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Zehn Neuheiten von der Eurobike

Zehn Neuheiten von der Eurobike

(Bildquelle: www.pd-f.de / Messe Friedrichshafen / Eurobike)

In der letzten Woche fand in Friedrichshafen die Fahrradleitmesse Eurobike statt. Am Bodensee wurden die Highlights und Trends für die Saison 2020 vorgestellt. Der pressedienst-fahrrad war vor Ort und hat spannende Neuheiten entdeckt, die ab dem nächsten Frühjahr im Handel sind. Viel dreht sich dabei um die Elektromobilität und Konnektivität, aber auch um die kommenden Radfahrer.

Ein Chip als Lebensretter

Helmspezialist Abus bietet für seine sportliche Helmreihe als zusätzlichen Schutz einen speziellen Chip an. Der Sensor wird am Helm befestigt und im Falle eines Sturzes aktiv. Per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, überträgt der Chip ein Signal an das Telefon, wenn man nach einem Sturz selbst nicht mehr Hilfe rufen kann. Das Smartphone überträgt automatisch eine Notfall-SMS an eine im Vorfeld festgelegte Kontaktnummer. Falls der Sturz weniger schlimm ausgefallen ist, kann man per App den Notruf selbst deaktivieren. Der Notfallretter kostet einen Aufpreis von rund 50 Euro.

Motorunterstützung nur bei Bedarf

Mit dem neuen „Souplesse“ möchte Hersteller MTB Cycletech die urbane Mobilität verändern. Das Antriebssystem ist komplett in den Rahmen integriert und kaum sichtbar. Der Akku befindet sich im Unterrohr, der Antrieb in der Hinterradnabe. Souplesse bedeutet übersetzt Flexibilität – das Antriebssystem lässt sich dementsprechend bei Bedarf über einen Schalter am Unterrohr aktivieren. Bei der Schaltung kommt ein Zentralgetriebe aus der „C-Linie“ von Pinion zum Einsatz, wahlweise mit sechs, neun oder zwölf Gängen. Das Gewicht des E-Bikes liegt laut Hersteller bei lediglich 15 Kilogramm. Der Preis ist noch nicht bekannt.

Erstes connected Cargobike

E-Bike-Spezialist Riese & Müller bietet laut eigenen Angaben die ersten vernetzten Lastenräder an. In den Modellen der „Packster“- und „Load“-Serie kann ab sofort der sogenannte „RX-Service“ verbaut werden. Dabei handelt es sich um einen GPS-Chip, der als zusätzlicher Diebstahlschutz dient. Im Falle eines Raddiebstahls kümmert sich der Hersteller um die Verfolgung und bringt das Rad zum Fahrer sogar zurück. Der Chip soll in Zukunft jedoch noch mehr können: So besteht die Möglichkeit, Software-Updates direkt aufzuspielen oder im Falle eines Sturzes eine Notfallmeldung zu verschicken. Der Chip kostet einen Aufpreis ab rund 80 Euro und ist auch bei normalen E-Bikes des Herstellers zu finden.

E-Mountainbike mit zwei Akkus

Über 1.125 Kilowattstunden Akkukapazität verfügt das neue E-Mountainbike „Uproc 3“ von Flyer dank der optionalen Dual-Battery-Lösung. Angetrieben wird durch den neuen Bosch Performance Line CX Antrieb. Das Fahrwerk mit 140 Millimetern Federweg vorne und 130 Millimetern hinten in Kombination mit voluminösen 2.6 Zoll breiten Reifen soll selbst im steilen Gelände für hohen Fahrkomfort und Sicherheit sorgen. Dank dem magnetischen „Monkey Link System“ lassen sich an Vorbau und Sattelschelle Anbauteile wie Licht oder Schutzblech einfach befestigen. Preis: ab 4.999 Euro

Faltrad für das Abenteuer

Mit dem „Explore“ bietet Spezialist Brompton ein Faltrad für die Abenteuerfahrt außerhalb der City. Bereits optisch setzt das Rad in den Farbtönen ,Forest Drap‘ und ,Explore Orange‘ neue Akzente. Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen Marathon-Racer-Reifen von Schwalbe und ein Allwetter-Sattel von Brooks. Außerdem sind die Arretierungshebel nicht aus Kunststoff, sondern aus Aluminium, was mehr Stabilität ermöglichen soll. Jedes der limitierten Räder wird mit einem speziellen Ersatzteil-Kit ausgeliefert, um für den Notfall gerüstet zu sein. Das Faltrad gibt es in zwei Versionen mit sechs Gängen ab 2.043 Euro.

MTB-Radschützer mit integriertem Licht

Ein Steckschutzblech mit integriertem Rücklicht zeigt SKS Germany mit dem „Nightblade“. Der Hinterradschutz richtet sich speziell an Mountainbiker, die bei Dunkelheit unterwegs sind. Das Rücklicht ist StVZO-zugelassen. Der Akku ist herausnehmbar und wird per USB geladen. Spritzschutz bieten ein verstellbarer Front- sowie ein langer Backspoiler. Durch die Quick-Release-Befestigung lässt sich das Nightblade mit Powerstraps an fast jeder Sattelstütze montieren. Das Schutzblech ist für Reifen in 26, 27,5 und 29 Zoll und Reifenbreiten bis 3,0 Zoll geeignet und kostet 39,99 Euro.

Outdoor-Rucksack für Frauen

Taschenspezialist Ortlieb erweitert mit dem „Atrack ST“ seine Rucksackserie um ein Modell speziell für Frauen. Schulterträger und Hüftflossen sind auf die weibliche Anatomie angepasst, die Rückenlänge lässt sich für kürze Oberkörper anpassen. Für Tragekomfort sorgen eine atmungsaktive Rückenauflagefläche und ein gepolsterter Hüftgurt. Den Rucksack gibt es in den Größen 25 und 34 Litern. Laut Hersteller kommt er so dem Trend zu Kurzreisen und Minimalismus entgegen, bietet aber noch genügend Stauraum für diverse Outdoor-Aktivitäten. Preis: ab 179,99 Euro

Neue Kinderräder mit Alu-Rahmen

Kinderfahrzeugspezialist Puky bringt mit „Cyke“ neue Modelle für Kinder ab sechs Jahren auf den Markt. Die Räder sind durch Alu-Rahmen und -Komponenten relativ leicht, dabei dennoch mit festinstallierter Lichtanlage, Schutzblechen und wahlweise Gepäckträger und Kettenschutz für den Schulweg geeignet. Die neue Serie umfasst Modelle in 20 und 24 Zoll mit unterschiedlichen Gangschaltungsvarianten (Drei- bzw. Siebengang-Nabenschaltung mit Rücktritt, Sieben- oder Achtgang-Kettenschaltung). Einstiegspreis liegt für 20 Zoll bei 359,99 Euro und für 24 Zoll bei 399,99 Euro.

Individualität für die Kleinsten

Passend zu den neuen Kinderanhängern „Kid Vaaya“ (ab 899 Euro) und „Kid Keeke“ (ab 699 Euro) bietet Hersteller Croozer eine neue Zubehörkollektion an. Die Kollektion „Kaaos“ umfasst Produkte wie einen Babysitz, eine Sitzstütze und ein Winter-Set, damit auch die Allerkleinsten transportiert werden können. Das Zubehör gibt es jetzt in unterschiedlichen Farben und es lässt sich so individuell kombinieren. Die neuen Designs sollen laut Hersteller für mehr farbliche Akzente sorgen.

Liegeräder mit neuem Motor

HP Velotechnik stattet seine Elektroradflotte künftig mit den Hinterradantrieben von Alber aus. Insgesamt 15 Baureihen erhalten den Neodrive z20 in der Hinterradnabe als mögliche E-Option. Die Kooperation entstand, als sich der bisherige Motorenlieferant zu Jahresbeginn aus dem Markt zurückgezogen hatte. Wichtig für die Liegeradspezialisten war, dass die neuen Motoren auf die speziellen Anforderungen der Räder abgestimmt wurden. Der Einstiegspreis für klassische einspurige Liegeräder liegt bei 5.680 Euro (Modell „Streetmachine“), bei Trikes bei 5.880 Euro (Modell: „Gekko fx 20“).

