazu. Der Rost kommt von „Rutalocura“ aus den USA und ist dank Titan federleicht. Auf Steine oder dicke Hölzer gelegt, ist es der perfekte Bikepacker-Grill. Zum Transport am Rad packe ich den Grill in eine Ziplock-Tüte und dann als ersten Gegenstand in die „Frame-Pack“ genannte Rahmentasche von Ortlieb. Ich habe stets noch feine Stahlwolle dabei, die dient aufgezupft als Feuerstarter und zum Reinigen des Grills. Wenn Zeit und Muße es zulassen, wird das Feuer ohne Streichhölzer entfacht. Dafür habe ich den „Ultimate Fire Starter“ von Vargo dabei.

10. Gutes Messer

Sie sind an Multitools und Fahrradwerkzeugen, gehören aber eigentlich zwischen eigene Schalen: Kein Multitool hat eine wirklich gute Klinge, deshalb keine Tour ohne separates, hochwertiges Messer. In meiner Rahmentasche verschwindet stets eines der „556“-Serie von Benchmade. Es gibt Unternehmen, die haben diese hochwertigen Messer spendabel als Werbegeschenk mit Firmenlabel aufgelegt und wenn man dann zur richtigen Zeit am richtigen Platz ist … Danke nochmals!

11. Erste-Hilfe-Set

Erste-Hilfe-Sets hat man dabei und ist stets sehr zufrieden, wenn man sie anschließend zuhause unbenutzt wieder ins Regal legt. So soll es sein, dennoch bitte niemals ohne. Mein Begleiter ist das „First Aid Kit Bike Essential“ von Vaude. Was genau drin ist, habe ich vergessen, da ich es länger nicht gebraucht habe … sehr gut! Mit einem Gummi habe ich noch einen Not-Biwak-Sack („Biwak LW“, ebenfalls Vaude) ans Set befestigt.

12. Kabelbinder & Gaffa-Tape

Ein Sortiment von rund einem Dutzend Kabelbindern wiegt nicht viel und kann bei allerlei Improvisationsmaßnahmen guter Helfer sein. Gleiches gilt für ein paar Meter Gaffa-Tape (mein Favorit ist Gorilla-Tape), die ich um meine Mini-Pumpe gewickelt habe.

Zu diesen Dingen gesellen sich noch Radbekleidung, Kulturzeug, Werkzeug fürs Rad und Verpflegung samt Getränken und schon kann das Abenteuer starten. Wann beginnst Du?

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mit einem Bambusrad durch Westafrika

Mit einem Bambusrad durch Westafrika

(Bildquelle: www.my-boo.de | Patrick-Martin Schröder | pd-f)

Patrick Martin Schröder hat sich das Ziel gesetzt, alle Länder dieser Welt mit dem Fahrrad zu erkunden. Aktuell hat der „Worldbicyclist“ 148 Nationen bereist. Seine letzte Tour führte ihn zwei Monate nach Westafrika. Sein Gefährt: Ein Fahrrad aus Bambus, das in Ghana produziert wird. Mit dem pressedienst-fahrrad sprach Schröder über seine Erlebnisse in Afrika, den Besuch der Bambusfahrradfabrik in Ghana und seine Fahrräder.

Hallo Patrick, seit gut zehn Jahren brichst du jährlich auf eine mehrmonatige Fahrradtour auf. Deine letzte Reise führte dich in den Westen Afrikas. Welche Länder hast du dort bereist?

Patrick Martin Schröder: Meine letzte Tour habe ich in Accra in Ghana begonnen. Von dort ging es nach Togo und Benin die Küste entlang, dann Richtung Norden nach Niger und Burkina Faso. Von dort zurück in den Süden durch die Elfenbeinküste nach Ghana. Im Endeffekt ein großer Kreis durch Westafrika. Insgesamt bin ich innerhalb von 55 Tagen knapp 5.000 Kilometer gefahren. Dadurch, dass ich zwei Wochen festsaß und auf Visa gewartet habe, hatte ich allerdings nur 40 Fahrtage. Zusammengenommen war ich bisher bei drei Touren in 45 afrikanischen Ländern.

Die Region Westafrika ist in Deutschland vor allem durch die negativen Schlagzeilen zur Ebola-Verbreitung vor drei Jahren bekannt. Wie schaut der Alltag der Bevölkerung heute aus?

Der Alltag hat sich in keiner Weise durch Ebola geändert. In den sechs genannten Ländern gab es keine Ebola-Fälle. In den anderen Ländern, in denen es tatsächlich eine Epidemie gab, ist das tägliche Leben auch dasselbe wie vorher. Als Ebola 2014 in Guinea, Sierra Leone und Liberia ausbrach, war ich vor Ort. Es war in den westlichen Medien eine viel größere Sache als im normalen Leben der Leute. Im gleichen Zeitraum sind mehr Menschen bei Autounfällen in der Region gestorben. Die Malaria tötet dort ca. eine Million Menschen jedes Jahr. Die rund fünftausend Ebola-Opfer sind tragisch, fallen aber im gesamten Bild kaum ins Gewicht.

Hattest du auf deiner Tour Angst vor Kriminalität oder Stress mit Behörden?

Nein. Ich wurde zwar auf meinen Touren mitunter bestohlen und einmal mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt, aber irgendetwas Schlimmes ist bislang nicht passiert. Behörden, in diesem Falle hauptsächlich Botschaften und die Visaformulare, nerven meist, sind aber nicht unüberwindbar. Leider habe ich auf dieser Reise ein Visum für Nigeria nicht bekommen, daher konnte ich das Land nicht besuchen. Das nigerianische Visum hätte ich in Berlin beantragen müssen. Das habe ich aber erst in den Botschaften in Accra und Lome erfahren. Für gewöhnlich beantrage ich die Visa auf Tour, von einem Land zum nächsten.

Radfahren soll Menschen in Afrika zu mehr Mobilität verhelfen. Das World Bicycle Relief macht sich beispielsweise seit Jahren für mehr Fahrräder in Afrika stark. Welche Bedeutung hat Radfahren in Afrika mittlerweile bekommen?

Das kommt stark auf das Land an. In ärmeren Ländern und vor allem ländlichen Gebieten ist der Besitz eines Fahrrades vor allem für Schulkinder und Studenten sehr wichtig. Oft werden statt Fahrrädern aber auch Motorroller oder Mopeds genutzt. In manchen Ländern, wie Uganda, Ruanda oder Burundi, habe ich sogar Fahrradtaxis gesehen. Auch Arbeiter transportieren viele Güter auf Fahrrädern. Allerdings werden die Räder dann oft nicht gefahren, sondern geschoben. Denn es geht nicht unbedingt um die Geschwindigkeit, sondern hauptsächlich darum, dass das Gewicht nicht getragen werden muss. Auf dieser Reise habe ich in fast jedem Land Eisverkäufer-Fahrräder gesehen: Wie ein Eiswagen, nur kleiner, mit einer Kühlbox am Lenker. Langdistanzfahrten oder Radfahren als Freizeitspaß, wie in Europa, sind allerdings extrem selten.

Du warst mit einem Bambusbike von My Boo unterwegs. Das Unternehmen lässt seine Räder in Ghana fertigen. Warum hast du die Tour mit diesem Bike unternommen?

Ich habe über Ghana recherchiert, so wie ich es vor jeder Reise mache. Als Deutscher, der nach Ghana fährt, zu erfahren, dass es in Ghana eine Radfirma gibt, die nach Deutschland liefert, war schon ein wunderschöner, passender Zufall. Noch dazu versuche ich, jedes Jahr einen anderen Typus Fahrrad zu testen. Bambus bin ich noch nie gefahren, daher war es zusätzlich für mich von Interesse.

Bambusräder sind meist als Lifestyle- und Stadträder im Einsatz. Wie hat sich das Rad auf einer längeren, abwechslungsreichen Tour gefahren?

My Boo bietet sowohl Stadt- als auch Tourenräder und E-Bikes an. Ich habe mir ein leichtes Rennrad mit einer Einfach-Schaltung (ein Kettenblatt an der Kurbel mit bis zu zwölf Ritzeln am Hinterrad, d. Red.) zusammengestellt. Steile Hügel sind mit diesem Setup zwar schwerer zu erklimmen, aber zwei Faktoren machten diese leichter für mich: Erstens trage ich sehr wenig Gepäck mit mir, zweitens hatte mein Rad auch einen Pedelec-Antrieb. Die Reise war also nicht nur die erste, die ich mit einem Bambusrahmen gefahren bin, sondern auch meine erste E-Bike-Reise.

Die Straßen in Afrika sind nicht mit den unsrigen zu vergleichen. Sind Probleme mit dem Material während der Tour aufgetreten und wie konntest du diese beheben? Ein Fahrradfachhändler war ja sicherlich nicht in direkter Nähe.

Die Straßen waren ein Mix von sehr gut bis sehr schlecht. Probleme gab es kaum; hauptsächlich hatte ich mit Platten zu kämpfen. Ein Zoll schmale Rennradreifen neigen einfach leichter zu Durchschlägen. Ich hatte dazu eine einzelne gebrochene Speiche und einen Riss im Bambusrahmen, welcher sich allerdings als harmlos herausstellte. Als geübter Tourenradler trage ich alles Wichtige an Werkzeug und Ersatzteilen bei mir. Bisher hatte ich auf keiner meiner Fahrten ein Radproblem, das mich zum Stoppen gezwungen hätte. Platten können geflickt, Speichen ersetzt, Brems- und Schaltzüge nachgestellt werden.

Ein Riss im Rahmen klingt aber gefährlich. Warum war dieser harmlos? Liegt das an der Materialeigenschaft von Bambus?

Keine Ahnung. Ich weiß über die Materialeigenschaften eben so viel wie jeder andere. Insgesamt hatte ich drei kleinere Risse und einen großen Riss. Als ich ihn das erste Mal entdeckt habe, war ich natürlich besorgt und habe My Boo geschrieben. Die Antwort war, dass der Riss harmlos ist und ich mir keine Sorgen machen soll. Glücklicherweise behielten sie Recht; er ist weder größer geworden noch hat er die Fahrt beeinträchtigt. Es war ein zwölf Zentimeter langer Riss im Unterrohr, mit dem ich ohne Probleme über 3.000 Kilometer gefahren bin.

Statement der Firma My Boo: „Der von uns verwendete Bambus ist ein Naturrohstoff. Aufgrund der Längsfaserung des Bambus kommt es in einigen Fällen während des Trocknungsprozesses oder auch danach zur Bildung kleinerer Faserrisse. Die Risse im Bambusrahmen entstehen längs der Faserrichtung und haben somit keinen Einfluss auf die Fahrstabilität oder die Stabilität des Rahmens. Ein Riss im Rahmen ist deshalb unbedenklich und die Funktionsweise des Fahrrads bleibt, wie das Beispiel von Patrick Martin Schröder zeigt, davon unbeeinflusst. Auftretende Haarrisse sollten jedoch mittelfristig behandelt werden, damit keine Feuchtigkeit in den Rahmen eindringt, was ihn langfristig schädigen könnte. Unsere Fachhandelspartner erhalten präventiv ein Reparaturkit, mit dem sie die Risse wieder verschließen können. Wir sind von der Stabilität des natürlichen Rohstoffs überzeugt und geben deshalb fünf Jahre Garantie auf unsere Bambusrahmen.“

Hat dich deine Tour auch einmal in den Mampong District geführt, wo die Bambusräder von My Boo gefertigt werden?

Ja, mein letztes Ziel auf der Tour war die Werkstatt, in der die Rahmen hergestellt werden. Kwabena, der Besitzer, setzt sich auch privat sehr für die Firma ein. So habe ich in seinem Haus eine Nacht verbracht. Auch Felix, ein Deutscher, der derzeit einen Teil eines Freiwilliges Sozialen Jahres bei ihnen absolviert, wohnt dort. Die gesamte Belegschaft war sehr aufgeregt, als ich vorbei gekommen bin. Sie sehen meist nur die Rahmen, nicht aber die relativ teuren europäischen Räder, welche erst in Deutschland fertiggestellt werden. Darum war mein Besuch für beide Seiten ein Erlebnis.

Wie kann man sich den Arbeitsalltag dort vorstellen? Dreht sich in diesem Dorf alles um Bambusräder?

In der Werkstatt wird morgens angefangen, wenn Kwabena die Arbeiter mit seinem Pickup einsammelt. Alle wohnen in den umliegenden Orten und durch das Fehlen von öffentlichen Verkehrsmitteln wird sein Pickup als der „BambooBus“ bezeichnet. Zwei Fahrten und alle Arbeiter sind da. Es wird den Tag über gearbeitet, geschmirgelt, gefeilt, gesägt und geklebt. Gegen 17 bis 18 Uhr ist Feierabend und Kwabena fährt alle wieder nach Hause. Vielleicht etwas sozialer als eine Firma in Deutschland, aber nicht grundlegend anders.

Ich glaube allerdings nicht, dass sich viele Menschen in den Orten mit Bambus oder Bambusrädern beschäftigen. Die Fabrik ist ein kleines Geschäft unter vielen. Die Stadt Agona, zehn Kilometer entfernt, hat 70.000 Einwohner. Kumasi, 45 Kilometer entfernt, über zwei Millionen. Die zwei, drei Dutzend Arbeiter in der Bambusrahmenfabrik sind verhältnismäßig wenige.

Durftest du auch einmal selbst Hand anlegen?

In der Werkstatt nicht, allerdings habe ich auch nicht darum gebeten. Felix, der ein halbes Jahr in der Gegend bleibt und ursprünglich bei einem Schulbau mitgeholfen hatte, arbeitet in der Werkstatt und baut Rahmen.

Mit welchen Rädern warst du ansonsten unterwegs und was muss bei der Wahl des Materials für eine lange Radreise beachtet werden?

