Schlagwort: Nahles

Das überholte Konzept der Festanstellung

Warum wir eine Alternative zum ersten Arbeitsmarkt brauchen

Das überholte Konzept der Festanstellung

Der Begriff der Gig Economy ist in Amerika bereits seit 2009 bekannt. Im Rahmen der Rezession waren die Menschen darauf angewiesen, auch solche Jobs anzunehmen, die mit Festanstellung, Planbarkeit und Perspektive nicht zwingend einhergingen. Mehrere Jobs gleichzeitig oder auf selbständiger Basis auszuüben, war auf einmal völlig normal. Neben der Festanstellung in Voll- oder Teilzeit arbeiten heute ca. 40 Prozent der werktätigen Bevölkerung in den USA in irgendeiner Form der Selbständigkeit.

In Deutschland freilich lösen solche Konzepte offene Ablehnung aus. Sofort ist die Rede von einer Prekarisierung der Beschäftung und „amerikanischen Verhältnissen“ auf dem Arbeitsmarkt – was gleichgesetzt wird mit Ausbeutung. Doch der Gig Worker – da machen wir uns bitte nichts vor – ist längst auch in Deutschland angekommen. Interim Manager, freiberufliche Projektleiter und Unternehmensberater gehören z. B. zu dieser Gruppe. Mit einem wesentlichen Unterschied allerdings: Der genannte Personenkreis hat das Arbeitsmodell freiwillig, aus Überzeugung und als Alternative zu den etablierten Modellen gewählt.

Nichtsdestotrotz tritt am 1. April 2017 das neue Werkvertragsgesetz in Kraft, welches nach der Interpretation der SPD auch die schutzbedürftigen Selbständigen vor sich selbst schützen soll. Warum das der falsche Weg ist – und wie es eigentlich laufen sollte – erklärt der neue Artikel „Das überholte Konzept der Festanstellung“ im expertforce Blog.

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Bundesverfassungsgericht mit Tarifeinheitsgesetz beschäftigt – worum geht es?

Rechtsanwalt Jochen Resch im Gespräch mit Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen.

Bundesverfassungsgericht mit Tarifeinheitsgesetz beschäftigt - worum geht es?

Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Resch: Das Bundesverfassungsgericht hat unlängst über das Tarifeinheitsgesetz verhandelt. Was hat es eigentlich mit diesem Gesetz auf sich?

Rechtsanwalt Bredereck: Die Idee des Tarifeinheitsgesetzes ist, dass bei unterschiedlichen Tarifregelungen in einem Betrieb nur der Tarifvertrag von der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern in diesem Betrieb gelten soll. Das hat für Gewerkschaften mit weniger Mitgliedern zur Folge, dass sie nur noch diesen Tarifvertrag inhaltsgleich übernehmen können. Das ist für Arbeitgeber und große Gewerkschaften natürlich schön. Die kleineren Gewerkschaften waren nicht begeistert, mit der Folge der Verfassungsbeschwerden, die nun vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt wurden.

Rechtsanwalt Resch: Welches Ergebnis ist am Ende zu erwarten?

Fachanwalt Bredereck: Schwer zu sagen, mit einem Urteil ist wohl erst im Herbst zu rechnen. Es ging dem Bundesverfassungsgericht zu Beginn der Verhandlung auch noch viel um grundsätzliche Fragen hinsichtlich der Umsetzung des Gesetzes. Ich bin aber von Anfang an der Meinung gewesen, dass sich Frau Nahles hier auf dünnem Eis bewegt.

Rechtsanwalt Resch: Warum geht sie das Risiko überhaupt ein mit so einem Gesetz, dass möglicherweise wieder gekippt wird?

Fachanwalt Bredereck: Speziell nach dem letzten Lokführerstreik war eine große Mehrheit an Wählern extrem genervt. Das Problem ist, dass Gewerkschaften mit Mitgliedern in Schlüsselpositionen (eben Zugführer aber auch Piloten oder Erzieher) den Betrieb in Deutschland lahmlegen können und dies eben auch wiederholt getan haben. Dadurch macht sich das Gefühl breit, dass ich mein Kind nicht in die Kita bringen kann, weil die Erzieher streiken. Dann will ich Geld für eine private Betreuung vom Konto abheben, kein Geld im Automaten, da die Geldboten streiken. Zum Zug brauche ich gar nicht gehen, weil die Zugführer streiken und will dann fliegen, aber nun streiken auch noch die Piloten.

Rechtsanwalt Resch: Aber das Recht zu streiken ist schließlich ausdrücklich im Grundgesetz festgehalten. Die tun ja nichts, was sie nicht dürften.