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Trend Bikepacking – die Grundausstattung für das Abenteuer

Trend Bikepacking - die Grundausstattung für das Abenteuer

(Bildquelle: www.ortlieb.com | Russ Roca | pd-f)

(pd-f/gf) Bei einem Microadventure oder Bikepacking braucht man keine große Streckenplanung, denn das Abenteuer in der Natur startet direkt vor der Haustür. Wichtig ist hingegen die Wahl der passenden Ausrüstung. Freilich kann man auf Dachboden und im Keller die Ausrüstung aus Jugendzeiten bei den Pfadfindern zusammensuchen. Das schont erst einmal das Budget, bringt aber auch den Standard in Sachen Komfort, Gewicht und Funktionalität aus der Vergangenheit mit sich. Deshalb lohnt ein Blick auf aktuelle Camping- und Outdoor-Ausrüstung. Es gibt sogar bereits Dinge, die speziell für Microadventures mit dem Rad entwickelt wurden. Bikepacker Gunnar Fehlau zählt für den pressedienst-fahrrad die elementare Grundausrüstung auf, die er bei jedem Radabenteuer dabei hat.

1. Große Taschen

Die Taschen sind der augenfälligste Unterschied zwischen dem Bikepacking und klassischen Radreisen. Der Bikepacker schnürt sein Taschen-Set direkt am Rahmen fest und verzichtet auch gerne auf einen Gepäckträger. Ich freue mich sehr, dass Bikepacking-Taschen auch in wasserdichter Ortlieb-Qualität zu bekommen sind. Das „Seat-Pack“ mit Ventil lässt sich einfach straff und steif am Rad befestigen und das „Accessory-Pack“ ist eine Offenbarung in Sachen Ordnung und schnellem Zugriff.

2. Kleine Taschen

Die kleinen Taschen für Oberrohr und Cockpit sind für den Bikepacker das, was vielen eine Handtasche in der Stadt ist: Mann oder Frau hat sie immer dabei. Ein Pionier ist aus meiner Sicht immer noch einer der Platzhirsche: Revelate Designs. Eine Fahrt ohne „Jerrycan“ (fürs Werkzeug), „Gastank“ (Snacks) und „Mountain Feedbag“ (Kamera, Handy, Ministativ) ist für mich schlicht undenkbar. Die Taschen sorgen für schnellen Zugriff. Am Boden des Feedbags liegt ein kleiner, wasserdichter Packsack zusammengerollt bereit, um bei Wetterumbruch die Technik zu schützen.

3. Lager-Jacke

Selbst im Hochsommer habe ich immer eine Jacke dabei, spätestens nach der Fahrt brauche ich sie im Lager. Früher habe ich auf Daunen gesetzt. Nun bin ich mit Primaloft unterwegs, denn diese Kunstfaser ist weniger witterungssensibel und lässt sich auch auf dem Rad tragen. Das ist ein gewichtssparender Doppelnutzen. Zurzeit trage ich eine „Men’s Minaki Jacket“ von Vaude. Clever: Das langgezogene Heck der Jacke wärmt die Nieren beim Radeln und am Lagerfeuer.

4. Lager-Hose

Was für die Lager-Jacke gilt, trifft auch auf die Hose zu. Sie ist immer dabei und sollte auf dem Rad und im Lager einsetzbar sein. Auch hier halten Kunstfasern Einzug. Die Parallelen zur Jacke gehen sehr weit. Mein Favorit stammt vom gleichen Hersteller und aus der gleichen Serie: „Men’s Minaki Shorts II“. Die neuste Generation hat Lüftungsnetze mit Reißverschlüssen an den Beinen, sehr praktisch in den Bergen! Jacke wie Hose verpacke ich im Sommer im „Seat-Pack“; in kühleren Jahreszeiten kommen sie zuvorderst ins „Handlebar-Pack“ von Ortlieb. So sind sie bei einem Temperaturumschwung schnell griffbereit, ohne dass nach dem Entnehmen die komplette Tasche nochmals festgezurrt werden muss.

5. Schlafsack

Der „Passion Three“ von Yeti ist seit fast zehn Jahren eine Konstante in meiner Packliste. Er ist mit knapp über 500 Gramm äußerst leicht und liefert kombiniert mit Radkleidung und Biwaksack oder Inlay Behaglichkeit bis Richtung Gefrierpunkt.

6. Isomatte

Isomatten haben in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen: Sie sind viel leichter, kleiner und bequemer geworden. Dafür braucht man viel Atem beim Aufpumpen oder bedient sich eines Pumpsacks. Dieser ist in jedem Falle zu empfehlen, da so kein Speichel ins Ventil gelangt und dort bei Minustemperaturen gefriert. Ich habe zwei Modelle im Einsatz. Im Sommer bin ich mit einer „NeoAir Xlite“ von Therm-a-Rest unterwegs und im Winter bette ich mich auf einer mit Primaloft gefütterten „Norrsken Large“ von Vaude. Schlafsack und Isomatte verstaue ich platzsparend in Fahrtrichtung ausgerichtet im „Seat-Pack“. Kleiner Trick: Ich benutze für den Schlafsack einen alten Isomatten-Packsack. Der hat einen kleineren Durchmesser, ist aber dafür länger. So passen Matte und Schlafsack besser in die Trichterform und die „Seat-Pack“ lässt sich einfacher schwingungsstabil festschnallen.

7. Schlauchtuch

Ein Schlauchtuch ist Helmmütze, Halstuch, Schlafmütze und Kopfkissenbezug (einfach die Lager-Jacke hineinrollen) in einem. Das erklärt, warum ich meistens zwei Stück dabei habe … wer will auf einem Kopfkissen schon auf warme Ohren verzichten? Meine beiden Begleiter gab es als Werbegeschenke zur Eurobike.

8. Stirnlampe

Meine Stirnlampe hat mittlerweile Aussetzer, ein namenloser Notkauf in einem Trekkingladen mitten in den Vogesen. Auf dem Wunschzettel steht nun die „Novalite“ von Edelrid: Leicht, klein, stabil und bezahlbar. Die Batterien sind kompatibel mit meinem GPS-Gerät, was die Ersatzteilversorgung einfach macht. Sie hat auch genug Leuchtkraft, um als Notbeleuchtung auf dem Rad zu fungieren.

9. Grillrost & Feuerstarter

Lagerfeuer und Grillen gehören für mich zu einem richtigen Abenteuer einfach dazu. Der Rost kommt von „Rutalocura“ aus den USA und ist dank Titan federleicht. Auf Steine oder dicke Hölzer gelegt, ist es der perfekte Bikepacker-Grill. Zum Transport am Rad packe ich den Grill in eine Ziplock-Tüte und dann als ersten Gegenstand in die „Frame-Pack“ genannte Rahmentasche von Ortlieb. Ich habe stets noch feine Stahlwolle dabei, die dient aufgezupft als Feuerstarter und zum Reinigen des Grills. Wenn Zeit und Muße es zulassen, wird das Feuer ohne Streichhölzer entfacht. Dafür habe ich den „Ultimate Fire Starter“ von Vargo dabei.

10. Gutes Messer

Sie sind an Multitools und Fahrradwerkzeugen, gehören aber eigentlich zwischen eigene Schalen: Kein Multitool hat eine wirklich gute Klinge, deshalb keine Tour ohne separates, hochwertiges Messer. In meiner Rahmentasche verschwindet stets eines der „556“-Serie von Benchmade. Es gibt Unternehmen, die haben diese hochwertigen Messer spendabel als Werbegeschenk mit Firmenlabel aufgelegt und wenn man dann zur richtigen Zeit am richtigen Platz ist … Danke nochmals!