Bisher bin ich mit einem Hardtail, einem Citybike, einem Sportrad, einem Trekkingbike, einem Rennrad, einem Fully, einem Faltrad und nun dem Bambusbike gefahren. Die Wahl des Rahmenmaterials ist rein persönliche Vorliebe, die kaum einen Einfluss auf die Tour hat. Aluminium ist meiner Ansicht nach die beste Wahl vom Preis-Leistungs-Verhältnis. Titan ist sicherlich die beste Wahl, wenn man nicht den Preis beachten muss. Carbon ist anfälliger für eventuelle Unfallschäden. Allerdings gibt es auch Leute, die mit Carbon um die Welt fahren.

Bambus ist zwar etwas schwerer als die Alternativen, aber ein echter Hingucker. Es hält auch strapaziöse Touren aus. So waren etwa drei Franzosen mit Bambus im Kaschmirgebirge unterwegs, oder ein deutsches Pärchen ist nach China gefahren. Oder halt meine Tour durch Westafrika.

Warum hast du dich auch einmal für ein Faltrad entschieden?

Brompton stellt die kleinstfaltenden und legendären Falträder her. So bin ich zumindest auf diese bestimmte Firma gekommen. Das Rad selber wollte ich für eine Reise durch kleine Inselstaaten und Länder mit geschlossenen Landesgrenzen. Ich habe inzwischen fast alle Länder auf allen Kontinenten bereist; die meisten fehlenden Länder sind Inseln. Dafür muss ich Flüge buchen, wobei ein Fahrrad sehr kompliziert zu transportieren ist. Falträder sind eine gute Lösung, wenn man viel fliegt. Auf einer Tour habe ich 15 Flüge mit dem Brompton gemacht, ohne dass ich weder für das Fahrrad extra zahlen musste noch eine Radbox brauchte.

Was sind deine nächsten Ziele?

Als nächstes Land will ich Algerien besuchen. Dann plane ich die Klettersteige in den Dolomiten und überhaupt Wandertouren in Europa. Mittelfristig befasse ich mich mit einer größeren Tour durch Ostafrika: Südsudan, Kongo, Uganda, Tansania, Madagaskar, Seychellen, Komoren und Mauritius. Dabei hoffe ich, den Kilimandscharo mit dem Fahrrad besteigen zu können. Der längste Downhill Afrikas ist ein aufregendes Ziel!

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Das ökologische Fahrrad

Das ökologische Fahrrad

(Bildquelle: www.vaude.com | pd-f)

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, zeigt sein grünes Image und tut etwas für die Umwelt. Und auch bei der Produktion von Fahrrädern und Zubehör sind nachhaltige Lösungen ein stetig wachsender Faktor. Der pressedienst-fahrrad zeigt ausgewählte Unternehmen, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen stark machen.

(pd-f/tg) Streng genommen ist das Fahrrad nicht ökologisch. Denn die Ökologie im eigentlichen Sinne erforscht die Beziehungen von Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt. Doch der Begriff steht synonym für den Umweltschutz. Und in diesem Zusammenhang ist Fahrradfahren im täglichen Gebrauch nach dem Zu-Fuß-Gehen die umweltverträglichste Form der Fortbewegung. Der umweltschonende Charakter wird durch eine ökologische Produktion von Fahrrädern und Zubehör noch verstärkt. Unternehmen aus der Fahrradbranche achten mehr und mehr darauf, sich für den Umweltschutz zu engagieren. Das beginnt bereits mit einfachen Schritten, wie das Beispiel von Busch & Müller zeigt. Der Beleuchtungshersteller nutzt gesammeltes Regenwasser für den Kühlungsprozess seiner Kunststoffspritzerei. Das heiße Wasser wird anschließend für die Fußbodenheizung genutzt, weiteres Regenwasser zur Toilettenspülung verwendet. „In unserem kompletten 5.000-Quadratmeter-Neubau wird also Wasser verwendet, das eh schon da ist“, so Marketing-Manager Sebastian Göttling.

Ein Fahrrad aus Bambus

Warum die Rahmen nicht komplett aus nachwachsenden Rohstoffen bauen, dachten sich die Gründer der jungen Fahrradmarke My Boo. Das Kieler Unternehmen verkauft Fahrräder aus Bambus. Diese werden in Ghana per Hand gefertigt und anschließend nach Deutschland verschifft. Von der Qualität unterscheidet sich der natürliche Rohstoff kaum von den gängigen Fahrrädern aus Aluminium oder Carbon, erklärt PR-Manager Felix Habke. „Der Vorteil von Bambus ist jedoch, dass das Rahmenmaterial schnell und einfach nachwächst. Binnen ca. zwei Jahren sind die Bambusrohre so weit, dass sie zum Rahmenbau verwendet werden können“. Obwohl Bambus theoretisch auch in Deutschland angebaut werden könnte und somit die Transportwege entfallen würden, wird die Produktion in Afrika nicht in Frage gestellt. „Wir unterstützen zusätzlich soziale Projekte in Ghana und zahlen so einen Anteil an die dortige Dorfgemeinschaft zurück, indem wir z. B. den Bau einer Schule finanzieren. Nicht nur ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch soziale Nachhaltigkeit ist für uns wichtig“, bekräftigt Habke.

Umweltfreundlicher Produktlebenszyklus

Durch die enge Verbindung mit den Arbeitern in Ghana sind die Kieler über die ökologische Herkunft des Rahmenmaterials gut informiert. Schwieriger wird hingegen eine Überprüfung, wenn große Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit vielen Zulieferern angewiesen sind. Eine nachhaltige Produktion ist jedoch für den Bekleidungsspezialisten Vaude aus Tettnang ein erklärtes Ziel und ein wesentlicher Faktor der Firmenphilosophie. Mit dem „Green-Shape“-Label bietet Vaude deshalb funktionelle, umweltfreundliche Produkte aus nachhaltigen Materialien an. Um das Label zu erhalten, muss ein Produkt ressourcenschonend hergestellt sein: Der Ausschluss von PFC ist dabei ebenso wichtig wie der Einsatz von umweltfreundlichem, bestmöglich sogar recyceltem Material. Doch Green Shape ist noch mehr: Es steht für die Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette. Zulieferer sowie Produktionspartner in Asien werden nach strengen Kriterien der Fair Wear Foundation ausgewählt und regelmäßig überprüft. Vaude ist stolz auf diesen Weg und weitet ihn stetig aus. „In der aktuellen Bekleidungskollektion Sommer 2017 stellen wir bereits 88 Prozent des Sortiments nach unseren strengen Vorgaben für ein Green-Shape-Produkt besonders umweltfreundlich her“, erklärt PR-Managerin Stephanie Herrling. Umweltschutz, ressourcenschonende Herstellung und Arbeiterrechte gehen bei Green Shape Hand in Hand.

Haltbarkeit der Produkte verlängern

„Reparieren statt wegwerfen“, ist außerdem ein großes Thema bei Vaude, das in ähnlicher Weise auch beim Taschenhersteller Ortlieb in Heilsbronn Anklang findet. „Hochwertige Produkte leben länger, sind im Einsatz überlegen und schonen Ressourcen. Noch dazu machen sie den Kunden glücklicher“, erklärt PR-Manager Peter Kühn. Der Taschenhersteller fertigt komplett in Deutschland, bezieht seine Rohstoffe und Materialien von Partnern vor Ort und achtet bei der Wahl der Zulieferer auf die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards. „Über 70 Prozent des Materials für unsere Produkte stammt aus Deutschland. Das hat den Vorteil, dass es hierzulande sehr hohe Sozial- und Umweltstandards gibt. Außerdem werden die Transportwege emmissionsarm gehalten und wir können die Lieferkette besser nachvollziehen“, so Kühn. Sowohl Vaude als auch Ortlieb legen ihr Engagement in sogenannten Nachhaltigkeitsberichten offen, die auf den Einklang mit anerkannten branchenspezifischen nationalen sowie internationalen Standards verweisen.

Produktion auf kurzem Weg

Dass solche Ideen auch bei Fahrradkomponenten funktionieren können, beweist das baden-württembergische Unternehmen Pinion. Die Zentralgetriebeschaltungen aus Denkendorf bei Stuttgart sind äußerst wartungsarm und zeichnen sich durch eine extrem lange Haltbarkeit aus. Zudem werden sie in Deutschland gefertigt. Wo zugelieferte Bestandteile nötig sind, werden diese aus der näheren Umgebung bezogen, wodurch auch hier die Umweltbelastung durch den Transport gering gehalten werden. Zudem ist die Einhaltung von Umweltstandards bei der Produktion in Deutschland höher und kann besser kontrolliert werden. „Das Fahrradfahren steht für eine ökologische Trendwende. Es ist deshalb aus unserer Sicht sinnvoller, auch bei der Produktion auf regionale Produkte ohne lange Transportwege zu setzen“, begründet Andrea Escher von Pinion den Schritt. Der Hersteller setzt seit seinem Bestehen auf deutsche Zulieferer, ist bislang jedoch einer von wenigen Fahrradteilelieferanten, die diesen Weg gehen. Viele Wettbewerber lassen ihre Rahmen und Teile aus Kostengründen bei Produktionspartnern in Kambodscha, China oder Taiwan fertigen.

Fahrradfertigung wieder in Europa

Deshalb kam im letzten Jahr die Ankündigung großer, namhafter Fahrradproduzenten, einen Teil der Fertigung von Asien wieder zurück nach Europa zu holen, etwas überraschend. Portugal und Osteuropa rücken vermehrt in den Mittelpunkt des Interesses. Der große Vorteil für die Unternehmen liegt in erster Linie in den kürzeren Lieferzeiten. Ein Containerschiff aus Asien ist rund vier bis sechs Wochen unterwegs. Durch eine marktnahe Produktion kann man flexibler reagieren, wie das Beispiel von Faltradlegende Brompton zeigt. „Brompton produziert seit seinen Anfangsjahren direkt in London. Das Unternehmen ist stolz auf seine britischen Wurzeln“, erklärt Henning Voss vom Importeur Voss Spezial-Rad. Für den Brompton-Partner ist es ein logischer Schritt, dass der Faltradbau gerade in einer europäischen Metropole stattfindet. „Dadurch können Nachlieferungen schneller erledigt werden und Europa ist einfach der momentan stärkste Markt, obwohl die Produkte auch weltweit gefragt werden“, so Voss.

Recycling statt Neugewinnung

Dabei machen lange Transportwege bei der Ökobilanz nur einen marginalen Teil der Gesamtrechnung des CO2-Ausstosses aus. Viel stärker fällt die Materialherstellung ins Gewicht, wie beim Reifenhersteller Schwalbe. Beim Marktführer bestehen die Reifenschläuche aus widerstandsfähigem Butyl-Kautschuk, dessen Herstellung äußerst aufwendig ist. Deshalb hat Schwalbe ein spezielles Recyclingverfahren für Schläuche entwickelt. Für die Umsetzung wurde am Werk in Indonesien ein eigenes Devulkanisationsverfahren erstellt, das die Rohstoffe aus alten Schläuchen wieder nutzbar macht. Die gebrauchten Schläuche werden von Fahrradfahrern beim Fachhändler abgeben, der sie dann an Schwalbe weiterleitet. Dass die Produkte anschließend von Deutschland nach Indonesien und wieder zurück per Schiffscontainer gefahren werden, wirke sich laut Hersteller auf die Energiebilanz positiver aus als die Fertigung neuen Butyls. „Die Energiebilanz ist unter Einbeziehung aller Transportwege sogar äußerst positiv. Das Recycling braucht nur ein Fünftel der Energie im Vergleich zur Neuherstellung“, erklärt Marketingleiterin Doris Klytta.

Ein ähnlicher Kreislauf soll in Zukunft europaweit flächendeckend für alte und gebrauchte Akkus von E-Bikes installiert werden. Bislang wird die Rücknahme in den EU-Ländern verschieden gehandhabt. Eine gemeinsame Lösung liegt aber im Interesse vieler Marktteilnehmer. Als Problem erweist sich jedoch der Verbraucher, der noch zu häufig Elektroschrott über den Hausmüll entsorgt. Bei E-Bike-Akkus handelt es sich um ein Gefahrengut, das fachgerecht entsorgt werden muss bzw. wieder aufbereitet wird. Die verwendeten Seltenen Erden sind kaum umweltverträglich zu fördern und auch in naher Zukunft erschöpft. Deshalb ist ein aufwendiger Recyclingprozess notwendig. Zudem sollen zukünftige Akkus leichter werden, aber auch eine höhere Kapazität bekommen. Die Bundesregierung möchte außerdem durch Subventionen Unternehmen zur Zellfertigung in Deutschland anregen. Bislang werden rund 90 Prozent der E-Bike-Zellen in Asien gefertigt.

Material anders genutzt

Wie sinnvolles Recycling bereits funktioniert, zeigt Fahrer Berlin. Das Unternehmen fertigt Accessoires wie Schutzhüllen, Hosenbänder oder Taschen für Radfahrer. „Wir setzen dabei auf recyceltes Material von Lkw-Planen, Werbebannern oder Bootsabdeckungen. Dadurch entstehen einzigartige, individuelle Produkte“, erklärt Firmengründer Joachim Leffler. Um zusätzlich Transportkosten einzusparen, findet ein Großteil der Fertigung in der Nähe von Berlin statt. Die Nachfrage hätte über die Jahre hinweg immer stärker zugelegt: „Das zeigt, dass recycelte Produkte von den Leuten gewünscht werden“, so Leffler.

Das ökologische Fahrrad ist also kein Wunschdenken, sondern Wirklichkeit. Viele Firmen reagieren und achten bei der Produktion auf nachhaltige Verfahren. Und auch jeder Radfahrer kann selbst bei Kleinigkeiten die Umweltverträglichkeit berücksichtigen: Einfach bei der Radtour seinen Müll wieder mitnehmen und nicht einfach im Wald oder auf dem Berg liegen lassen. Oder zum Fahrradputzen auf einen biologisch abbaubaren Reiniger setzen, z. B. von Pedro“s. Ein kleiner Schritt für einen selbst, aber bereits ein Zeichen an die Umwelt.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Bikepacking oder Radreise: Die passende Ausstattung für die Fahrradtour

Bikepacking oder Radreise: Die passende Ausstattung für die Fahrradtour

(Bildquelle: www.ortlieb.com | pd-f)

(pd-f/tg) Radreisen stehen in Deutschland hoch im Kurs. 4,5 Millionen Radfahrer haben 2015 laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) eine Radreise mit mindestens drei Übernachtungen absolviert. Richtige Abenteurer verzichten jedoch auf das Hotelzimmer und übernachten in der freien Natur. Der Trend „Bikepacking“ ist in Deutschland angekommen und gewinnt immer mehr Fans. Taschenspezialist Ortlieb erweitert deshalb zum heutigen Start der US-amerikanischen Fahrradschau Sea Otter Classic seine noch junge Bikepacking-Linie. Der pressedienst-fahrrad zeigt, welche Tasche sich 2017 für welche Radreise eignet.

1) Die Nacht im Wald für sportliche Abenteurer

Für den Wochenend-Trip einfach raus in die Natur und dabei sportlich abseits von asphaltierten Straßen ordentlich Kilometer machen: Dank breiter Reifen am Gravel-Bike „VR 5“ von Felt (2.199 Euro) donnert man mit dem Rennrad über Schotterpisten und Waldwege. Passend dafür ist die neue, kompakte Lenkerrolle „Handlebar-Pack S“ von Ortlieb (9 Liter Volumen/ 99,95 Euro) in Breite und Durchmesser speziell für das Offroad-Abenteuer mit Rennradlenker konzipiert. Sie lässt zudem noch Platz für die Befestigung eines Navigationsgeräts oder Smartphones. Letzteres kann in der Schutzhülle „Spitzel“ (29 Euro) von Fahrer Berlin vor Regen geschützt werden. Auch bei der neuen „Toptube“ (99,95 Euro) berücksichtigte Ortlieb bei der Entwicklung die Ansprüche der sportlichen Abenteurer: Die 170 Gramm leichte Rahmentasche lässt im Rahmendreieck noch Platz für die Befestigung eines Trinkflaschenhalters (z. B. „Flow Cage“ von Lezyne/9,95 Euro). Der kleine Snack für zwischendurch wird in der Oberrohrtasche „Cockpit-Pack“ (49,95 Euro) verstaut. Das meiste Gepäck findet in der elf Liter Volumen fassenden „Seat-Pack M“ (129,95 Euro) Platz. Die Satteltasche eignet sich aufgrund ihrer kompakten Größe auch für die Befestigung an kleineren Rahmengrößen oder vollgefederten Mountainbikes.

2) Auf Mehrtagesexkursion neue Ziele finden

Der Jahresurlaub wird für eine ausgedehnte Radreise verplant, aber ein bisschen Abenteuer sollte schon dabei sein. Asphaltierte Radwege den Fluss entlang kommen deswegen nicht in Frage. Das Reiserad „Finder“ (ab 2.440 Euro) vom Spezialisten Velotraum eignet sich, abseits der gängigen Routen anspruchsvolle Pisten zu erkunden und die Natur zu genießen. Damit das sportliche Handling bleibt, werden die Transporttaschen an Lenker, Rahmen und Sattel fest verzurrt. Insgesamt bis zu maximal 41 Liter Packraum bieten die großen Bikepacking-Taschen von Ortlieb. Das Angebot besteht aus der Satteltasche „Seat-Pack“ (max. 16,5 Liter/129,95 Euro), die gleichzeitig als Schutzblech fungiert, der Lenkergepäckrolle „Handlebar-Pack“ (max. 15 Liter/99,95 Euro), der Rahmentasche „Frame-Pack“ (max. 6 Liter/119,95 Euro) sowie der Zubehörtasche „Accessory-Pack“ (max. 3,5 Liter/54,95 Euro). Diese wird entweder an der Lenkerrolle oder direkt am Lenker befestigt und kann auch abseits des Rades genutzt werden. Bei Bedarf kann noch eine zusätzliche Kartentasche oder mit der „Mountain Feedback“ (59,99 Euro) von Revelate Designs eine Minitasche mit Zugkordel am Lenker für kleine Snacks oder Kameraobjektive angebracht werden. Für den Transport von kleinen, aber wichtigen Gepäckstücken wie Ersatzschlauch, Minitool oder Reifenflick-Set eignet sich zusätzlich die „Jerrycan“ (54,90 Euro) von Revelate Designs. Die Tasche wird platzsparend am hinteren Oberrohr verzurrt. So sind die Kleinteile im Notfall schnell griffbereit.

3) Ausgerüstet für die große Fahrt

Ein Sixpack ist für die Weltumrundung einfach unerlässlich. Dieser besteht in der klassischen Ortlieb-Variante aus zwei Hinterrad-, zwei Vorderrad- und einer Lenkertasche sowie einem Packsack. Der „Back-Roller Pro Classic“ (179,95 Euro im Paar) von Ortlieb bietet bereits ein Packvolumen von 40 Litern und somit äußerst viel Stauraum für Gepäck aller Art. Die Taschen lassen sich am Gepäckträger befestigen und sollten an einem Reiserad wie dem „Worldtraveller“ von Koga (ab 2.199 Euro) rund 70 Prozent des Transportgewichts tragen. Die weiteren 30 Prozent werden auf die Vorderradtaschen wie die „Sport-Roller Classic“ (104,95 Euro im Paar) verteilt. Geldbeutel, Ausweise oder Schlüssel finden in der abschließbaren Lenkertasche „Ultimate6 Classic“ (79,95 Euro) Platz. Der Packsack „Rack-Pack“ (69,96 Euro) aus demselben Hause bietet nochmals ein zusätzliches Packvolumen von 24 Litern und lässt sich in den Größen S und M mit den Packtaschen kombinieren. So ist auch Platz für eine Camping- oder große Fotoausrüstung. Ein Vorteil der Ortlieb-Taschen: Kleine Löcher lassen sich auf großen Touren selbst reparieren.

4) Mit dem E-Bike immer dem Fluss entlang

Klar eignet sich ein E-Bike auch für eine mehrtägige Adventure-Tour. Mit einem Solarmodul zum Aufladen des Akkus ist das durchaus möglich. Doch die meisten E-Biker präferieren dann doch eher den entspannten Flussradweg mit Einkehr in Hotel und Restaurant. Gepäcktransfer auch gerne inklusive. Die „T-Serie“ (ab 2.799 Euro) von Flyer ist für diesen Einsatz ein stabiler und sicherer Begleiter. Das E-Bike mit Taschen vollzupacken ist nicht notwendig. Für das Verstauen von Wertsachen und Karte ist eine Lenkertasche ausreichend. Für die Befestigung am Lenker trotz E-Bike-Display hat Ortlieb neu das „Montage-Set E-Bike“ (27,95 Euro) im Programm. Die Klemmung mit 80 Millimeter Abstand passt um fast jeden Bordcomputer. Zum Transport von Regenbekleidung sollte noch eine Hinterradtasche wie die Bikepacker Plus (179,95 Euro im Paar) mitgenommen werden. Für die sichere Verwahrung von Akku, Ladegerät, Display und weiterem Zubehör abseits des Rades bietet sich die „E-Bag“ (69 Euro) von Fahrer Berlin an. Die Tasche hat separate Fächer für den Zugriff auf die einzelnen Komponenten.

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Zehn Dinge, die sich Kinder im Osternest wünschen

Zehn Dinge, die sich Kinder im Osternest wünschen

(Bildquelle: www.abus.de | pd-f)

(pd-f/tg) Ostern, Frühling, Fahrradfahren: Der pressedienst-fahrrad präsentiert zehn ausgewählte Produkte für das Osternest. Für Laufradler bis zu Einstiegssportlern – der pd-f-Osterhase hat für jedes Kind etwas dabei.

Autonomer Mobilitätseinstieg

Gut im Gras versteckt, ist das weiß-kiwigrüne Laufrad „LR Ride“ von Puky (149,99 Euro) schwer zu finden. Doch wenn das Ostergeschenk erst einmal im Garten entdeckt ist, strahlen die Augen der jungen Radfahrer. Jetzt können sie selbstständig erste Balancierversuche unternehmen und den Einstieg in die eigene Mobilität starten.

Mobile Streckenversorgung

Zwar kein Geschenk direkt an die Kinder, aber praktisch, wenn der kleine „Huuungääär“ während der großen Tour kommt: Die „Schiebebügeltasche“ von Croozer (44,95 Euro) bietet ausreichend Platz für kleine Snacks, Getränke, oder auch Windeln und wird einfach am Kinderanhänger griffbereit befestigt. Farblich ist sie wahlweise abgestimmt auf die Kinderanhänger „Kid“ und „Kid plus“.

Osternest für den Kopf

Stürze sind auf den ersten Fahrten ja eigentlich schon vorprogrammiert, der richtige Schutz deshalb unerlässlich. Mit einem passenden Helm (z. B. „Youn-I“ von Abus, 54,95 Euro) wird der Kopf der Kinder sicher geschützt. Ist der Helm richtig eingestellt, verrutscht er auch nicht. Praktischer Nebeneffekt: Der Kopfschutz kann beim Verstecken als Osternest genutzt werden.

Der beste Freund immer dabei

Ihr Kind liebt Fahrrad und Fußball? Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie kommt der Ball mit zum Platz? Fahrer Berlin hat hierfür den Ballhalter „Kicker“ (19,50 Euro) entworfen. Mit einem Klettverschluss wird er am Oberrohr oder unter der Sattelstütze befestigt und ohne Klemmbügel fest fixiert. Die Halterung gibt es noch dazu passend in den Farben des Lieblingsklubs.

Der Begleiter für lange Touren

Die Familie geht auf Radreise, da muss das Lieblingskuscheltier natürlich mit. Damit es geschützt vor Regen und Schmutz sicher mitfahren kann, empfiehlt sich der Transport in einer „Sport-Packer Plus“ von Ortlieb (144,95 Euro). Die Tasche mit 30 Liter Volumen ist am Kinderrad als Hinterradtasche nutzbar und bei größeren Rädern am Frontgepäckträger – dann vermutlich ohne Kuscheltier.

Langfingerabwehr

Das erste Fahrrad ist der ganze Stolz des Nachwuchses und wird deshalb intensiv gehütet – am besten Tag und Nacht. Wenn dann doch einmal die Augen zufallen, übernimmt das Kinderschloss „My first Abus 1510“ (22,95 Euro) gerne die Wache. Schlüssel und Schlossgehäuse sind ergonomisch kindgerecht gestaltet.

Ergonomischer Sitzkönig

Die Tour kann für den Nachwuchs schnell zur „Tortour“ werden. Deshalb hat Selle Royal mit „Junior“ (9,90 Euro) eine eigene Sattelserie für Kinder auf den Markt gebracht. Die Sättel sind in vier Größen erhältlich, ergonomisch auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt und werden je nach Radgröße an Kinderrädern zwischen zwölf und 24 Zoll installiert.

Der Wachstumsschub naht

Vermutlich ein bisschen zu groß für den Osterhasen, aber die richtige Zeit für die Investition in die Zukunft: Ein neues Kinderrad, damit der Schulweg oder der Familienausflug weiterhin fröhlich mit dem Rad absolviert werden. Das „Crusader 20-6 Alu“ von Puky (349,99 Euro) ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Für die nötige Sicherheit sorgt eine StVZO-konforme Ausstattung, dank einer Kettenschaltung können die angehenden Radfahrer schon einmal sportlichere Touren wagen.

Rennfahrer-Outfit

Der richtige Style zum Radfahren: das „Kids Elmo Tricot VI“ von Vaude ab Größe 122 (40 Euro). Das atmungsaktive Funktionsshirt leistet auf Fahrradtouren ganze Arbeit. Zudem verfügt es über einen UV-Schutz mit Lichtschutzfaktor 50. Die Tour kann dabei auch gerne richtig schmutzig werden: Beim Waschen freuen sich die Eltern über das pflegeleichte Material.

Abendlicht

Wenn die Kinder älter werden, fahren sie gerne selbstständig ihre eigenen Wege. Die alltäglichen Strecken zum Training oder zu Freunden können da schon mal etwas länger dauern. Gut, wer gerade in der Dämmerung deshalb richtig gesehen wird. Mit der Akku-Leuchte „Ixon Core“ von Busch & Müller (64,90 Euro) wird mit maximal 50 Lux für den passenden Durchblick gesorgt. Entweder als Ergänzung zur Dynamobeleuchtung oder bei MTB-affinen Jugendlichen als Standardlicht.

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Das Traumbike per Mausklick – ganz einfach und doch hochkomplex

Das Traumbike per Mausklick - ganz einfach und doch hochkomplex

(Bildquelle: www.pd-f.de / Thomas Geisler)

Der Traum vom perfekten Rad treibt jeden Radfahrer an. Im Internet kann man sich oft kinderleicht ein individualisiertes Fahrrad planen und bestellen. Doch die Komplexität der Fahrradtechnik überrascht viele Einsteiger. Der pressedienst-fahrrad zeigt, warum Grundkenntnisse nützlich sind.

(pd-f/tg) „Mit nur wenigen Klicks zum Traumrad“ – so oder ähnlich werben viele Fahrradhersteller aktuell auf ihren Internetseiten. Das Rad wird nicht mehr von der Stange gekauft, sondern soll den persönlichen Bedürfnissen entsprechen. Individualisiert und passend zum Einsatzzweck, am heimischen PC zusammengeklickt. Doch was einfach klingt, verlangt Vorkenntnisse. Denn bei der Suche nach dem Wunschrad gilt: Grundwissen über das Fahrrad und seine Anbauteile sollten gerade bei komplexen, hochwertigen Radbestellungen bereits vorhanden sein – sonst kann aus dem Traum-Bike beim Fahren schnell ein Albtraum werden.