11. Erste-Hilfe-Set

Erste-Hilfe-Sets hat man dabei und ist stets sehr zufrieden, wenn man sie anschließend zuhause unbenutzt wieder ins Regal legt. So soll es sein, dennoch bitte niemals ohne. Mein Begleiter ist das „First Aid Kit Bike Essential“ von Vaude. Was genau drin ist, habe ich vergessen, da ich es länger nicht gebraucht habe … sehr gut! Mit einem Gummi habe ich noch einen Not-Biwak-Sack („Biwak LW“, ebenfalls Vaude) ans Set befestigt.

12. Kabelbinder & Gaffa-Tape

Ein Sortiment von rund einem Dutzend Kabelbindern wiegt nicht viel und kann bei allerlei Improvisationsmaßnahmen guter Helfer sein. Gleiches gilt für ein paar Meter Gaffa-Tape (mein Favorit ist Gorilla-Tape), die ich um meine Mini-Pumpe gewickelt habe.

Zu diesen Dingen gesellen sich noch Radbekleidung, Kulturzeug, Werkzeug fürs Rad und Verpflegung samt Getränken und schon kann das Abenteuer starten. Wann beginnst Du?

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Immer weiter, immer breiter: Sieger der Saison 2017 (Fahrrad)

Immer weiter, immer breiter: Sieger der Saison 2017 (Fahrrad)

(Bildquelle: www.pd-f.de / Florian Schuh)

(pd-f/tg) Die Neuheiten für die Fahrradsaison 2017 stehen in den Startlöchern. Fachjournalisten und Experten konnten bereits ein Auge darauf werfen und erste Produkte ausgiebig testen. Der pressedienst-fahrrad hat wichtige Testurteile untersucht und ein Ranking eigener „Sieger der Saison“ erstellt. Zwei Trends zeichnen sich für die Saison 2017 ab: E-Bikes und breite Reifen.

Velotraum – Reiselust? Aber bitte mit Rennrad!

„Gravel“- oder „All-Road“-Bike heißt die neue Radgattung, die 2017 für Aufsehen sorgt. Der Sinn ist einfach erklärt: Dank breiterer Reifen werden Rennräder schlechtwegetauglich. Somit ist der Rennradfahrer nicht mehr auf Asphalt angewiesen, sondern kann auch auf Schotterwegen und Waldpisten im Gelände Spaß haben. Neue Möglichkeiten ergeben sich daher auch für Fahrradhersteller: Nicht nur Rennrad-Knowhow ist bei der Entwicklung gefragt, sondern auch Reisetauglichkeit. Kein Wunder also, dass das „Speedster SP3“ (Grundpreis ab 3.690 Euro) vom Reiserad-Spezialisten Velotraum beim Gravelbike-Test der Radtouren-Redaktion (Ausgabe 01/17) als „Top-Produkt“ ausgezeichnet wurde. „Im Test erste Wahl – und im Komfort“, urteilten die Tester, die neben der komfortablen Sitzposition die souveränen Fahr- und Bremsleistungen des Rades hervorhoben. Insgesamt „kluge Lösungen für die Langstrecke“, die sich durch ein Baukastensystem individuell anpassen lassen.

Flyer – was lange währt, wird sehr, sehr gut

Ein Motor mit integriertem Zwei-Gang-Getriebe, ein formschlüssig ins Unterrohr eingesetzter Akku, vollgefedertes Fahrwerk, hochwertige Komponenten – das „Uproc 7“ (ab 4.699 Euro) von Flyer begeistert die Redaktion der Elektrobike „schon im Stand“. Die Entwicklungszeit dieses E-MTBs habe sich gelohnt, findet die Redaktion. Eine kompakte Sitzposition sowie eine „klasse Handlichkeit“ auf den Trails zeichnen dieses E-MTB aus. Gerade auf Trail-Passagen gehe das Uproc ab wie „Schmitz Katze“ schreibt die Fachredaktion in ihrer ersten Ausgabe 2017. Dem schweizerischen E-Bike-Pionier sei hier ein tolles All-Mountain-Bike mit „herausragendem Fahrwerk“ gelungen.

HP Velotechnik – sportlich auf drei Rädern

„Spaßmaschine“ titelte die Zeitschrift Elektrorad in ihrer Ausgabe 01/2017 über das „Scorpion fs 26 Enduro“ von HP Velotechnik (ab 4.690 Euro). Der dreirädrige Flitzer mache „richtig gute Laune“. Wesentlichen Anteil daran trage die Federung: „Das kurvenfreudige Fahrwerk“ der Vorderräder arbeitet mit Technik aus dem Automobilbau. Agil, faltbar und mit hohem Sitzkomfort überzeuge das Liegerad auf und abseits von asphaltierten Wegen. Deshalb bekam es den Sport-Tipp der Redaktion. Ein breites Übersetzungsspektrum sowie ein praktischer Elektromotor bringen selbst auf Bergetappen den richtigen Schwung. „Da will man gar nicht mehr absteigen“, so die Elektrorad-Redaktion, die sich auch erfreut über den elektrischen Rückwärtsgang zeigte.

Puky – für junge Sportler und Eltern

Kinderräder haben immer einen schwierigen Spagat zu meistern. Kids wollen es cool – Eltern wollen es sicher. Die Lösung schafft nach Ansicht der Testbild (Ausgabe 01/16) das „Crusader“ (ab 349,99 Euro) von Puky am besten. Alltagstauglich, qualitativ hochwertig verarbeitet und stabil waren die Hauptkriterien, die dem Rad den Testsieg einbrachten. Alles zu einem vernünftigen Preis, was das Rad auch zum Preis-Leistungs-Sieger des Tests macht. Die sichere Ausstattung (1,0 bei Beleuchtung, Ausstattung, Anbauteile) und der kurze Bremsweg überzeugen nicht nur die Tester, sondern auch die Eltern. Bei der Nutzerbewertung durch Kinder schnitt das „Crusader“ ebenfalls mit Bestnote ab.

Haibike – Carbon und E-MTB? Super Kombination!

Zu den Top-Firmen bei der Entwicklung von Elektro-Mountainbikes zählt das Schweinfurter Unternehmen Haibike. Mit dem Modell „Xduro HardSeven Carbon 10.0“ (7.999 Euro) beweisen die Franken, dass der Werkstoff Carbon auch den hohen Anforderungen von E-MTBs gerecht wird – und gleichzeitig für ein geringes Radgewicht sorgt. Die Redaktion der World of MTB befindet: „Überzeugend umgesetzt.“ Beim Bike-Test in Ausgabe 01/16 wurde das Haibike zum Testsieger erklärt. Das Rad habe „alles, was das Herz begehrt“ und sei „auf ganzer Linie überzeugend“. Dazu kommt eine Highend-Ausstattung mit „XX1“-Schaltung von Sram sowie der „RS1“-Federgabel von Rock Shox. Das Fazit: „Macht auf jedem Terrain Spaß.“

Felt – was die Technik hergibt

„Fast schon unverschämt, was Felt abliefert“, urteilt die Redaktion der World of MTB über das neue „Decree FRD“ (9.999 Euro) des kalifornischen Herstellers. Was eigentlich negativ klingt, ist absolut positiv gemeint. Das Mountainbike wurde als Testsieger des großen MTB-Tests der Ausgabe 06/16 ausgezeichnet. Das Trail-Bike zeige „alles, was aktuell möglich ist“. Trotz vollwertiger Ausstattung (z. B. mit absenkbarer Sattelstütze) ist es leichter als viele Konkurrenzmodelle und dennoch auf höchstem Stand der Technik. Ein leichtes Fully mit sehr guten Fahreigenschaften, ein „Highend-Bike durch und durch“, so die Deggendorfer Bike-Tester.