Ohne Vorwissen geht es nicht

Unterschiedliche Fahrertypen stellen unterschiedliche Ansprüche an Schaltung, Lenkerposition, Reifen oder Bremsen. Jeder Radfahrer hat andere Vorstellungen und Bedürfnisse. „Grundsätzliche Fragen wie die Wahl der richtigen Schaltung sollten deshalb bereits geklärt sein, bevor ich mich an den Rechner setze“, rät Andrea Escher vom Zentralgetriebehersteller Pinion. Probefahrten beim Fachhändler helfen, die passende Variante zu finden – und Neuheiten kennenzulernen. „Ansonsten verpasst man Alternativen wie unsere wartungsarme, verschleißfreien Zentralgetriebeschaltungen“, gibt Escher zu bedenken. Bei der anschließenden Konfiguration des Rades ist es dann wichtig, dass u. a. Rahmen und Schalthebel auf die gewählte Schaltungsvariante abgestimmt sind. Die Anbieter haben hier vorgesorgt und durch spezielle Funktionen wird der heimische „Fahrradarchitekt“ darüber informiert, was geht – und vor allem: was nicht. „Für Nicht-Experten ist das persönliche Gespräch deshalb die bessere Lösung. Wir bieten eine telefonische Begleitung durch den Konfigurator an oder raten gleich dazu, zum Fachhändler zu gehen“, erklärt Stefan Stiener vom Reiseradspezialisten Velotraum.

Vielfalt braucht Erklärung und Zeit

Die besondere Vielfalt und Tiefe der unterschiedlichen Wahlmöglichkeiten bei den Komponenten bedeutet gerade bei Reiserädern eine hohe Komplexität, die sich nur per Mausklick nicht erklären lässt. Stiener setzte deshalb den Online-Konfigurator mit dem Hintergedanken um, die Arbeit für die Fachhandelspartner besser zu unterstützen und ihnen ein Beratungstool an die Hand zu geben. „Wer ein Velotraum-Rad kauft, der bekommt ein individuelles, maßgeschneidertes Produkt“, so Stiener und bekräftigt: „Kenner können ihr Fahrrad direkt bestellen, der Rest soll sich bitte vorab beraten lassen – auch gerne anhand seiner persönlich erstellten Wunschkonfiguration.“

Ähnliche Erfahrungen hat Henning Voss von Voss Spezial-Rad, dem deutschen Partner des englischen Faltradspezialisten Brompton, gemacht: „Faltradfahrer kauft man nicht spontan. Wer sich zum ersten Mal ein solches Rad kauft, der sollte schon mal eine Testfahrt gemacht haben. Unsere Konfigurator-Käufer wissen meist sehr genau, was sie an einem Brompton haben und kaufen gezielt ihre Ausstattung.“ Bei Brompton beispielsweise können Kunden aus verschiedenen Ausstattungsvarianten im Bereich Schaltung, Ergonomie und Zubehör und einem breiten Farbspektrum das passende Faltrad zusammenbauen.

Beratung durch Fachhändler bleibt wichtig

Wer sich für ein Liegerad entscheidet, hat in der Regel ebenfalls eine erste Testrunde absolviert und möchte online weitere Informationen sammeln. „Unser Konfigurator ist dazu gedacht, zuhause einmal die unterschiedlichen Möglichkeiten durchzuspielen. Viele Interessenten sind überrascht, was dabei alles machbar ist“, erläutert Alexander Kraft vom Liegeradspezialisten HP Velotechnik. Bei einigen der 15 Baureihen des Herstellers sind rechnerisch bis zu 500.000 unterschiedliche Kombinationen allein bei Komponenten und E-Unterstützung möglich. Hinzu kommen über 200 verschiedene Farbvarianten. Falls eine Wunschlösung in der Praxis aber nicht funktioniert, schließt der Konfigurator diese gleich aus. „Wenn zum Beispiel jemand einen Hinterrad-Elektromotor mit einer Getriebenabenschaltung möchte“, nennt Kraft einen möglichen Fall. Doch eine Bestellung des Wunschrades ist nur über den Fachhändler möglich: „Dieser berät noch einmal ausgiebig vor dem Kauf“, erklärt Kraft. Zwischen Bestellung und Auslieferung liegen im Durchschnitt rund zehn Tage, maximal vier Wochen. Dann kann der Kunde sein Wunsch-Liegerad wiederum beim Fachhändler abholen. „Das Rad wird auf etwaige Transportschäden untersucht und wir stellen sicher, dass eine individuelle, ergonomische Anpassung erfolgt“, so Kraft.

Handarbeit und kein Fließband

Ähnlich verfährt Fahrradhersteller Koga mit seiner „Signature“-Serie. Wer sein individuelles Fahrrad bei den Niederländern bestellt, kann es rund sechs Wochen später beim Fachhandelspartner abholen. „Wir bieten in unserem Signature-Programm jedoch nur zwei Grundmodelle an“, verrät Marijke von Dijk von Koga. Einen Vorteil der individuellen Fertigung sieht sie gerade in der steigenden Qualität der Produkte: „Ein individuelles Rad wird bei uns von einem einzigen Monteur aufgebaut. Dieser widmet sich ausschließlich diesem einen Rad und steht deshalb für eine hohe Montagequalität und Langlebigkeit des Produkts. Fließbandarbeit gibt es bei uns grundsätzlich nicht.“ So lassen sich die höheren Verkaufspreise für einen Custom-made-Aufbau begründen. Hinzu kommen die höheren Kosten für die Bevorratung aller benötigten Teile.

Für Konfigurator-Einsteiger gibt es jedoch auch Lösungen, die nicht allzu komplex sind. „Bei uns kann der Kunde bei der Bestellung zwischen diversen Ausstattungspaketen wählen“, meint Felix Habke vom Bambusradhersteller My Boo. An die in Ghana handgefertigten Bambusräder bekommen mit ein paar Mausklicks Beleuchtung, Schutzbleche, Griffe und weiteres Zubehör. Je nach Budget und Einsatzzweck kann der Kunde entscheiden, wann Schluss ist. „Wir setzen zusätzlich auf eine enge persönliche Beratung per Telefon. Immerhin geht es hier um Manufakturräder ab ca. 1.399 Euro“, so Habke.

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Gravel-Bike – mit dem Rennrad über Stock und Stein

Gravel-Bike - mit dem Rennrad über Stock und Stein

(Bildquelle: www.sram.com | pd-f)

Wo die Straße aufhört, Feld- und Waldwege anfangen und das herkömmliche Rennrad kapituliert, dort tritt das Gravel-Bike auf den Plan. Doch was ist so besonders an dieser Neuheit und was unterscheidet sie vom klassischen Renner? Der pressedienst-fahrrad hat genauer hingeschaut.

(pd-f/lk) Der Rennradsport erlebt derzeit eine Befreiung – und zwar von der unerschütterlichen Bindung an Asphaltstraßen. Mit neuen Begleitern können Rennradler neue Gebiete erforschen, ohne dabei auf ihren geliebten Sport verzichten zu müssen. In Reinform findet sich die neue Abenteuerlust im Trendthema Bikepacking, dem sportlichen Reisen mit kleinem Gepäck. All das möglich machen breitere Reifen, wie sie die sogenannten „Gravel“- oder „Allroad“-Bikes mitbringen. Sie eliminieren die Pannengefahr, die mit herkömmlichen, schmalen Reifen abseits der Straßen immer droht. Da breite Reifen mit weniger Luftdruck gefahren werden können und so eine größere Auflagefläche bieten, wird die Traktion auf loserem Untergrund erhöht. Zudem wahren sie aber – entgegen verbreiteter Vorstellungen – auch das sportlich-flotte Vorankommen, denn baugleiche Reifen rollen desto besser, je breiter sie sind. Das macht Gravel Bikes quasi zum „Rennrad für mehr“, weshalb der Trend auch „Road plus“ genannt wird.

Neue Möglichkeiten durch technische Innovation

„Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gravel-Bikes sind die vom Mountainbike übernommen Scheibenbremsen, die mittlerweile auch in der typischen Rennrad-Bremsgriffform erhältlich sind,“ erklärt Tobias Erhard vom Hersteller Sram, der hydraulische Scheibenbremsen mit mechanischer Schaltung (z. B. „Red HRD“) oder elektronischer Funkschaltung („Red eTap HRD“) anbietet. Die Entwicklung dieser Bremsen wurde übrigens dadurch stark begünstigt, dass der internationale Radsportverband (UCI) 2010 die Erlaubnis gab, auch Cyclocross- (bzw. Querfeldein-)Räder mit Scheibenbremsen in Wettkämpfen zu verwenden. Daraufhin folgten schnell die ersten Versuche, Rennräder mit Scheibenbremsen zu produzieren. Da diese Bremsen direkt an der Radnabe wirken, konnte man auf die bei Rennrädern üblichen Felgenbremszangen verzichten, welche die Felgen- und Reifenbreite begrenzten.
„Durch diesen Technologietransfer werden die klassischen, feststehenden Fahrradkategorien aufgeweicht – und der Fahrspaß des Rennrads in unwegsameres Gelände übertragen“, führt Stefan Scheitz von Sport Import aus, in Deutschland Vertreter des Felgenherstellers Stan“s NoTubes. „Plötzlich haben auch Straßenradsportler die Möglichkeit der Erkundungstouren im heimischen Wald“, so Scheitz weiter.
„Eine entscheidende Rolle beim Trend Gravel-Bike spielen zudem Entwicklungen wie der Tubeless-Reifen“, erläutert Peter Krischio vom Reifenhersteller Schwalbe. „Wie beim Auto wird hier auf den Innenschlauch verzichtet. So rollt der Reifen leichter. Kleineren Einstichen wirkt eine Dichtmilch entgegen, die man in den Reifen füllt.“ Ein Beispiel dafür ist der leicht profilierte, 35 Millimeter breite Reifen „G-One Allround“ (ab 38,90 Euro, in den Breiten 35 und 40 Millimeter bei 28 Zoll sowie 40 und 70 Millimeter in 27,5 Zoll).

Nur ein neues Endurance-Rad?

Wer Fachmedien liest, kennt wahrscheinlich den Begriff „Endurance“-Rennrad, das in weiten Teilen ein Vorläufer des Gravel-Bikes ist. „Tatsächlich gibt es da Überschneidungen, denn das Endurance-Bike ist ein Rennrad mit dezent breiteren Reifen für etwas komfortableres Fahren“, beschreibt Heiko Böhle vom US-Hersteller Felt. Außerdem haben Endurance-Räder oft eine entspanntere Sitzposition als klassische Renner, also kürzere Rahmen und höhere Lenker – wie etwa bei Felts neuer „VR“-Serie (ab 999 Euro). Gravel-Racer ermöglichen hingegen meist die Aufnahme von noch breiteren Reifen und können durchaus auch sehr sportliche Sitzpositionen aufweisen. Zwischen den einzelnen Gattungen der Räder mit Rennlenker verwaschen die Grenzen zusehends. Bisweilen erinnern Gravel-Bikes fürs Gröbere auch schon mal an ungefederte Mountainbikes (Gattung „Cross-Country“) – oder ein Randonneur in vollem Gepäck-Ornat an ein Reiserad. Mitunter überschneiden sich auch Reifenbreite, -profil und Schaltung, der spielerischen Entwicklungslust sind kaum noch Grenzen gesetzt. Klares Unterscheidungsmerkmal ist aber immer die Lenkerform.

Ein alter Hut, neu aufgezogen

Im Grunde ist die Idee, breitere Reifen mit weniger Druck zu fahren, keineswegs eine Innovation. Denn bereits in den Anfängen des Radsports wurden breitere Reifen verwendet, was angesichts damaliger Straßenbeläge auch nötig war. „Dies änderte sich erst in den 1980er-Jahren mit dem Ansatz, durch schmalere, prallere Reifen eine höhere Geschwindigkeit generieren zu wollen“, erläutert Marijke van Dijk vom niederländischen Sportradhersteller Koga. Ganz im Zeichen der Zeit steht da Kogas Modell „Colmaro“, das mit bis zu 35 Millimeter breiten Reifen gefahren werden kann, oder mit 30-Millimeter-Reifen und eigenen Schutzblechen.
Die momentane Renaissance breiterer Reifen wurde vorrangig von Maßrahmenbauern und Kleinserienherstellern vorangetrieben. Auch unter Reiseradlern findet sich schon immer ein Klientel, das wegen der vielen Griffpositionen lieber mit Rennlenkern unterwegs ist. Hier setzt zum Beispiel Hersteller Velotraum mit seinem Fahrradkonzept „Speedster“ an, das mit 26- und 27,5-Zoll-Bereifung unterschiedlicher Breite ausgestattet werden kann.
Erst als die Gravel-Räder eine stärkere öffentliche Aufmerksamkeit erhielten, wurde immer mehr Radsportlern klar, dass hier nur wenig von der Fahrdynamik des Rennrads verloren geht und der Gewinn durch ein größeres Nutzungsspektrum deutlich überwiegt. Als Folge stiegen auch größere Firmen in die Produktion mit ein.
„Die Vielfalt momentan angebotener Road-Plus- und Rennräder, die einfach mehr können, schließt auch Varianten mit Gepäckträger und Nabendynamo-Lichtanlagen ein. So werden Gravel-Bikes auch oft als Alltags- oder Pendler-Räder und nicht mehr ausschließlich als Sportgerät genutzt“, erklärt Christian Malik von Haibike aus Schweinfurt. Darum verfügt Haibikes neu erhältliches Gravel-Rad „Seet Alltrack“ in beiden Ausstattungsversionen (899 bzw. 1.299 Euro) über die entsprechenden Gewinde für Schutzbleche und Gepäck vorn und hinten.

Deutsche Skepsis wird überrollt

Doch Neuheiten fassen auf dem oft eher skeptischen deutschen Markt schwerer Fuß, da die Menschen den diffusen Argwohn hegen, einem Marketing-Trick zu erliegen. „Der US-amerikanische Markt ist da lockerer. Dort achten Radsportler stärker auf den Lust-Nutzen und heißen neue Trends schneller willkommen“, beschreibt der Rennradjournalist und Branchenkenner Caspar Gebel.
Höchstwahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Gravel-Bike auch in Deutschland durchsetzen kann, da auf Dauer die Vorteile wie die vereinfachte Nutzung und der erweiterte Einsatzzweck überwiegen. Dann werden auch sicherlich mehr und mehr Skeptikern die Zweifel genommen.

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Zehn Schritte zum sauberen Fahrrad

Zehn Schritte zum sauberen Fahrrad

(Bildquelle: www.pd-f.de / cosmicsports.de / Christoph Bayer)

(pd-f/tg) Der Frühling steht vor der Tür! Die ersten Sonnenstrahlen sind der Startschuss, sich wieder aufs Rad zu schwingen. Doch davor steht die für viele leidige Radinspektion. Doch das muss nicht sein: Damit der Radputz Spaß macht und leicht von der Hand geht, gibt der pressedienst-fahrrad eine Pflegeanleitung für den Frühjahrs-Check in zehn Stufen.

1) Rechtzeitig beginnen

Start der Tour ist am Sonntagmittag; dann reicht es ja, wenn das Bike um kurz vor zwölf aus dem Keller geholt wird. Schlechte Idee! Besser: Rechtzeitig mit dem Rad-Check beginnen, damit für unvorhergesehene Reparaturen Zeit gefunden werden kann. Auch sollten die Radläden geöffnet sein, um im Notfall Ersatzteile oder Kettenöl und Putzmittel kaufen zu können. Wenn größere Reparaturen in der Werkstatt anstehen, vereinbart man am besten frühzeitig einen Termin beim Radhändler. Im Frühjahr haben viele andere die gleiche Idee, weshalb die Werkstätten teils hohe Wartezeiten haben.

2) Handschuhe und Schürze anziehen

Die Reinigung von Fahrrädern ist oft eine dreckige Angelegenheit. Damit Finger und Hände sauber bleiben, lohnt sich das Tragen von Einweg- oder Haushaltshandschuhen. Schutz für die Bekleidung vor Schmutz, Öl und Fett bietet beispielsweise die „Apron Werkstatt-Schürze“ (34,95 Euro) von Muc-Off.

3) Fahrrad putzen

Gröberen Dreck entfernt man am besten mit Handfeger oder Bürste (z. B. die spezielle „Super Soft Waschbürste“ von Muc-Off für 12,95 Euro), an schwer zugänglichen Stellen können auch eine alte Zahnbürste oder ein Borstenpinsel Hilfe bieten. Anschließend mit lauwarmem Wasser und einem strapazierfähigen Lappen das Fahrrad reinigen. Ein spezieller Fahrradreiniger, wie der biologisch abbaubare „Green Fizz“ von Pedro“s (10,90 Euro/500 Milliliter), hilft, hartnäckige Verschmutzungen zu entfernen. Hochdruckreiniger sind beim Radputz übrigens tabu: Sie können Schmutz und Feuchtigkeit in die Lager pressen und diese dadurch beschädigen.

4) Kette reinigen und schmieren

Zur Reinigung der Kette lässt man sie am einfachsten durch einen trockenen Lappen laufen. Für gröbere Verschmutzungen nutzt man eine spezielle Kettenbürste, die durch die Form ihrer Nylonborsten das Säubern von Kette, Kassetten und Kettenblättern vereinfacht (z. B. „Bürste Claw“ von Muc-Off für 8,49 Euro). Vom Schmutz befreit, wird die Kette anschließend geschmiert. Dabei helfen bestimmte, auf die Ansprüche der Kette abgestimmte Mittel wie das „Top-Kett“ von Brunox (7,99 Euro/100 Milliliter). Überschüssiges Schmiermittel sollte danach entfernt werden, da es als Schmutzfänger wirkt.

5) Reifen prüfen

Ein platter Reifen hat schon so manche Tour ruiniert. Um dem zuvorzukommen, ist eine regelmäßige Kontrolle der Reifen wichtig – natürlich auch beim Frühjahrs-Check. Prüfen Sie ringsum, ob der Reifen an den Flanken brüchig geworden ist und ob er durch Gegenstände wie Glasscherben, Nägel etc. Beschädigungen abbekommen hat. Bei dieser Gelegenheit können auch Felgen und Speichen auf Beschädigungen hin überprüft werden. Wer beim Reifen auf Nummer sicher gehen möchte, der kann zu einem pannensicheren „Marathon Plus“ von Schwalbe (39,90 Euro/Stück) greifen.

6) Richtig aufpumpen

Mit dem richtigen Reifendruck rollt es sich leichter – und mit mehr Pannenschutz. Deshalb nicht auf die gängige „Daumenmethode“ vertrauen, sondern den Reifendruck ordentlich prüfen. Dabei helfen entweder ein präziser Reifendruckmesser wie der „Airmax Pro“ (16,90 Euro) von Schwalbe oder eine Luftpumpe mit Manometer (z. B. Standluftpumpe „Steel Floor Drive Tall“ von Lezyne für 59,95 Euro). Der zulässige minimale und maximale Reifendruck sind an der Reifenflanke angegeben.

7) Bremsen kontrollieren

Verschlissene Bremsbeläge verlangen einen rechtzeitigen Austausch. Bei mechanischen Felgenbremsen zeigen Kerben in den Bremsklötzen, ob noch Reserven vorhanden sind. Falls nicht: Die Bremsklötze wechseln! Ein weiterer Indikator für einen anstehenden Austausch sind u. a. kratzende Geräusche beim Bremsen. Scheibenbremsen sind immer verbreiteter und funktionieren wetterunabhängig besser. Wer sich hier technisch unsicher fühlt, sollte lieber den Fachmann einen geübten Blick darauf werfen lassen. Generell ist bei allen hydraulischen Bremssystemen der Gang zum Fachhändler ratsam.

8) Licht checken und einstellen

Die Lichtanlage ist bei Jahresfahrern im Dauereinsatz, da sie morgens und abends immer mit Licht unterwegs sind. Doch auch im Sommer lohnt es sich, für bessere Sichtbarkeit mit Tagfahrlicht unterwegs zu sein. Falls einem mal kein Licht aufgeht, sollte man die Leitungen und Kontakte prüfen. Das durchgebrannte „Birnchen“ ist heute Schnee von gestern. Moderne LED-Leuchten (z. B. „IQ-X“ von Busch & Müller mit 100 Lux für 139,90 Euro) halten zuverlässig ein Fahrradleben lang.

9) Schraubverbindungen prüfen

Zum Ende des Checks sollten nochmals die Schrauben an allen wichtigen Bauteilen wie Vorbau, Lenker, Kurbel und Kettenblättern auf ihren richtigen Sitz hin überprüft werden. Mit einem Multitool (z. B. „WKL8“ von Voxom für 24,95 Euro) können die lockeren Schraubverbindungen wieder festgezogen werden. Aber Vorsicht! Erfahrene Schrauber wissen: Nach fest kommt ab. Deshalb immer die Drehmomentangaben der Hersteller beachten!

10) Polieren

Abschließend lässt man den Drahtesel wieder in neuem Glanz erstrahlen, z. B. mit der „Bike Lust Politur“ von Pedro“s (19,90 Euro/500 Milliliter). Die Schutzpolitur pflegt die Oberflächen, schützt vor UV-Strahlen und sorgt für einen langanhaltenden Glanz. So wirkt selbst der alte Drahtesel wie neu.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Rückenwind für jedermann: Die Emanzipation des E-Bikes

Rückenwind für jedermann: Die Emanzipation des E-Bikes

(Bildquelle: www.flyer-bikes.com | pd-f)

E-Bikes sind im Alltag etabliert. Das ist Fakt. Die Verkaufszahlen sprechen Bände. 605.000 E-Bikes wurden allein in der Fahrradsaison 2016 verkauft – ein Zuwachs von 13 Prozent zu 2015. Aber wie geht es weiter? Welche neuen Produkte kommen auf den Markt? Was ist in diesem Jahr zu erwarten? Der pressedienst-fahrrad hat sich umgesehen und fasst wichtige Entwicklungen zusammen.

(pd-f/tg) Wer im Sommer 2017 mit einem „My Volta“ (3.999 Euro) von My Boo fährt, fällt nicht wegen des E-Motors auf. Das E-Bike zieht durch seinen Rahmen aus Bambus die Blicke auf sich. Dieser wird aus dem natürlichen Rohstoff per Hand in einer Fabrik in Ghana gefertigt – sozial gerecht und ökologisch wertvoll. Das weltweit erste Bambus-E-Rad steht sinnbildlich für den Imagewandel der elektrifizierten Räder, den auch Anja Knaus vom Elektrorad-Pionier Flyer sieht: „Die Zeiten, in denen E-Bikes als Reha-Mobile galten, sind lange vorbei. Heute sind sie praktische Alltagsfahrzeuge, Lifestyle-Objekte und Sportgeräte – und die Entwicklung steht nicht still.“ E-Bikes sind also mittlerweile weit mehr als Fahrräder mit angeschraubtem Motor und Akku.

Flyer als einstiger Pionier ist längst etabliert und kommt 2017 ebenfalls mit einer Weltneuheit auf den Markt: In Zusammenarbeit mit dem langjährigen Antriebspartner Panasonic wurde das weltweit erste komplett im Motor integrierte Zwei-Gang-Getriebe entwickelt. Damit soll erreicht werden, dass der E-Biker die passende Tretunterstützung in jedem Terrain bekommt – egal ob im Gelände oder in der Stadt. Die Entwicklung ist Teil der neuen „Flyer Intelligent Technology“ (FIT) und kommt z. B. beim E-MTB „Uproc 7“ (ab 4.699 Euro) oder der urbanen „U-Serie“ (ab 4.399 Euro) zum Einsatz. „Beim FIT-System sind die Komponenten Motor, Akku und Display harmonisch integriert und aufeinander abgestimmt. Durch ständige Kommunikation wird die für jede Fahrweise passende Einstellung gefunden“, beschreibt Knaus. Hinzu kommt ein „Remote“-Hebel, der die Steuerung des Systems per Daumen und Joystick erlaubt. „Die Hände bleiben deshalb ständig am Lenker“, so Knaus.

Alles wie beim Fahrrad – nur mit Strom

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) schätzt, dass rund drei Millionen E-Bikes in Deutschland unterwegs sind. Tendenz weiter steigend. Rund 98 Prozent aller verkauften Elektroräder sind laut ZIV sogenannte Pedelecs. Der Motor unterstützt dabei nur, wenn man in die Pedale tritt und bis maximal 25 km/h. Die Räder sind mit einem 250-Watt-Motor ausgestattet und rechtlich Fahrrädern gleichgestellt. Das bedeutet: keine Helmpflicht und Fahren auf Radwegen ist erlaubt. „Durch die höheren Geschwindigkeiten der Räder ist es jedoch ratsam, einen Helm zu tragen und spezielle Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen“, rät Torsten Mendel vom Sicherheitsexperten Abus. Die beliebtesten Radgruppen sind laut ZIV E-City-Räder mit einem Marktanteil von 45 Prozent und E-Trekkingräder mit einem Anteil von 35,5 Prozent. Doch kaum ein Fahrradsegment, dass noch ohne E-Unterstützung auskommt.

Elektropower selbst für Falt- und Liegeräder

„Bei uns kommen die Leute mit einem Doppelgrinsen von der Testfahrt zurück: Zum Überraschungsfaktor Liegerad kommt der Aha-Effekt der Motorunterstützung“, sagt Alexander Kraft von HP Velotechnik. Der Liegeradhersteller bietet seine Modelle optional mit E-Unterstützung an – und erarbeitet dabei spezielle Lösungen wie eine vollautomatische Gangschaltung und bei Trikes einen E-Rückwärtsgang. Auch Rennräder oder Kinder-Mountainbikes sind mit Motor zu haben. Das elektrifizierte Faltrad steht in den Startlöchern. „Unser Partner Brompton arbeitet gerade an einer Lösung, wie das Antriebssystem sinnvoll mit dem Faltmechanismus kombiniert werden kann“, verrät Henning Voss vom deutschen Brompton-Vertriebspartner Voss Spezial-Rad. Mit einer Vorstellung des E-Faltrades aus England wird Mitte des Jahres gerechnet, die Markteinführung in Deutschland ist später geplant.

Mit dem E-Bike pendelt es sich leichter

Im Alltag nutzen Pendler liebend gerne die Vorzüge der elektrischen Unterstützung. „E-Bikes stehen exemplarisch für den Mobilitätswandel in den großen deutschen Städten. Sie ermöglichen schnelles Vorankommen von A nach B, ohne sich dabei Gedanken um Stau machen zu müssen“, beobachtet Susanne Puello, Geschäftsführerin der Winora Group. Der Schweinfurter Hersteller hat sein Angebot an Elektrorädern in den letzten Jahren deutlich erweitert und setzt zur neuen Saison bei seinen City-Rädern verstärkt auf Systemintegration. Bei einigen Modellen (z. B. „Manto M8 disc“, 1.999 Euro) sind Akku und Motor komplett verbaut und auf die Optik des Rades abgestimmt. „Bei manchen Rädern fällt es gar nicht mehr auf, ob mit Antrieb gefahren wird oder ohne. Der E-Bike-Käufer sollte vorab überlegen, welches Rad zu seinem alltäglichen Nutzungsverhalten am besten passt. Gerne hier auch vorab intensiv testen“, gibt Marijke van Dijk von Koga als Tipp für den Fahrradkauf. Der niederländische Hersteller nutzt bei seinem Tiefeinsteiger „E-Tour“ (3.198 Euro) einen herausnehmbaren, im Unterrohr integrierten Akku sowie einen kleinen, unauffälligen Hinterradnabenmotor.

Der Zweitwagen für die Stadt

Große Ladeflächen, die selbst für den Transport von Waschmaschinen oder Kühlschränken Platz bieten: E-Lastenräder werden als Transporthelfer im Alltag immer beliebter. Der Marktanteil dieser Modellgruppe hat im letzten Jahr laut ZIV ca. 2,5 Prozent des E-Bike-Marktes ausgemacht. „Gerade bei jungen Familien ersetzt das E-Lastenrad auch gerne einmal den Zweitwagen“, weiß Markus Riese von Riese & Müller. Cargo-Bikes wie das „Packster“ (ab 3.999 Euro) bieten auf ihrer Ladefläche Platz für eine Kinderbank oder den Großeinkauf – inklusive Getränkekisten. Dabei sind sie günstiger in Anschaffung und Unterhalt als ein vergleichbarer Kleinwagen. Kombiniert mit einem Carbonriemen statt einer Kette (z. B. „CDX“-Antrieb von Gates) hat man ein sorgloses, wartungsfreies Paket für den Alltag.