Riese & Müller – komfortabel immer weiter

„Weiter fahren, mehr erleben“ – so lautet das Motto des E-Bike-Herstellers Riese & Müller bei seinem neuen „Delite Mountain“ (ab 5.299 Euro). Dank eines Dual-Battery-Systems kann eine Akku-Kapazität von 1.000 Wattstunden erreicht werden. Fest installiertes Licht und zwei seitlich am Steuerrohr montierte Trinkflaschen erhöhen die Tourentauglichkeit. „Trotz all dieser Features wirkt das Rad dank seines reduzierten Designs nicht überladen“, fand die Jury des Design & Innovation Awards, die das Rad in der Kategorie Mountainbike auszeichnete. Das Fazit: Ein echtes „Komfortwunder, von dem man nur ungern wieder absteigt.“

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Cargo 2017: Was das Rad zum Lastenesel macht

Cargo 2017: Was das Rad zum Lastenesel macht

(Bildquelle: www.pd-f.de / Mathias Kutt)

Schlicht „Packster“ heißt das neue E-Cargo-Rad des Darmstädter Herstellers Riese & Müller, dessen ebene Ladefläche es in der XL-Ausführung quer sogar mit einer Europalette aufnimmt. Interessantes Detail: Das neue Lenkgestänge verläuft mittig-geschützt und vereinfacht das Rangieren. Auch bei Transportanhängern stehen die Zeichen 2017 auf größeres Volumen. Anhängerspezialist Croozer bietet mit dem „Cargo Touring Cover“ eine Ladevolumenerweiterung für seinen „Cargo“-Hänger an (rückwärts-kompatibel bis zum Modelljahr 2014). Wer diese nun 110 Liter Volumen des Cargo-Anhängers voll ausnutzt, der braucht eine gute Zugmaschine. Hier bietet sich entweder ein Alltags- und Reiserad wie das „Cross 7005 Pinion“ aus dem Konfigurator von Velotraum an, dessen Herzstück – wie der Name bereits sagt – das Pinion-Zentralgetriebe „P1.18“ mit 18 Gängen ist. Alternativ wäre auch ein besonders nachhaltig produzierter Stadt-Lastenesel mit einem Rahmen aus Bambus denkbar, wie ihn die Kieler Firma My Boo mit dem „My Afram Speedhub“ mit Rohloff-Nabenschaltung ausstattet. Drittens macht sich auch ein E-Bike prima als Zugmaschine, weshalb Winoras neues „Yakun“ mit eigenem Taschensystem und Anhängerkupplung im Rahmen gebaut wird.
Jeder Radler freut sich über Kaltgetränke. Diese bleiben in der neuen „Rack-Box“ genannten Kühlbox von Ortlieb kalt. Sie hat 18 Liter Ladevolumen und nimmt bis zu zehn Kilogramm Ladung auf – ideal auch für den Einkauf an der Kühltheke. Frisch mit einem OutDoor-Award 2016 ausgezeichnet ist das Solar-Panel „Nomad 7 plus“ von Goal Zero, das ohne Puffer-Akku auskommt, Strom via USB-Anschluss liefert und ideal auf Hänger, Packtaschen oder Rucksack der Sonne entgegen ausgerichtet werden kann. Ideal für das urbane Wechselspiel zwischen Velo-Passagen und fußläufigem Einsatz ist der „Flow“ von Koki, ein „Transportkäfer“ (O-Ton des Herstellers), der gleichermaßen als Rucksack und Packtasche auf dem Gepäckträger funktioniert. Gänzlich ohne Gepäckträger kommt der neuste Trend in Sachen Radtouren aus. Das sogenannte „Bikepacking“ übersetzt die Idee des Backpackings beim Wandern aufs Radfahren: Touren mit leichtem Gepäck in jedem Gelände. Dafür sind die Taschen ohne Gepäckträger eng und schlank direkt am Rad verzurrt, wie z. B. auch bei der neuen wasserdichten „Bike Packing“-Serie vom Radtaschen-Pionier Ortlieb.
Transport und Fahrrad funktioniert auch umgekehrt. Soll das Rad selbst transportiert werden, so ist die neue „Laube“ getaufte Transporttasche von Fahrer Berlin eine nützliche Neuerung: Sauber und handlich verstaut man das Rad in der 460 Gramm leichten Tasche. Für Ordnung im Auto oder zur Mitnahme in der Bahn. Im Zug trifft man ja häufig auf Falträder, beispielsweise von Brompton. Für diese bietet Fahrer Berlin 2017 einen handlichen und trefflich benannten „Tragegriff“ an.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Der richtige Träger für jedes Rad

Der richtige Träger für jedes Rad

(Bildquelle: www.tubus.com | pd-f)

Radtouren gehören zum Sommer wie Eis und Schwimmbad. Von der Picknick-Decke bis zum Zelt haben Radler auf Tour so einiges dabei. Der pressedienst-fahrrad erklärt, wie man Fahrräder für Alltag, Sport und Touren zu kleinen Lasttieren macht.

[pd-f/cg] Wenn es darum geht, ein Mehrfaches ihres Eigengewichts zu tragen, sind Fahrräder allen anderen Fahrzeugen überlegen. Ein sieben Kilo leichtes Rennrad nimmt es locker mit einem Fahrer auf, der das Zehn- bis Zwölffache wiegt. Auch wenn dieses Verhältnis bei Touren- und Reiserädern nicht ganz so sensationell ausfällt, so liegt ihre absolute Belastbarkeit noch einmal deutlich höher: „Ein Systemgewicht von bis zu 180 Kilo ist bei unseren Rädern, je nach Detail-Entscheidung bei der Ausstattung, machbar“, erklärt Stefan Stiener vom Radhersteller Velotraum. Ein 15 Kilogramm schweres Trekkingbike kann also theoretisch einen 85-Kilogramm-Fahrer plus 80 Kilogramm Gepäck transportieren.

Basis für die Zuladung ist ein ausreichend stabiler, für den jeweiligen Einsatzzweck geeigneter Träger: am Tourenrad ein Heckträger, auf Reisen die Kombination eines solchen mit einem Lowrider an der Gabel oder für sportliche Modelle ein leicht zu montierender Sattelstützenträger. Bei Fahrrädern, die im Alltag oder auf kürzeren Touren genutzt werden, ist die Sache einfach: „An so ziemlich jedem aktuellen Tourenrad und Trekkingbike ist ein Heckträger montiert, der 20 bis 25 Kilo tragen kann“, erklärt Florian Niklaus vom Fahrradhersteller Winora gegenüber dem pressedienst-fahrrad. Das reicht in jedem Fall für ein Körbchen, in das man seine Tasche legt, für eine seitlich eingehängte Packtasche oder auch, um eine Getränkekiste vom Supermarkt nach Hause zu schieben.

Basisträger mit Federklappe

„Basisträger, meist mit der sogenannten Federklappe ausgestattet, tun durchaus ihren Dienst“, findet Katrin Dröge vom Trägerspezialisten Racktime. „Doch gerade Vielfahrer, ob sie im Alltag oder in der Freizeit unterwegs sind, suchen nach speziellen Lösungen, wie wir sie mit dem Snapit-System anbieten.“ Dabei handelt es sich um vier standardisierte Zapfen, die an diversen Taschen und Körben von Racktime vormontiert sind und an den entsprechenden Gegenstücken des Trägers passgenau andocken. „Mit einem Klick rasten diese Taschen oder Körbe hörbar und sicher ein. So ist das Anbringen von Zubehör am Träger kinderleicht“, erklärt Dröge.

Statt eines Fahrradkorbs montieren viele Alltagsradler gerne eine Packtasche, wie sie für gewöhnlich auf der Radtour verwendet wird. „Ausgehend von der klassischen Packtasche, die ja in der Regel keine innere Aufteilung bietet, ist ein großes Sortiment an speziellen Taschen für den Alltagseinsatz entstanden“, erläutert Peter Kühn von Ortlieb, dessen in Deutschland gefertigte, wasserdichte Taschen einen legendären Ruf genießen. „Den unterschiedlichen Ausführungen ist aber gemein, dass sie sich per Quick-Lock-Halterung am Gepäckträger einhängen lassen.“ Ein spezieller Träger ist für solche Taschen nicht nötig; sie werden an den waagerechten Streben eingehängt und stützen sich zusätzlich gegen die senkrechten bzw. schräg verlaufenden Streben ab.

Reduzierte Puristen

Wer seinen Träger einzig zur Befestigung von einer oder zwei seitlichen Taschen nutzen will, kann ein sehr reduziertes Modell wählen. Der „Fly Evo“ aus dem Hause Tubus, ohne Federklappe und gerade vorne sehr schmal gehalten, wird vom Hersteller zu Recht als „Puristen-Träger“ beschrieben. Noch minimalistischer ist das „Single Rack“ vom Anbieter Fahrer Berlin – in der Hauptstadt aus Edelstahl gefertigt, besteht er aus gerade mal zwei einzelnen Rohren.
Sicherheit mit Stahl

Ein solcher Träger, fürs sportlich-schicke Retro-Rennrad gemacht, muss nicht über allzu große Tragkraft verfügen – Trägersysteme, die auf Radreisen bestehen wollen, dagegen schon. „Bei einer Zuladung von 40 Kilo kommt es auf eine belastungsgerechte Konstruktion und geeignete Materialien an“, erklärt Peter Ronge von Tubus, einem Hersteller mit 20-jähriger Erfahrung. Das Material der Wahl für hochfeste Gepäckträger ist Stahl. „Wegen der spezifischen konstruktiven Anforderungen an Gepäckträger wie z. B. schlanke Streben mit vielen Biegungen, kann das klassische Leichtmetall Aluminium seinen Gewichtsvorteil hier nicht ausspielen“, so Ronge weiter. „Gepäckträger aus Stahl sind sogar leichter als Alu-Modelle, dabei höher belastbar und dauerfester.“ Und sollte beim Gepäckträger doch mal eine Strebe brechen, so der Fachmann, könne man stählerne Modelle so ziemlich überall auf der Welt schweißen lassen. „Eine Schweißerei zu finden, die Aluminium bearbeiten kann, ist dagegen ziemlich kompliziert.“

Abgesehen vom Material ist die tiefe Anordnung von Packtaschen ein typisches Merkmal reisetauglicher Träger. Gerade bei maximaler Beladung senkt man so den Fahrzeugschwerpunkt und verbessert das Fahrverhalten. Ohnehin sollten Träger und Fahrrad zueinander passen, sagt Velotraum-Mastermind Stefan Stiener. „Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise der Hinterbau, der steif genug sein muss für den Gepäcktransport. Achten muss man außerdem auf die Fußfreiheit, damit man beim Pedalieren nicht mit den Fersen an die Taschen stößt.“

Frontträger mit Seitenständer

Wer mit viel Gepäck unterwegs ist, kommt um die Montage eines zusätzlichen Trägers an der Gabel allerdings nicht herum, sei es als reduzierter „Lowrider“ oder als vollwertiger Träger mit 20 und mehr Kilogramm Tragkraft. „Gepäck nach vorne zu bringen bedeutet, die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad zu optimieren“, so Dieter Schreiber von Grofa, dem Importeur der US-Trägermarke Blackburn. „Damit wird beispielsweise verhindert, dass das Rad an Steilstücken mit dem Vorderrad abhebt.“ Der US-Hersteller Salsa hat sogar einen Lowrider im Angebot, der bis zu 25 Kilo Last trägt.

Harald Troost vom holländischen Reiseradhersteller Koga empfiehlt, einen Lowrider zusätzlich mit einem kleinen Seitenständer auszustatten – wie er beim Koga-Modell „Worldtraveller“ als Zusatzausstattung erhältlich ist. „So kippt das Rad auch bei voller Beladung nicht um.“ Auch Tubus bietet für seine Lowrider einen speziellen Seitenständer zum Nachrüsten an.
Nachrüsten? Natürlich!

Apropos Nachrüstung- in der Regel ist es mit geringem Aufwand möglich, einen Gepäckträger nachzurüsten. Die meisten Rahmen sind mit den entsprechenden Gewindebohrungen am Hinterbau ausgestattet; viele Starrgabeln verfügen über Gewinde zur Montage eines Lowriders. An gefederten Rahmen und Gabeln klappt die Montage dagegen meist nicht, zumal Gewicht an Hinterbau oder Tauchrohren die Funktion der Federung negativ beeinflussen würde. Wer an einem Mountainbike, Rennrad oder Crossrad ohne Gewindeösen Gepäck transportieren möchte, kann das mit einem Träger tun, der an der Sattelstütze befestigt wird. „Ein solcher Träger ist auf eine Last von zehn Kilo ausgelegt, wobei eher die Belastbarkeit der Sattelstütze ausschlaggebend ist“, erklärt Tubus-Fachmann Ronge. „An Carbonsattelstützen dürfen solche Träger allerdings nicht montiert werden.“

Stark im Kommen ist derzeit übrigens der Gepäcktransport ganz ohne Trägersysteme, wofür spezielle Rahmen-, Sattel- und Lenkertaschen in unterschiedlichsten Formaten angeboten werden. Doch dieses „Bikepacking“ genannte Radreisen ist eine ganz andere Geschichte …

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Mobil bei jedem Wetter: So bleiben Radfahrer trocken

Mobil bei jedem Wetter: So bleiben Radfahrer trocken

(Bildquelle: www.pd-f.de / Thomas Dietze)

Für Fahrradspaß gibt es keine Ausreden! Und sogar das wechselhafte Aprilwetter verliert seinen Schrecken, wenn man ein wenig vorbereitet ist. Tipps vom pressedienst-fahrrad.

[pd-f/cg] Vieles spricht dafür, regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Zum einen gehört das Radfahren zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen; sich diese freudvolle Fortbewegung auch im Alltag zu gönnen, klingt also erst einmal verlockend. Dann verspricht das Radeln im Berufsverkehr einen echten Zeitvorteil: Im innerstädtischen Bereich auf Strecken um fünf Kilometer Länge ist man mit dem Auto in der Regel eher langsamer als per Fahrrad. Und nicht zuletzt sollte der Umwelt- und Gesundheitsaspekt einem zu denken geben.

Schlechtes Wetter gibt es kaum

Auf jedes Argument für das „Berufsradeln“ scheint jedoch ein Einwand zu kommen. Besonders beliebt ist der Verweis auf die klimatischen Unwägbarkeiten. Angesichts der Tatsache, dass so ziemlich jeder Deutsche rund drei Viertel des Jahres übers Wetter zu schimpfen scheint, lässt sich gegen diese Haltung kaum ankommen.

Es sei denn, man hat gute Argumente – so wie die Journalistin und Radverkehrsexpertin Andrea Reidl, die sich auf ihrer Webseite www.busy-streets.de unlängst mit diesem Phänomen befasst hat und überraschende Daten liefern kann. Zwei Münchener Dauerpendler haben nämlich eine Wetterstatistik geführt, die alle 252 Arbeitstage des Jahres 2015 abdeckt. Und siehe da: Niederschlag in irgendeiner Form gab es nur bei jeder zehnten Fahrt zum Job oder nach Hause. Gleichlautende Daten zitiert Reidl aus den – ebenfalls nicht gerade für permanenten Sonnenschein bekannten – Niederlanden. So stellt sich nur die Frage, wie man mit jenen zehn Prozent aller Pendelfahrten umgeht, auf denen es (zumindest zeitweise) nieselt, regnet, schneit oder sonstwie niederschlägt.

Schutz gegen Nässe von innen und außen

„Natürlich ist es erst einmal sinnvoll, den Oberkörper mit einer wasserdichten Funktionsjacke zu schützen“, erklärt Stephanie Herrling vom Bekleidungshersteller Vaude. „Da gibt es inzwischen Modelle wie unsere ,Cyclist Jacket“ (180 Euro, Anm. d. Red.), die modisches Design mit wetterfester und radspezifischer Funktion vereinen.“ Dazu gehören etwa eine längere Rückenpartie, die der gestreckten Haltung auf dem Rad entspricht, oder in den Ärmelbündchen verborgene Reflex-Prints, die bei Bedarf nach außen gewendet werden können, erklärt die Expertin. Untenrum kann man sich mit einer Regenhose und wasserdichten Überschuhen vor Regen und Spritzwasser schützen.