Hotspots abseits des Mainstreams finden

Der Wochenendausflug führt mit E-Bikes nicht mehr nur am Fluss entlang oder ist nach 20 Kilometern erledigt. Die Räder laden ein, andere Wege und Sehenswürdigkeiten zu erkunden – was die Hotspot-Jagd neu eröffnet. „Auf Reisen ergeben sich komplett neue Eindrücke von der Region, wenn man etwas abseits der gängigen, stark frequentierten Radwege fahren kann. Selbst wenn ein bisschen Kondition fehlt, kann die Tour dank E-Motor verlängert werden“, erklärt Stefan Stiener vom Reiseradanbieter Velotraum. Der auf Custom-made-Räder spezialisierte Hersteller beweist mit dem „E-Finder“ (ab 4.500 Euro), dass auch kleine Produzenten mit ihrem Wissen, ihrer Kundennähe und ihrer Expertise im E-Bereich punkten können.

Die Zusatzpower für den Berg

Ein buntes Beispiel für den Imagewandel ist die wachsende Gruppe von E-Mountainbikern. Der ZIV gibt für deren Marktanteil 2015 rund 15 Prozent an. „Bergauf können sie komplett neue Wege und Trails erkunden. Die Räder machen also nicht nur Lust auf Downhill, sondern auch auf Uphill – und die Zielgruppen werden jünger“, stellt Ingo Beutner vom Hersteller Haibike fest. Mit E-Mountainbiken wird das Geländefahren neu definiert und zu einem eigenen Sport. Rennserien, Kräftemessen bei Events oder auch erste spezialisierte E-MTB-Strecken in Bikeparks sind im Entstehen.

Komponenten werden E-tauglich

Gleichzeitig werden extra auf das Nutzerverhalten abgestimmte Zubehörprodukte entwickelt. Der US-amerikanische Komponentenhersteller Sram stellte im Frühjahr mit der „Guide RE“ (ab 145 Euro pro Stück) eine spezielle E-Bike-Bremse vor. Ideen aus dem Downhill-Mountainbike-Sport flossen bei der Entwicklung mit ein. „Beim E-Bike, speziell beim E-MTB, wirken höhere Geschwindigkeiten und größere Kräfte als bei normalen Rädern“, begründet Tobias Erhard den Schritt. Lichtspezialist Busch & Müller bringt 2017 den Scheinwerfer „Lumotec IQ-X E“ (149,90 Euro) auf den Markt. Dieser wird durch den E-Bike-Akku gespeist und erreicht so die enorme Beleuchtungsstärke von 150 Lux. „Bei der baugleichen Version für Nabendynamos liegen wir bei 100 Lux“, erläutert Marketingmanager Sebastian Göttling. Für den Schutz der Antriebskomponenten bietet Fahrer Berlin die nötigen Accessoires: Das „Akku Cover Summer“ (44 Euro) schützt Akku und Unterrohr vor Schlägen und Verschmutzung, die Schutzblechverlängerung „E-Bike Latz“ (12,90 Euro) dient als zusätzlicher Spritzschutz.

Zukunftsmusik in der Luft

Das E-Bike steht jedoch auch vor den Herausforderungen der digitalen Welt und muss hier seinen Platz finden. Die Idee, Schnittstellen zwischen E-Bike-Display und Smartphone zu nutzen, ist schon weit verbreitet. E-MTB-Hersteller Haibike arbeitet zusammen mit der Deutschen Telekom an einer derartigen Konnektivitätslösung. Das System nennt sich „E-Connect“. Der Austausch von Trainingsdaten via Apps oder ein automatischer Notruf bei einem Unfall sollen dabei realisiert werden. „Das E-Bike wird so zum Teil eines digitalen Netzwerks“, erklärt Ingo Beutner.

Auch beim Thema Akku entwickelt sich die Technologie rasant – zum Nutzen der Verbraucher. Die verbreitete Lithium-Ionen-Technologie liefert schon heute die nötige Unterstützung für Reichweiten bis ca. 120 Kilometer. Für 2018 wurden vom Batterieproduzenten BMZ bereits neue Zellen angekündigt, die mehr Energie bereitstellen sollen und auch schnellere Vollladungen ermöglichen. Die Aussicht auf Ladezeiten von ca. einer Stunde lässt die Augen von E-Bikern leuchten. Auch Lithium-Schwefel-Batterien als leichtere Alternativen werden für die Zukunft gehandelt. Antriebe mit Wasserstoff oder einer Brennstoffzelle sind hingegen in nächster Zeit zumindest flächendeckend nicht zu erwarten – obwohl es auch hier schon Prototypen gibt.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Immer weiter, immer breiter: Sieger der Saison 2017 (Fahrrad)

Immer weiter, immer breiter: Sieger der Saison 2017 (Fahrrad)

(Bildquelle: www.pd-f.de / Florian Schuh)

(pd-f/tg) Die Neuheiten für die Fahrradsaison 2017 stehen in den Startlöchern. Fachjournalisten und Experten konnten bereits ein Auge darauf werfen und erste Produkte ausgiebig testen. Der pressedienst-fahrrad hat wichtige Testurteile untersucht und ein Ranking eigener „Sieger der Saison“ erstellt. Zwei Trends zeichnen sich für die Saison 2017 ab: E-Bikes und breite Reifen.

Velotraum – Reiselust? Aber bitte mit Rennrad!

„Gravel“- oder „All-Road“-Bike heißt die neue Radgattung, die 2017 für Aufsehen sorgt. Der Sinn ist einfach erklärt: Dank breiterer Reifen werden Rennräder schlechtwegetauglich. Somit ist der Rennradfahrer nicht mehr auf Asphalt angewiesen, sondern kann auch auf Schotterwegen und Waldpisten im Gelände Spaß haben. Neue Möglichkeiten ergeben sich daher auch für Fahrradhersteller: Nicht nur Rennrad-Knowhow ist bei der Entwicklung gefragt, sondern auch Reisetauglichkeit. Kein Wunder also, dass das „Speedster SP3“ (Grundpreis ab 3.690 Euro) vom Reiserad-Spezialisten Velotraum beim Gravelbike-Test der Radtouren-Redaktion (Ausgabe 01/17) als „Top-Produkt“ ausgezeichnet wurde. „Im Test erste Wahl – und im Komfort“, urteilten die Tester, die neben der komfortablen Sitzposition die souveränen Fahr- und Bremsleistungen des Rades hervorhoben. Insgesamt „kluge Lösungen für die Langstrecke“, die sich durch ein Baukastensystem individuell anpassen lassen.

Flyer – was lange währt, wird sehr, sehr gut

Ein Motor mit integriertem Zwei-Gang-Getriebe, ein formschlüssig ins Unterrohr eingesetzter Akku, vollgefedertes Fahrwerk, hochwertige Komponenten – das „Uproc 7“ (ab 4.699 Euro) von Flyer begeistert die Redaktion der Elektrobike „schon im Stand“. Die Entwicklungszeit dieses E-MTBs habe sich gelohnt, findet die Redaktion. Eine kompakte Sitzposition sowie eine „klasse Handlichkeit“ auf den Trails zeichnen dieses E-MTB aus. Gerade auf Trail-Passagen gehe das Uproc ab wie „Schmitz Katze“ schreibt die Fachredaktion in ihrer ersten Ausgabe 2017. Dem schweizerischen E-Bike-Pionier sei hier ein tolles All-Mountain-Bike mit „herausragendem Fahrwerk“ gelungen.

HP Velotechnik – sportlich auf drei Rädern

„Spaßmaschine“ titelte die Zeitschrift Elektrorad in ihrer Ausgabe 01/2017 über das „Scorpion fs 26 Enduro“ von HP Velotechnik (ab 4.690 Euro). Der dreirädrige Flitzer mache „richtig gute Laune“. Wesentlichen Anteil daran trage die Federung: „Das kurvenfreudige Fahrwerk“ der Vorderräder arbeitet mit Technik aus dem Automobilbau. Agil, faltbar und mit hohem Sitzkomfort überzeuge das Liegerad auf und abseits von asphaltierten Wegen. Deshalb bekam es den Sport-Tipp der Redaktion. Ein breites Übersetzungsspektrum sowie ein praktischer Elektromotor bringen selbst auf Bergetappen den richtigen Schwung. „Da will man gar nicht mehr absteigen“, so die Elektrorad-Redaktion, die sich auch erfreut über den elektrischen Rückwärtsgang zeigte.

Puky – für junge Sportler und Eltern

Kinderräder haben immer einen schwierigen Spagat zu meistern. Kids wollen es cool – Eltern wollen es sicher. Die Lösung schafft nach Ansicht der Testbild (Ausgabe 01/16) das „Crusader“ (ab 349,99 Euro) von Puky am besten. Alltagstauglich, qualitativ hochwertig verarbeitet und stabil waren die Hauptkriterien, die dem Rad den Testsieg einbrachten. Alles zu einem vernünftigen Preis, was das Rad auch zum Preis-Leistungs-Sieger des Tests macht. Die sichere Ausstattung (1,0 bei Beleuchtung, Ausstattung, Anbauteile) und der kurze Bremsweg überzeugen nicht nur die Tester, sondern auch die Eltern. Bei der Nutzerbewertung durch Kinder schnitt das „Crusader“ ebenfalls mit Bestnote ab.

Haibike – Carbon und E-MTB? Super Kombination!

Zu den Top-Firmen bei der Entwicklung von Elektro-Mountainbikes zählt das Schweinfurter Unternehmen Haibike. Mit dem Modell „Xduro HardSeven Carbon 10.0“ (7.999 Euro) beweisen die Franken, dass der Werkstoff Carbon auch den hohen Anforderungen von E-MTBs gerecht wird – und gleichzeitig für ein geringes Radgewicht sorgt. Die Redaktion der World of MTB befindet: „Überzeugend umgesetzt.“ Beim Bike-Test in Ausgabe 01/16 wurde das Haibike zum Testsieger erklärt. Das Rad habe „alles, was das Herz begehrt“ und sei „auf ganzer Linie überzeugend“. Dazu kommt eine Highend-Ausstattung mit „XX1“-Schaltung von Sram sowie der „RS1“-Federgabel von Rock Shox. Das Fazit: „Macht auf jedem Terrain Spaß.“

Felt – was die Technik hergibt

„Fast schon unverschämt, was Felt abliefert“, urteilt die Redaktion der World of MTB über das neue „Decree FRD“ (9.999 Euro) des kalifornischen Herstellers. Was eigentlich negativ klingt, ist absolut positiv gemeint. Das Mountainbike wurde als Testsieger des großen MTB-Tests der Ausgabe 06/16 ausgezeichnet. Das Trail-Bike zeige „alles, was aktuell möglich ist“. Trotz vollwertiger Ausstattung (z. B. mit absenkbarer Sattelstütze) ist es leichter als viele Konkurrenzmodelle und dennoch auf höchstem Stand der Technik. Ein leichtes Fully mit sehr guten Fahreigenschaften, ein „Highend-Bike durch und durch“, so die Deggendorfer Bike-Tester.

Riese & Müller – komfortabel immer weiter

„Weiter fahren, mehr erleben“ – so lautet das Motto des E-Bike-Herstellers Riese & Müller bei seinem neuen „Delite Mountain“ (ab 5.299 Euro). Dank eines Dual-Battery-Systems kann eine Akku-Kapazität von 1.000 Wattstunden erreicht werden. Fest installiertes Licht und zwei seitlich am Steuerrohr montierte Trinkflaschen erhöhen die Tourentauglichkeit. „Trotz all dieser Features wirkt das Rad dank seines reduzierten Designs nicht überladen“, fand die Jury des Design & Innovation Awards, die das Rad in der Kategorie Mountainbike auszeichnete. Das Fazit: Ein echtes „Komfortwunder, von dem man nur ungern wieder absteigt.“

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200 Jahre Fahrrad: Es startet mit dem Laufrad …

200 Jahre Fahrrad: Es startet mit dem Laufrad ...

(Bildquelle: www.pd-f.de / Messe Friedrichshafen / Eurobike)

Das Laufrad von Karl Drais gab 1817 den Startschuss für den flächendeckenden Individualverkehr. Auch 200 Jahre später hat das Konzept der Laufmaschine noch immer Hochkonjunktur, die Zielgruppe ist aber deutlich jünger geworden. Für Kinder ist die Fahrt mit dem Laufrad heutzutage der Beginn der selbstständigen Mobilität. Der pressedienst-fahrrad bietet einen Ratgeber für Eltern zum Kauf des passenden, altersgerechten Kinderfahrzeugs.

(pd-f/tg) Karl Drais revolutionierte im Juni 1817 mit seiner Laufmaschine die Mobilität. Seine Erfindung hat sich jedoch anfänglich wirtschaftlich kaum durchgesetzt. Da die ungeübten, meist männlichen Radeinsteiger in diverse Unfälle verwickelt waren, wurden die Laufmaschinen schnell verboten und galten auch für Kinder als ungeeignet. Heute ist bekannt, dass gerade das frühe Erlernen der Balance später für die nötige Sicherheit sorgt. Radfahren ist nämlich weit mehr als das schnelle Vorankommen auf zwei Rädern. Es trainiert das Gehirn und die Koordination in Form des Zusammenspiels von Augen, Gleichgewichtssinn, Armen und Beinen. Die Basis für diese koordinativen Fähigkeiten eines jeden Menschen wird in jungen Jahren, genauer gesagt zwischen ca. einem und 14 Jahren, gelegt. Kinder lernen das Fahrradfahren deshalb fast wie von allein – wenn ihnen die entsprechenden Anreize geschaffen werden.