Diese Kleidungsstücke fangen bereits einen Großteil der Unbill ab. Doch ganz so einfach ist es natürlich nicht. „Wie man sich am besten vor Aprilwetter schützt, hat stark mit Faktoren wie der Strecke und der Fahrweise zu tun“, weiß Harald Troost vom niederländischen Radbauer Koga. „Wer weiter pendelt und dabei schneller fährt, ist mit richtiger Radsportbekleidung und Wechselsachen am Arbeitsplatz besser bedient als damit, über der Alltagskleidung einen Regenschutz zu tragen.“ Dabei, so der Experte, werde nämlich schnell das vermehrte Schwitzen zum Problem.

Was übrigens auch ein guter Grund sein kann, mit dem E-Bike zu pendeln, findet Anja Knaus vom schweizerischen Pedelec-Hersteller Flyer. „Es gibt nun mal Berufsfelder, in denen Anzug oder Kostüm Pflicht sind. Wer darüber eine wetterfeste Jacke trägt, braucht sich auf dem E-Bike weniger anzustrengen und kommt frisch im Büro an.“

Ein Untersatz für jeden Einsatz

Ob E-Bike oder herkömmliches Fahrrad: Ein zu jeder Jahreszeit genutztes Alltagsrad sollte wetterfest sein. Neben technischen Finessen wie einer gegenüber Witterungseinflüssen immunen Getriebeschaltung und einer gekapselten Kette oder gar einem Riemenantrieb gehören Schutzbleche dazu, wie sie etwa der Hersteller Winora am sportlichen Urban-Modell „Talparo“ (999 Euro) auf elegante Weise integriert. Anspruchsvolle Vielfahrer, die sich ein individuelles Alltagsrad zusammenstellen wollen, sollten neben den großen Fragen wie Schaltung und Sitzposition auch solche Aspekte bedenken, gibt Stefan Stiener von Velotraum zu bedenken: „Klar sind ,nackte“ Räder stylischer. Aber weniger Ausstattung bedeutet eben auch reduzierte Funktion.“ Ein zu berücksichtigender Faktor sei unter anderem die bevorzugte Transportmethode fürs Alltagsgepäck, das – egal ob am Träger oder im Rucksack – ebenfalls geschützt sein will: „Laptop, Dokumente oder Wechselwäsche müssen auch einen plötzlichen Regenguss überstehen“, sagt Peter Kühn vom Taschenspezialisten Ortlieb, der seine langjährige Erfahrung aus dem Trekking- und Tourenbereich auf die Bedürfnisse von Stadtradlern überträgt und vom Büroalltag bis zum Einkauf verschiedenste Lösungen bereithält.

Um Ross und Reiter regenfest zu machen, ist ansonsten eine Menge praktisches Zubehör erhältlich. Die Manufaktur Fahrer Berlin beispielsweise bietet mit dem „Latz“ (ab 9,90 Euro) einen zusätzlichen Spritzschutz fürs Schutzblech, der aufwirbelndes Wasser von den Schuhen fernhält. Eine Sattelhülle, wie sie neben den Berliner Accessoire-Spezialisten z. B. Selle Royal anbietet („Second Skin“, 9,90 Euro) ist ebenfalls nützlich, vor allem, wenn man ohne Regenhose aufs Rad steigt; beliebt sind darüber hinaus wind- und wasserdichte Helmüberzüge, die etwa Abus als Zubehör anbietet („Rain Cap“, 12,95 Euro).

Wer vor der Arbeit noch die Kinder zur Kita bringt, kann das natürlich auch mit dem Fahrrad machen. Im Anhänger sitzt der Nachwuchs auch bei schlechtem Wetter gut geschützt und vor Fahrtwind sicher. Für richtig kräftigen Regen bietet etwa die Firma Croozer zusätzlich ein Verdeck an, das so ziemlich alles mitmacht (34,95 Euro). „Den meisten reicht aber schon das normale 2-in-1-Verdeck mit leichtem Regen- und Insektenschutz. Das ,Fliegengitter“ sollte übrigens bei jeder Fahrt geschlossen sein – allein schon wegen aufwirbelnder Steinchen“, rät Anne Richarz von dem Kölner Hersteller. Muss das Gefährt für längere Zeit z. B. vor dem Kindergarten draußen geparkt werden, empfiehlt die Expertin eine Faltgarage, wie sie Croozer ebenfalls als Zubehör offeriert (49,95 Euro).

Alles zu viel Aufwand für jene zehn Prozent der Fahrten, auf denen mit Niederschlag zu rechnen ist? Eher nicht, findet Andrea Reidl, die auf das Radverkehrs-Monitoring der Stadt Rostock verweist. Dort sind seit über drei Jahren automatische Zählstellen im Einsatz und liefern ein exaktes, nicht von Befragungen abhängiges Bild der Fahrradnutzung. Es zeigt sich, dass der Radverkehr in Rostock von 2013 zu 2014 um sechs Prozent zugenommen hat, und zwar unabhängig von den Witterungsbedingungen. In den Vergleichszeiträumen stieg die Fahrradnutzung zum Teil auch bei stärkeren Niederschlägen. Das spricht dafür, dass sich die hier aufgeführten Schlechtwetter-Tipps durchaus in der Praxis bewähren.

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Radtour durch deutsche Geschichte: Grenzerfahrung für Rad, Jugend und Eltern

Radtour durch deutsche Geschichte: Grenzerfahrung für Rad, Jugend und Eltern

(Bildquelle: www.pd-f.de / Gunnar Fehlau)

Eine Grenze hat stets zwei Seiten. Meist ein Drinnen und ein Draußen. Oder ein Dabei und ein Außen-vor. Oder ein Wissen und Nicht-Wissen, was sich im Speziellen auch als Verstehen und Nicht-Verstehen äußern kann. Und Grenzen sind dafür da, überwunden zu werden. Im Falle der (ehemaligen) deutsch-deutschen Grenze bedeutet dies nicht nur die Republikflucht und friedliche Revolution, sondern auch das Mahnen und Gedenken. Doch wie bringt man der Nach-Wende-Generation die deutsche Teilung und deren Ende nahe? Mit dem Fahrrad natürlich. Gunnar Fehlau berichtet.

(pd-f/GuF) An unsere Grenzen geraten wir, lange bevor wir überhaupt in der Nähe der ehemaligen innerdeutschen Grenze sind. Bereits kurz nach dem Start am Göttinger Bahnhof stoppen wir auf einer Wiese im Naherholungsgebiet „Kiessee“. Zusammen mit dem Initiator dieser Fahrt, dem ehemaligen Kasseler Jugendbildungsreferenten Bijan Otmischi, habe ich einige Gemeinschaftsaufgaben und -spiele rund um die Begriffe Grenze und Freiheit erarbeitet. Im bodennahen Oktobernebel auf einer Feldwegkreuzung stehend sind die 15 Teilnehmer nun angehalten, sich in Zweiergruppen gegenseitig zu erklären, was für sie Freiheit bedeutet und welche Grenzen ihr eigenes Leben heute bestimmen. Die Paare bestehen stets aus einem Jugendlichen und einem Erwachsenen. Denn das ist die Idee dieser Fahrt: Unter dem Motto „Strampeln auf dem Grenzweg durch deutsche Geschichte“ waren Elternteile mit ihren jugendlichen Kindern zu einer zweitägigen Mountainbike-Tour von Göttingen nach Bad Sooden-Allendorf entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze eingeladen. Organisiert wurde die Fahrt vom Jugendbildungswerk des Landkreises Kassel, ich habe die Streckenausarbeitung und Tourenleitung übernommen.

Grenzen und Freiheit: für jeden etwas anderes

Paul, 13, berichtet von den Grenzen beim Parkour, die er immer wieder überspringen möchte. Und Stefanie, 12, kennt die Ausgrenzung, wenn das Taschengeld für einen Kinobesuch mit der Clique nicht reicht. Hans, ein Mittvierziger und aktiver Mountainbiker, schwärmt von der Freiheit, mit dem Rad überall hinfahren zu dürfen. Christian, 13, erzählt dagegen von der Unfreiheit, den Lehrer nicht kritisieren zu können, weil „der ja später die Noten macht!“ Die Stimmung in der Gruppe schwankt zwischen Dankbarkeit für die Freiheit der Gegenwart und Entsetzen über deren Begrenztheit. Zeit für Ablenkung: Wir erklimmen den ersten Anstieg des Tages hinauf zur Diemardener Warte, dem letzten komplett erhaltenen Wartturm des mittelalterlichen Frühwarnsystems für Göttingen, während von den Feldern gegenüber der Nebel weicht und plötzlich Windräder, Riesen aus der Neuzeit, auftauchen.

Von Reinhausen aus geht es stetig und leicht bergauf nach Lichtenhagen und weiter bis auf den Heidkopf. Diesen kennen die meisten aus dem Verkehrsfunk, wenn es sich vor dem Heidkopftunnel der A38 staut. Auf seinem Rücken treffen wir erstmals auf den Kolonnenweg der DDR-Grenzer und damit auf den exakten Verlauf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. „Rollercoaster Hills“ heißen die welligen Bergstrecken, die sich beim Bergabfahren mit etwas Mumm und Geschick durchaus kraftsparend fahren lassen. Ein solches Filetstück der zweitägigen Tour haben wir nun vor uns. Und wieder tun sich Grenzen auf. Manches Rad ist für das Schlagloch-Stakkato der Lochplatten nicht so recht geeignet, bisweilen ist es aber auch der Fahrer, der das Tempo bergab begrenzen und so anschließend anstrengend kurbeln oder gar schieben muss.

Leerer Bauch studiert nicht gern

Die Achterbahnpassage endet, als der Kolonnenweg den Pilgerweg „Loccum-Volkenroda“ kreuzt. Ein guter Ort, um die Begriffe „Freiheit“ und „Grenzen“ aus dem politischen Kontext in den religiösen zu überführen. Nach ein paar lebhaften Wortbeiträgen stockt die Diskussion, vor allem bei den Jugendlichen. Das beruht mitnichten auf einer pubertären Abwehrhaltung, sondern ist schlicht dem Hunger geschuldet. Basale Bedürfnisse wollen befriedigt sein. Wir brettern die Schotterpiste zum Rittergut Besenhausen herunter, nur um vor den verschlossenen Türen des berühmten Hof-Cafes zu stehen. Die Stimmung ist am Boden! Väter, voller Vorfreude auf einen frischen Kaffee, hängen in den Seilen und sind außerstande, die Enttäuschung des Nachwuchses aufzufangen … Doch Bijan zückt Vorräte aus dem Begleitwagen: „Ahle Wurscht“, Kekse und Äpfel stillen Hunger und Gemüter. Wohlgestärkt geht es zum finalen Berg Richtung Bornhagen. Dort, im Strohhotel des Klausenhofs, fallen 15 Biker nach einem üppigen Rittermahl satt und müde in den Schlaf.

Am nächsten Morgen führt uns der Kolonnenweg zum Werrablick, über einen erstklassigen Singletrack geht es zum zweiten Frühstück an der Teufelskanzel. Das dort gelegene urige Wirtshaus ist ein beliebtes Ausflugsziel. Wie ein Hexenhäuschen liegt es mitten im Wald. Vor der Abfahrt wird nochmals durchgezählt: kein Kind im Kerker und alle gut gestärkt vom Frühstück!

Das Unbegreifliche lässt sich nur erfahren

Es ist mittlerweile Mittag, als wir erneut von der Landstraße auf den Plattenweg abbiegen. Geradeaus führt er den Hügel hinauf und wird immer steiler. Deutsche Grenzen-Gründlichkeit kennt keine Serpentinen. Einziges Zugeständnis an die Topographie: Die Lochplatten liegen in besonders steilen Passagen quer, so dass die Löcher als Leitersprossen dienen. Oben angekommen fahren wir ins Grenzmuseum Schifflersgrund, der ersten Gedenkstätte ihrer Art im wiedervereinten Deutschland. Perfider lässt sich die Architektur des Todes nicht erfahren, binnen eines Kilometers wandelt sich das wilde naturbelassene Grüne Band zur „restaurierten“ Gedenkstätte in Form eines konservierten „Antifaschistischen Schutzwalls“.

Wir fahren völlig vogelfrei durch schönste Natur, nur der eigene Puls gibt den Takt vor. Kein Gestern, kein Morgen, keine Verpflichtungen, keine Grenzen – nur eine endlose Aneinanderreihung von „jetzt und hier“. Dennoch ist der Boden unserer Route blutig. Die Grenze hat nicht allein Spuren in der Natur hinterlassen, sondern auch in Millionen Köpfen. Dieser Kontrast geht aufs Gemüt, spontan tauschen wir uns vor dem Museum aus und entscheiden, auf einen Besuch zu verzichten. Wie soll uns ein Museum begreiflicher machen, was letztlich unbegreiflich ist. Wir „erfahren“ lieber buchstäblich, was nicht vermittelbar ist. Rauf auf die Räder! Wieder Kolonnenweg. Einen knappen Kilometer auf dem Bergrücken geht es ostwärts zum Hof Sickenberg. Seine Grenzgeschichte ist so einmalig wie der Kuchen, den Kristina Bauer, die treibende Kraft hinter dem Projekt, im Angebot hat. Beides ein guter Abschluss einer zweitägigen Grenzerfahrung für Klein und Groß, bei der nicht nur die über 2.000 Höhenmeter auf kaum 65 Kilometern eine Herausforderung waren.

Infokasten Grenzsteintrophy

Die Grenzsteintrophy will die Idee der sogenannten „Self Support Rides“ (Selbstversorgerfahrten) in Deutschland erlebbar machen. Diese Fahrten verstehen sich als Gegenpol zu den überzüchteten Massenveranstaltungen mit ihren Negativerscheinungen wie Umweltzerstörung, Doping und Kommerz. Die Grenzsteintrophy ist kein Rennen, aber auch keine Radwanderung, sondern eine gemeinsam startende, individuelle und sportliche Extremtour. Entsprechend liest sich der Kodex der Grenzsteintrophy: keine Startgebühr, kein Preisgeld, kein Service, keine Zeitnahme und keine Organisation. Die Fahrer müssen sich selbst versorgen. Alle benötigte Ausrüstung und Verpflegung müssen sie auf dem Rad mitführen oder unterwegs kaufen. Jede Art vorterminierter Unterstützung schließt der Kodex kategorisch aus. Ziel dieses archaischen Reglements ist die maximale Herausforderung: Für den Fahrer und „nicht für eine Begleitcrew“, wie Initiator Gunnar Fehlau anmerkt! Im englischen Sprachraum wird diese Art Radtour als „Bike Packing“ bezeichnet. Die GST startet stets am 17. Juni und führt – je nach Streckenvariante – über 1.000 bis 1.250 Kilometer bei ca. 15.000 Höhenmetern entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Mehr unter: http://overnighter.de/gst/

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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Auf zwei Rädern in die Zukunft: Das Fahrrad erobert die Stadt zurück

Auf zwei Rädern in die Zukunft: Das Fahrrad erobert die Stadt zurück

(Bildquelle: www.pd-f.de / koga.com)

Unsere Städte sind von Menschen für Menschen erbaut. Tatsächlich aber scheint es vielerorts, als seien Autos ihre wahren Bewohner. Es wird Zeit, dass der Mensch den öffentlichen Raum zurückerobert. Doch in Deutschland passiert noch viel zu wenig, meint der pressedienst-fahrrad.

[pd-f/ht] Als „Jäger auf der Pirsch im Dschungel der Großstadt“ inszenierte kürzlich ein deutscher Automobilhersteller in einer umstrittenen Kampagne sein neuestes Modell. Dank „zahlreicher Assistenzsysteme“ solle dem Fahrer kaum etwas entgehen, weder die „angesagte Location“ noch – Achtung! – „ein unachtsamer Radfahrer“. Etwas mulmig wird es Fahrradfahrern bei solchen Formulierungen. Was als Schutz für schwächere Verkehrsteilnehmer gemeint sein mag, mutet hier eher wie eine Art Zielerfassung an – und natürlich sind es die Radfahrer, die nicht aufpassen.