Kinderanhänger als Lernhilfe

Eltern unterstützen ihren Nachwuchs, indem sie ihn früh im Kinderanhänger kutschieren. Denn Kinder nehmen genau wahr, wie sich ihre Eltern mit anderen Verkehrsteilnehmern bewegen und verhalten. So verstehen sie früh, die eigene Geschwindigkeit und die Geschwindigkeit anderer einzuschätzen. „Der Transport im Kinderanhänger hat wesentliche Vorteile: Kinder beobachten aktiv den Straßenverkehr. Sie sehen, dass ihre Eltern Spaß haben und bekommen dadurch Anreize, selbst aktiv zu werden. Und sie lernen, wie sie sich etwa bei Regen verhalten müssen „, erklärt Anne Schmidt vom deutschen Kinderanhängerspezialisten Croozer. Außerdem ist der Fahrradkinderanhänger (z. B. „Kid Plus“ von Croozer, ab 749 Euro) nachweislich das sicherste Gefährt für den Kindertransport.

Eigene Fahrt, wenn das Kind Lust hat

Eine genaue Altersangabe, ab wann anschließend die selbständige Mobilität beginnt, gibt es nicht. Das Kind muss einfach selbst Lust dazu haben. Ab ca. zwei Jahren sind in der Regel kurze, eigene Fahrstrecken denkbar. Bei der Wahl des passenden Fahrzeugs begeben sich Kinder anfänglich auf die Spuren von Karl Drais. Das Laufrad (z. B. „LRM Plus“ von Puky für 74,99 Euro) ist – wie in der Fahrradgeschichte – der Beginn der individuellen Mobilität. Oft entdecken Kinder die Gefährte auf eigene Faust bei Geburtstagen oder Freunden und sammeln ihre ersten Erfahrungen. Gefragt ist dabei das spielerische Erlernen von Gleichgewichtsgefühl und Koordination.

Die lange Zeit favorisierten Stützräder scheinen hingegen aus der Mode gekommen. „Kinder, die ihre ersten Fahrversuche auf Fahrrädern mit Stützrädern machen, lernen das Balancieren nicht. Entfernt man die Stützräder, müssen sie mehr oder weniger wieder von vorne beginnen“, weiß Guido Meitler vom Kinderfahrzeughersteller Puky. Beim Laufradfahren wird hingegen das Gleichgewicht dynamisch erreicht, jede Bewegung erfordert einen entsprechenden Ausgleich. Das kann zwar anfänglich mit Stürzen verbunden sein, diese können jedoch mit ein paar Vorkehrungen abgemildert werden. Puky stattet seine Laufräder beispielsweise mit einer dicken Polsterung und Sicherheitslenkergriffen aus.

Eltern als Vorbild – auch beim Helmtragen

Als weiterer Schutz ist das Tragen eines Helmes bereits beim Erlernen des Radfahrens sinnvoll. „So wird das Fahren mit Helm zur Selbstverständlichkeit. Eltern sollten auch hier ein gutes Vorbild sein und ebenfalls einen Kopfschutz tragen“, meint Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus. Der Helmhersteller bietet beispielsweise mit dem „Smiley 2.0“ (29,95 Euro) einen Kleinkinderhelm für einen Kopfumfang ab 45 Zentimetern an.
Pedalieren als Umstieg auf das Fahrrad

Im nächsten Schritt kommt dann das Pedalieren hinzu. Auch das gilt sowohl für die Fahrradgeschichte wie für das Fahrradlernen bei Kindern. Ein Problem für Karl Drais war, dass die erwachsene Bevölkerung des frühen 19. Jahrhunderts noch zu viel Angst hatte, die Füße für längere Zeit vom festen Boden zu nehmen. Der Tretkurbelantrieb wurde beim Fahrrad erst 1866 in Frankreich realisiert. Auch kleine Kinder sind mit den Herausforderungen von lenken, auf den Verkehr konzentrieren und in die Pedale treten anfänglich überfordert. Umso wichtiger ist es, hier behutsam vorzugehen und gegebenenfalls zweigleisig zu fahren, indem ein Dreirad (z. B. „Cat 1S“ von Puky / 89,99 Euro) als Alternativfahrzeug zum Laufrad genutzt wird. Dank eines starren Kurbelantriebes werden erste Pedalierbewegungen erlernt. So erfolgt die spätere Umstellung auf das eigene Fahrrad einfacher.

Keine Spitzenleistungen verlangen

Auch hier gilt: Den genauen Zeitpunkt zum Umstieg aufs Rad sollte das Kind selbst entscheiden. „Unsere Modellpalette an Kinderfahrrädern beginnt ab dem dritten Lebensjahr, was wir als vernünftiges Alter mit den richtigen körperlichen Fähigkeiten einschätzen. Die genaue Entscheidung ist jedoch individuell zu treffen“, so Meitler. Aller Ehrgeiz der Eltern in Ehren: Spitzenleistungen dürfen und sollten nicht erwartet werden. Man trainiert keinen Rennfahrer, sondern das Kind muss mit Spaß an das Fahrradfahren herangeführt werden. Längere Strecken, die der Ausdauer des Kindes viel abverlangen, können die noch nicht ausgewachsenen Organe schädigen. Ratsam sind hingegen kindgerechte Hindernis-Parcours zur Schulung des Gleichgewichts.

Komfortabel sitzen selbst mit kleinem Popo

Damit die Lust nicht schnell verloren geht, sollten Eltern darauf achten, dass Kinder schmerzfrei Fahrrad fahren. Der italienische Sattelhersteller Selle Royal präsentiert deshalb eine speziell auf Kinderbedürfnisse abgestimmte Sattelreihe. Die Serie umfasst vier Modelle, je nach Größe und Geschlecht. Mit dem Modell „Froggy“ (ab 9,90 Euro) können bereits bei Rädern ab 16-Zoll-Größe komfortable ergonomische Sättel verbaut werden. Das stärkt die Lust am Radfahren und sorgt für eine passende Körperhaltung.

Anders als vor 200 Jahren sind Kinder heutzutage durch die früh beginnende Mobilität wichtige Verkehrsteilnehmer, deren Bedürfnisse ernst genommen werden müssen. Selle Royal ruft deshalb mit der Kampagne „Mr. Roy“ die Verkehrsneueinsteiger dazu auf, ihre Vorstellung einer lebenswerten, kinderfreundlichen Infrastruktur zu visualisieren. Zudem werden sie auf der Homepage des Unternehmens sowie auf der Rückseite der Verpackungen über Straßenverkehrsregeln informiert. „Kinder lernen dadurch einerseits verkehrssicheres Verhalten und zeigen andererseits, was sie für Erwartungen an den Straßenverkehr haben“, erklärt Monica Savio von Selle Royal. Die Kampagne soll ein Anreiz für Verkehrsplaner werden, von Kindern zu lernen und sie als vollwertige Verkehrsteilnehmer zu integrieren.

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Zehn Accessoires, die das Fahrrad hübscher machen

Zehn Accessoires, die das Fahrrad hübscher machen

[pd-f/tg] Fahrradfahren ist ein Lebensgefühl. Gerade urbane Radfahrer setzen darauf, besonders stylisch unterwegs zu sein und sich von der Masse an Radfahrern abzusetzen. Individualität und Lifestyle sind gefragt. Der pressedienst-fahrrad zeigt zehn Produkte, mit denen Sie in der Stadt auffallen und Ihr Bike Ihrem individuellen Stil anpassen.

Tattoo

Bei „Tattoo“ handelt es sich um ein modulares Sattelsystem vom italienischen Hersteller Selle Royal. Die Sättel sind teilbar: Während das Unterteil (35 Euro) fest am Rad montiert ist, kann das Oberteil nach Lust und Laune mitgenommen und ausgetauscht werden. Das ist nicht nur ein praktischer Schutz gegen Regen oder Diebstahl, man kann auch so gut wie jeden optischen Wunsch verwirklichen, da die Cover in verschiedenen Farben und Designs zwischen 35 und 45 Euro erhältlich sind. Zudem gibt es von Künstlern und Designern entworfene Sondereditionen.

Oi

Eine dezente Klingel für urbane Radler und Sportler ist die „Oi“ des australischen Herstellers Knog (19,90 Euro). Die 15 Millimeter schmale, ringförmige Klingel wird auf den Lenker geschoben und ist in den zwei Durchmessern für gängige Lenkerformen (22,4 Millimeter sowie ab 23,8 bis 31,8 Millimeter) erhältlich. Für die Anpassung an individuelle Vorlieben wird die Klingel, die nicht wie eine Klingel aussieht, in fünf verschiedenen Designs angeboten. Praktisch ist insbesondere die Aussparung im Klemmbereich, die eine feste Montage ermöglicht, ohne Schalt- und Bremszüge zu strapazieren.

Birkengriffe

Nachwachsende Rohstoffe liegen im Trend: Dazu passend gibt es neu die „Birkengriffe“ von My Boo. Die Lenkergriffe mit einer Grifffläche aus Birkenrinde sind laut Hersteller gerade bei nassen oder winterlichen Bedingungen besonders rutschfest und witterungsbeständig. Die stylischen Griffe werden vollständig in Deutschland produziert und für 79,90 Euro vom Bambusradhersteller My Boo vertrieben.

Single Rack

Praktische Alltagsmobilität verbindet das „Single Rack“ (ab 89 Euro) von Fahrer Berlin mit urbanem Chic. Der Gepäckträger ist speziell zum Nachrüsten an Stadträdern konzipiert und ermöglicht den Transport von Taschen bis zu acht Kilogramm Gewicht. Durch seine reduzierte Optik schmiegt sich der Träger in das Gesamtbild des Fahrrades. Die Montage erfolgt am Bremssteg und der Hinterradachse, sodass keine Gewindebohrungen an den Ausfallenden erforderlich sind. Wer lieber mit zwei Taschen fährt, der kann auf das „Double Rack“ mit zwei Streben zurückgreifen.

Commuter Bag

Urbanen Stil am und abseits des Rades versprüht die „Commuter Bag“ von Ortlieb (139,95 Euro). Die Tasche ist komplett wasserdicht, was man ihr auf den ersten Blick nicht ansieht. 14 bzw. 19 Liter Stauraum bieten genügend Platz für die Dinge des Arbeitsalltags. Für Kleinteile wie Stifte oder Schlüssel sind spezielle Halterungen vorgesehen. Die Lifestyle- und Businesstasche ist somit auch ein Organisationstalent.

Moto Urban Pedal

Kein Abrutschen mehr mit Ledersohle oder High-Heels und ein stylischer „Auftritt“: Das verspricht Hersteller Moto Bicycles bei seinem Holzpedal „Urban“ (155 Euro/Vertrieb Cosmic Sports). Ein starkes Griptape sorgt für die nötige Haftung und kann in unterschiedlichen Farben ausgetauscht werden. Auf Pins und Metall wird schuhschonend verzichtet. Die Pedale sind dadurch nur 15 Millimeter stark und wiegen 320 Gramm pro Paar.

Delta Cruiser

Eine optisch wirksame Aufhübschung sind bunte Reifen. Hersteller Schwalbe bietet beispielsweise seinen Reifen „Delta Cruiser“ (ab 17,90 Euro) nicht nur in Schwarz, sondern auch in Cremefarben, Braun oder Schwarz mit weißer Seitenwand an. So lässt sich jedes Stadtrad einfach und schnell individualisieren.

Bordo Black

Das Faltschloss „Bordo Black“ (139,95 Euro) von Abus verspricht höchste Sicherheit mit auffällig-unauffälligem matt-schwarzem Design. Das Faltschloss lässt sich praktisch und platzsparend in einer Transporttasche an den üblichen Flaschenhalter-Ösen am Rahmen befestigen. So ist es immer griffbereit, fällt jedoch nicht weiter auf. Für die nötige Diebstahlsicherheit sorgen 5,5 Millimeter starke Stäbe aus gehärtetem Stahl und ein X-Plus-Schließzylinder.

Classic

Dem neuen Fahrrad einen klassischen Look verleihen? Warum nicht: Busch & Müller hat z. B. den Scheinwerfer „Classic“ (54,90 Euro) in seinem Sortiment. Das Gehäuse der Lampe sieht aus wie aus früheren Zeiten, im Inneren verbirgt sich hingegen moderne LED-Technik. Standlichtfunktion, Nahfeldausleuchtung, Tagfahrlicht, einen integrierten Frontstrahler und 30 Lux Strahlkraft traut man dem Scheinwerfer auf den ersten Blick nicht zu.

Hülse

Ein praktischer Schutz des Hosenbeins vor Kettendreck ist die „Hülse“ von Fahrer Berlin (19,50 Euro). Das kurze Kunststoffrohr wird mit einem Band flexibel an der Kettenstrebe fixiert. Das Rohr „schwimmt“ so auf der Kette – genau an der Stelle, wo das Hosenbein sonst dagegenschlägt. Dank ihres schwarzen Designs passt die Hülse optisch zu jedem Bike. Sie wiegt 22 Gramm und ist für Naben- und Kettenschaltungen geeignet. Ein weiterer Effekt: Die Kette wird vor Spritzwasser und Dreck geschützt, was den Verschleiß minimiert und man muss weniger nachfetten.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Gesetzesänderung: Eltern radeln auf dem Gehweg

Gesetzesänderung: Eltern radeln auf dem Gehweg

(Bildquelle: www.pd-f.de / gregor bresser)

Eltern dürfen künftig ihre Kinder beim Radfahren auf dem Gehweg begleiten. Diese Änderung der Straßenverkehrsordnung tritt ab sofort in Kraft und soll Familien dazu bewegen, öfters auf das Rad zu steigen. Doch die Gesetzesänderung allein schafft nicht mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr, wie der pressedienst-fahrrad zeigt.