Solche Kampagnen, die eine ganze Gruppe von Verkehrsteilnehmern diffamieren, sind für ein partnerschaftliches Miteinander im Straßenverkehr nicht förderlich, vor allem aber auch nicht mehr zeitgemäß. Denn die Menschen haben genug von Lärm, Gestank und der latenten Gefahr durch zwei Tonnen rollenden Stahl. Wer dabei immer noch glaubt, dass in der „Autonation“ Deutschland nur eine bestrickpulloverte Minderheit von autofreien Städten träumt, der irrt: In einer von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt durchgeführten Studie sprachen sich 82 Prozent der Befragten dafür aus, „Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist“. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen – ganz bestimmt aber will sich keiner der Befragten im Straßenverkehr gejagt fühlen.

Zukunftsfähig auf zwei Rädern

Das Fahrrad nimmt bei der Neuausrichtung urbaner Mobilität eine wichtige Rolle ein. Das liegt im Übrigen weniger daran, dass Radfahren gut fürs Klima und die Gesundheit ist. Aufs Velo steigen die Menschen, weil es praktisch ist. Zeitersparnis ist dabei ein wichtiges Kriterium – und tatsächlich ist nach Angaben des Umweltbundesamtes das konventionelle Fahrrad auf Strecken bis einschließlich fünf Kilometer Länge und das Pedelec sogar bis knapp zehn Kilometer letztendlich schneller als das Auto.

Trotzdem finden die meisten Autofahrten gerade in diesem Entfernungsbereich statt. Das wirft die Frage auf, was Menschen trotz Zeitersparnis davon abhält, das Fahrrad zu nutzen. Ein Erklärungsversuch lautet, dass viele lieber ins Auto steigen, weil sie sich mit dem Rad im Straßenverkehr nicht sicher fühlen. Untermauert wird diese Aussage durch Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests 2014, bei dem die Mehrzahl der Befragten schlechte Noten für die gefühlte Sicherheit vergab. Leider nicht nur ein subjektiver Eindruck: Im letzten Jahr verunglückten im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent mehr Fahrradfahrer auf deutschen Straßen. Der Anstieg wird zwar auf ein relativ hohes Radverkehrsaufkommen im erfassten Zeitraum zurückgeführt, verdeutlicht aber, dass die Infrastruktur die gestiegene Radverkehrsdichte nicht aufgefangen hat. Verschiedene internationale Studien belegen nämlich nicht nur niedrigere Unfallraten bei einem höheren Radverkehrsanteil, vielmehr sinkt tendenziell sogar das absolute Unfallrisiko. So ist in Kopenhagen zwischen 1996 und 2010 die Zahl der Radunfälle um 70 Prozent zurückgegangen, obwohl der Radverkehr im gleichen Zeitraum um rund 20 Prozent zugenommen hat.

Erst die Pflicht und dann die Kür

„Es gibt weiterhin viel zu tun“, mahnt Andreas Hombach von WSM, „und das heißt in Deutschland noch immer, erst einmal die Hausaufgaben ordentlich zu erledigen, bevor man sich Hochglanzprojekten zuwendet.“ Beheizte Radwege wie in den Niederlanden oder spektakuläre Fahrradbrücken wie in Kopenhagen könnten nur das Sahnehäubchen sein, wenn – so wie dort – die Grundversorgung steht. „Funktionell ist die Devise, nicht sexy. Die Lösungen müssen nicht laufstegtauglich sein“, ist der WSM-Mann überzeugt. Die Realität ist in erster Linie schlicht verzinkt – ungeachtet der Tatsache, dass die Stadtmöblierer aus dem Bergischen Land ihre Fahrradabstellanlagen auf Wunsch sogar knallbunt liefern.

Tatsächlich sind viele Maßnahmen trotz großer Wirkung recht einfach, schnell und vor allem kostengünstig umsetzbar. In Kopenhagen etwa verweist man immer wieder auf den Erfolg großer, abgesetzter Halteflächen vor Ampeln. Schon früh hat die dänische Hauptstadt zudem ein klares Signal gesetzt, indem die Fahrradwege im Winter zuerst geräumt und nicht wie hierzulande zuletzt, gar nicht oder noch schlimmer: beim Räumen der Autofahrbahn erst richtig zugeschaufelt werden. Die Öffnung von Sackgassen und Einbahnstraßen in Gegenrichtung, um kurze, direkte Radstrecken getrennt von den (Auto-)Hauptverkehrsadern zu schaffen, erfordert ebenfalls kaum finanziellen Aufwand. Gleiches gilt für die Schaffung von mehr Tempo-30-Zonen. Ein konsequentes Vorgehen gegen zugeparkte Radwege wiederum dürfte sich nicht nur selbst finanzieren, sondern sogar einiges an zusätzlichen Mitteln in die öffentlichen Kassen spülen.

Die Innenstädte wiederbeleben

Natürlich werden die Kommunen auch richtig Geld in die Hand nehmen müssen. Die Entflechtung der Verkehrsarten, das Anlegen wirklich breiter, komfortabler, klar erkennbarer Radwege oder die flächendeckende Bereitstellung sicherer und leicht zugänglicher Fahrradstellplätze in den Innenstädten erfordert neben den klar bezifferbaren Investitionen nicht zuletzt planerischen Einsatz und politischen Willen. Der reale Effekt solcher Maßnahmen ist zwar schwer berechenbar, doch nicht nur in Kopenhagen ist man sicher, dass sich jeder in die Förderung des Radverkehrs investierte Euro mehr als auszahlt – sei es in puncto Lebensqualität, allgemeiner Gesundheit der Bevölkerung oder sinkender Unfallzahlen. Sogar Autofahrer – die, nicht zu vergessen, oft selbst Fahrradfahrer sind – profitieren davon, wenn sich Kraft- und Pedalverkehr nicht länger gegenseitig ausbremsen. „Und nicht zuletzt leben unsere Kinder, die den dramatischen Unterschied zwischen Spielplatz und Straße nicht so wahrnehmen wie wir Erwachsene, in einer verkehrsberuhigten Stadt sicherer“, ergänzt Guido Meitler von Puky.

Ein Umdenken hat inzwischen auch beim lokalen Einzelhandel stattgefunden. Bislang waren die Händler eher in Sorge, dass mit den Autos ebenso die Kunden aus den Innenstädten ausgesperrt werden könnten. Umso erfreulicher nun der offensichtliche Erkenntnisgewinn: Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt neuerdings auf das Fahrrad und fordert die durchgängige Freigabe von Fußgängerzonen für den Lieferverkehr mit dem Rad. Konzepte für den Lastentransport gibt es zur Genüge: vom hochspezialisierten Lastenrad mit Vollfederung, großer Ladefläche und Elektromotor wie dem Riese & Müller „Load“ (ab 4.699 Euro) über eher klassische Transportfahrräder wie dem namensgleichen Modell von Winora (699 Euro bzw. 2.999 Euro für das „E-Load“) bis hin zum Fahrradanhänger wie etwa dem Croozer „Cargo“ (359 Euro). Diese Konzepte eignen sich nicht nur für den geschäftlichen Einsatz, sondern erlauben es auch der Kundschaft, größere Einkäufe mit dem Rad statt mit dem Auto zu erledigen. Es wäre konsequent und eine große Chance, wenn die Einzelhändler vor Ort in einer gemeinsamen Anstrengung Leihflotten für Lastenräder ins Leben rufen würden. Apropos Leihfahrräder: Deren Bereitstellung hat in einigen europäischen Metropolen zu einem solchen Boom geführt, dass der sprunghaft gestiegene Radverkehr zunächst ein echtes Problem war. Die Menschen scheinen also bereit zu sein, ihre Stadt im Sattel zurückzuerobern – wenn sie die Möglichkeit dazu vorfinden.

Der pressedienst-fahrrad hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad und dessen Anwendung mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Denn wir sind der Meinung, dass Radfahren nicht nur Spaß macht und fit hält, sondern noch mehr ist: Radfahren ist aktive, lustvolle Mobilität für Körper und Geist. Kurz: Radfahren ist Lebensqualität, Radfahren ist clever und Radfahren macht Lust auf mehr…

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