[pd-f/tg] Ab 14. Dezember 2016 können radfahrenden Eltern ihrer Aufsichtspflicht im Straßenverkehr legal erfüllen. Eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt, dass eine Begleitperson ab 16 Jahren ein Kind bis zum achten Lebensjahr radfahrend auf dem Gehweg begleiten darf. Zudem dürfen Kinder unter acht Jahren ab sofort auch auf „baulich angelegten Radwegen“ fahren. Davon sind jedoch Radfahr- und Schutzstreifen ausgeschlossen. Bislang galt die Regelung, dass Eltern via Gesetz auf dem Radweg oder der Straße fahren, während der Nachwuchs bis zum achten Lebensjahr den Gehweg nutzen musste. Die Novelle soll mehr Eltern dazu bringen, alltägliche Wege mit den Kindern per Rad zu absolvieren.

Elterntaxis gefährden die Gesundheit

Für Kinder ist es äußerst wichtig, dass sie sich bereits in frühen Jahren ausreichend bewegen. Rund 60 Minuten als tägliches Minimum schlagen Gesundheitsexperten vor. Dadurch soll Krankheiten und Beschwerden im Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenenalter vorgebeugt werden. „Die positiven Auswirkungen, die Radfahren bereits in jungen Jahren erzielen kann, sind immens. Dabei ist es nicht nur gesundheitsförderlich, sondern hilft auch bei der Weiterentwicklung“, erklärt Guido Meitler vom Kinderfahrzeughersteller Puky. Das gerne von den sogenannten Helikopter-Eltern praktizierte Elterntaxi bis vor die Eingangstür von Kita oder Schule ist deshalb kontraproduktiv. „Kinder mit dem Auto zur Grundschule zu bringen, sollte die Ausnahme sein“, schreibt sogar der Automobilclub ACE in seinem Schulweg-Ratgeber.

Neues Gesetz ist familienfreundlich

Durch die StVO-Novelle hat die Begleitperson den Nachwuchs stetig im Blick. Den Radfahrneulingen und den Eltern wird ein subjektives Sicherheitsgefühl vermittelt, was zu mehr Fahrradfahren anregen soll. „Die neuen Regeln sind familienfreundlich und sorgen für mehr Verkehrssicherheit“, bekräftigt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Bislang wurde durch parkende Autos oder Grünflächen der Sichtkontakt zwischen Eltern und Kindern stark eingeschränkt, was zu Unsicherheit auf beiden Seiten führte. Die neue Gehweg-Regelung verdeutlicht ein verkehrspolitisches Dilemma: Kaum eine deutsche Stadt hat eine familienfreundliche Fahrradinfrastruktur, die ein gewünschtes gemeinsames Radfahren von Kindern und Eltern auf denselben Wegen ermöglicht. Auch jetzt sehen sich Familien mit zwei Erwachsenen oder älteren Kindern damit konfrontiert , dass sie weiterhin räumlich getrennt fahren müssen, da nur eine Begleitperson auf dem Gehweg erlaubt ist.

Gefahrenpotenzial parkender Autos

Kinder sind im Alltagsverkehr gerade auf baulich von der Straße getrennten Rad- und Gehwegen einem hohen Risiko ausgesetzt. Oft werden sie durch parkende Autos verdeckt und darum nicht von Autofahrern wahrgenommen. Gerade beim Abbiegen kann dies zu Unfällen führen. „Wir raten deshalb unbedingt dazu, dass Kinderräder und Kinderanhänger mit einer zusätzlichen Fahne ausgestattet werden, die für mehr Sicherheit sorgt“, sagt Anne Schmidt vom Kinderanhängerspezialisten Croozer. Durch reflektierende Bekleidung und Accessoires wird die Sichtbarkeit gerade in der dunklen Jahreszeit zusätzlich gesteigert. „Unser Reflektorband ist auch für Kinder ein passender Begleiter, der die Sicherheit erhöht. Gesehen zu werden ist für Kinder ein wichtiger Punkt im Straßenverkehr“, ergänzt Joachim Leffler vom Accessoire-Label Fahrer Berlin.

Für zusätzliche Sicherheit sollten Kinder bei jeder Fahrt einen Helm tragen – auch wenn dieser gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. „Kinder gehören im Straßenverkehr zu den Risikogruppen. Der Schutz des Kopfes muss dabei oberste Priorität haben“, so Torsten Mendel vom Sicherheitsexperten Abus.

Eltern sind ebenfalls in der Pflicht

Aber auch die radfahrenden Eltern sind gefordert und müssen durch die neue Gehweg-Regelung andere Verkehrsteilnehmer respektieren, um Konflikte zu vermeiden. „Fußgänger haben auf dem Gehweg absoluten Vorrang“, heißt es dazu in einer Mail des Bundesverkehrsministeriums an den pressedienst-fahrrad. Zu beachten ist ebenfalls, dass Kinder und ihre Begleitperson bei Fahrten auf dem Gehweg zum Überqueren einer Fahrbahn absteigen und schieben müssen, wie Roland Huhn, Rechtsexperte des Allgemeinen Fahrrad-Clubs Deutschland (ADFC), bestätigt. Generell gebe es in Deutschland noch einiges an Verbesserungspotenzial, um Familien das Fahren auf einem flächendeckenden, sicheren Radverkehrsnetz in hoher Qualität zu ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise eine wachsende Anzahl an Fahrradstraßen ohne Durchgangsverkehr und der Ausbau von Radschnellwegen.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Richtige Bekleidungspflege für eine lange Haltbarkeit

Richtige Bekleidungspflege für eine lange Haltbarkeit

(Bildquelle: www.vaude.com | pd-f)

Vor allem Schlamm, Dreck oder Spritzwasser setzen Radbekleidung im Winter zu. Damit aber die Velo-Garderobe möglichst lange hält und den Radfahrer vor Wind und Wetter schützt, muss sie entsprechend gepflegt werden. Der pressedienst-fahrrad gibt Tipps zum Umgang mit Funktionsbekleidung.

[pd-f/tg]Falsches Waschen beeinträchtigt die Funktionalität von hochwertiger Radbekleidung spürbar. Damit Atmungsaktivität, Feuchtigkeitstransfer sowie Wind- und Wetterschutz möglichst lange erhalten bleiben, kann man sich für die richtige Pflege am sogenannten Zwiebelprinzip orientieren. Das Schichtenprinzip gilt als optimale Bekleidungsstrategie für den Winter, ist aber auch ein Leitfaden für die richtige Produktpflege.

Schichtspezifisch waschen

Richtig spannend wird es bereits bei der äußeren Schicht, die über wind- und wasserdichte Eigenschaften verfügt. Hier kann es durchaus einmal angebracht sein, oberflächlichen Schmutz oder Dreck einfach abzuklopfen oder mit einer weichen Bürste zu entfernen. „Grundsätzlich gilt hier: So wenig wie möglich und so oft wie nötig waschen“, rät Stephanie Herrling vom Bekleidungsspezialist und erklärt: „Schweiß, Körperfette oder Kosmetika können im Extremfall die Membran beschädigen und sollten deshalb regelmässig entfernt werden.“

Das Waschen der mittleren, isolierenden Schicht, die in erster Linie für den Wärmerückhalt verantwortlich ist, sollte zwar regelmäßiger, aber abhängig von der Art der Verschmutzung erfolgen. Gerade das häufig verwendete und beliebte Polyester-Fleece ist als recht unverwüstliches und pflegeleichtes Material bekannt. Um ihre Funktionalität zu behalten, sollten Baselayer und Unterwäsche, die mit der Haut im engen Kontakt sind und viel Schweiß aufnehmen, nach jedem intensiven Gebrauch gewaschen werden. Eine Besonderheit ist hier Merinowolle, die man ruhig einige Male auslüften lassen darf, bevor sie in die Trommel muss.

Radschuhe nicht in die Maschine

Radschuhe hingegen gehören, selbst wenn sie stark verschmutzt sind, auch im Winter nicht in die Waschmaschine. Den äußeren Dreck kann man mit einer Bürste oder einem Schwamm und warmem Wasser entfernen. „Wichtig ist, dass die Schuhe im Winter richtig trocknen. Feuchte Schuhe ziehen Pilze und Keime an. Deshalb sollten Radschuhe regelmäßig auch innen mit einem Schwamm und einer sanften Lauge aus warmem Seifenwasser gereinigt werden“, rät Steven Nemeth von Schuhhersteller Bont. Vorher sollte man übrigens die Einlagen aus den Schuhen entfernen und gegebenenfalls separat waschen.

Hinweise auf Etiketten unbedingt beachten

Die spezifischen Pflege- und Waschhinweise sind von Produkt zu Produkt verschieden. Um richtig zu waschen, gilt: Immer die Hinweise auf den eingenähten oder eingedruckten Etiketten beachten. „Die Hersteller geben den Kunden damit bereits den passenden Leitfaden für den richtigen Umgang mit Funktionsbekleidung“, weiß Dieter Schreiber vom Bekleidungshersteller Giro. Doch gerade bei Unterwäscheprodukten ist es nicht unüblich, das Waschetikett vor dem ersten Gebrauch zu entfernen, um Scheuern auf der Haut zu vermeiden. Deshalb sollte man die Pflegehinweise zumindest für die ersten Wäschen aufbewahren oder auf der Internetseite der Hersteller nachlesen.

Um die Funktion von Reiß- und Klettverschlüssen lange zu bewahren und andere Wäsche zu schützen, werden diese vor dem Waschgang geschlossen. Für kleinere Teile wie Handschuhe oder die Innenpolster des Fahrradhelms lohnt sich ein kleiner Wäschesack, ähnlich wie er für das Waschen von Dessous genutzt wird. „Eine Waschtemperatur von 30 Grad Celsius in Verbindung mit einem milden Waschmittel ist für die Helmpolster vollkommen ausreichend. Damit wird ein Einlaufen der Polster vermieden. Wir empfehlen jedoch idealerweise eine Handwäsche“, sagt Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus.

Manche mögen´s kühl

Für ein gelungenes Waschergebnis ist die richtige Temperatur also entscheidend. Während Unterwäsche gerne auch mal 40 oder gar 60 Grad Celsius verträgt, fühlen sich Regen- oder Windjacken mit ihren versiegelten Nähten bei 30 oder maximal 40 Grad am wohlsten. Das hat zur Folge, dass man oft die Waschmaschine nicht vollständig gefüllt bekommt. Beim Waschen von Funktionsbekleidung ist das aber nicht wirklich ein Nachteil, da die Wäsche unabhängig von anderen Textilien gewaschen werden sollte. „Durch die oftmals geringen Temperaturen und die schonenden Waschmittel braucht Funktionsbekleidung ein bisschen mehr Platz in der Trommel, um richtig sauber zu werden“, weiß Stephanie Herrling.

Auf keinen Fall Weichspüler verwenden!

Beim Waschmittel gilt für alle Funktionsbekleidungsstücke: Keinen Weichspüler verwenden! Die Tenside des Weichspülers legen sich wie ein Film auf die Fasern, was wasserabweisend wirkt. Die Wäsche trocknet zwar schneller, nimmt aber im Anschluss weniger Schweiß auf und der Feuchtigkeitstransport wird beeinträchtigt. Allerdings muss Funktionskleidung, die versehentlich mit Weichspüler gewaschen wurde, nicht weggeworfen werden. Nach ein paar Wäschen ohne Weichspülerzusatz sollte die anfängliche Funktion wieder hergestellt sein.

Zudem wird geraten, von Pulverwaschmitteln Abstand zu nehmen. Sie lösen sich bei niedrigen Temperaturen schwerer auf und oft bleiben Waschmittelrückstände im Stoff, die das Gewebe zusätzlich verstopfen. Deshalb ist ein Gebrauch von weichspülerfreiem Flüssigwaschmittel oder – noch besser – Spezialwaschmitteln für Funktionstextilien sinnvoll. „Rückstände in der Wäsche sind dadurch selten. Dennoch werden dank der Zusammensetzung Fett oder Schmutz auch bei niedrigen Temperaturen im Wasser aufgelöst und entfernt“, so Vaude-Sprecherin Herrling, deren Unternehmen Spezialwaschmittel der Firma Nikwax für nahezu jedes erdenkliche Material anbietet. „Für wind- und wasserdichte Funktionsbekleidung sollte man so oder so auf das jeweilige Spezialwaschmittel setzen, um sicher zu gehen, die Membran oder Beschichtung nicht zu beschädigen“, ergänzt Herrling.

Niedrig Schleudern – oder gar nicht

Beim Schleudern gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr. Da Funktionsmaterial schnell trocknet, ist ein niedrigtouriges, materialschonendes Schleudern zu empfehlen. Bei einigen Modellen mit Membrantechnologie, wie Regenjacken oder winddichten Softshells, ist Schleudern wegen der hohen Wasserdrücke jedoch generell tabu. Auch ob das Funktionsprodukt in den Trockner darf, muss man individuell entscheiden. Wer sich unsicher ist, wirft einen Blick auf die Pflegehinweise. Die Materialien sind jedoch schnelltrocknend und es kann deshalb hinsichtlich der Umwelt auf den Trockner auch einmal verzichtet werden.

Imprägnieren mit dem Trockner

Zum Imprägnieren der sogenannten dritten Lage wird hingegen eine Behandlung im Trockner ausdrücklich erwünscht. Eine Imprägnierung hält im Normalfall ca. drei bis fünf Waschgänge aus. Ist die Imprägnierung durch Reibung oder Wäsche abgenutzt, perlt Regenwasser nicht mehr ab, sondern das Obermaterial saugt sich mit Wasser voll wie ein Schwamm. Die Produkte sind anschließend zwar weiterhin wasserdicht, aber Schweiß kann nicht mehr von innen nach außen entweichen. „Die Imprägnierung ist deshalb nicht für die Wasserdichtigkeit, sondern für die Atmungsaktivität verantwortlich“, räumt Dieter Schreiber mit einem Irrtum auf. Um die Imprägnierung wieder herzustellen, sollte das noch leicht feuchte Produkt nach dem Waschen gleichmäßig mit einem Imprägniermittel eingesprüht werden. Bei einer ca. dreißigminütigen Behandlung im Trockner bei mittleren Temperaturen wird sie dann „reaktiviert“.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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