Fachanwalt Bredereck: Das stimmt und das wird ja vermutlich auch zur Folge haben, dass das Tarifeinheitsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht scheitert. Auf der anderen Seite ist es aber auch absurd, wenn in einem Unternehmen mehrere Gewerkschaften auf den Abschluss unterschiedlicher Tarifverträge konkurrierend gegenüber dem Arbeitgeber Arbeitskämpfe veranstalten. Was soll der Arbeitgeber denn dann machen?

Rechtsanwalt Resch: Und nun?

Fachanwalt Bredereck: Irgendetwas wird sich in Zukunft ändern müssen, da bin ich sicher. Ob das schon durch dieses Tarifeinheitsgesetz gelingt, da bin ich skeptisch.

Rechtsanwalt Resch: Du hast also keine Lösung?

Fachanwalt Bredereck: So richtig fällt mir nichts ein. Es wird aber auf Dauer nicht funktionieren, dass einige Mitarbeiter in Schlüsselpositionen, wie zum Beispiel bei der Bahn die Lokführer, das Streikrecht dafür benutzen, gegenüber den anderen Mitarbeitern in Vorteil zu gelangen. Umgekehrt gefällt mir aber auch nicht, dass die großen Gewerkschaften mithilfe der Politik versuchen, über das Tarifeinheitsgesetz die Kleinen auszubooten.

Rechtsanwalt Resch: Es bleibt also spannend, danke.

25.1.2017

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Linnemann: „Die Politik stellt die Betriebsrente auf den Kopf“

Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/ CSU kritisiert aktuelle bAV-Reformdebatte

Während die Diskussion um die Zukunft der Rentenpolitik nach der parlamentarischen Sommerpause in die entscheidende Phase eintreten soll, meldet sich der Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/ CSU Dr. Carsten Linnemann mit klaren Worten zu den Reformideen in der betrieblichen Altersversorgung zu Wort.

Gegenüber dem Webmagazin www.deutsche-betriebsrente.de sagte Linnemann auf die Frage, was bei den derzeitigen Vorschlägen zur Stärkung der betrieblichen Vorsorge von der Idee der Betriebsrente als Ausdruck unternehmerischer Verantwortung übrig bleibe: „Leider zu wenig. Mit den aktuellen Vorschlägen, wie dem Sozialpartnermodell und Opting-Out stellt die Politik die Betriebsrente auf den Kopf. Die betriebliche Altersvorsorge droht vom personalpolitischen Instrument mit einer sozialpolitischen Komponente zur Sozialpolitik mit personalpolitischen Auswirkungen zu werden.

Zudem wären die meisten Mittelständler keineswegs auf neue Förderungen oder Erleichterungen aus. Sie möchten vor allem von der Bürokratie und der Komplexität der gesetzlichen Rahmenbedingungen befreit werden, so Linnemann. Außerdem erwarten auch die Arbeitgeber, dass zukünftig vom Ersparten mehr beim Arbeitnehmer ankommt und dazu Themen wie die Steuerlast, Doppelverbeitragung oder die Anrechnung auf die Grundsicherung endlich angepackt würden. „Politischen Handlungsbedarf sehe ich vor allem beim Abbau von steuerlichen, beitragsrechtlichen und bürokratischen Hürden sowie bei der Handlungs- und Haftungssicherheit“,so Lindemann.

Eine weitere Notwendigkeit sieht der wirtschafts- und sozialpolitische Experte in einem klaren Bekenntnis zur privaten Vorsorge und dem 3-Säulen-Modell. “ Wir brauchen ein Ende der Debatte über die Abschaffung der Riester-Rente. Ohne private Vorsorge wird eine auskömmliche Altersversorgung nicht funktionieren. Generell brauchen wir mehr Transparenz bei den Rentenansprüchen über alle Säulen hinweg“, sagt Linnemann.

Das vollständige Interview lesen Sie unter www.deutsche-betriebsrente.de

Herausgeber des DBR-Webmagazins ist der Verein „Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e.V.“. Der Verein agiert unabhängig, gemeinnützig und ohne Gewinnerzielungsabsicht. Initiator des Vereins ist der Versorgungsverband deutscher Wirtschaftsorganisationen – VdW.

Der Verein ist eine offene Arbeitgeberinitiative zur Förderung, Verbreitung und Professionalisierung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) in Deutschland.

Unser Leitbild ist eine soziale und effiziente Betriebsrente, die ihren Namen auch zur recht trägt – als eine gemeinsame Initiative des Arbeitgebers und seiner Mitarbeiter.

Eine echte Betriebsrente vereint die soziale und ökonomische Verantwortung des Unternehmens und ist unverzichtbar für Mitarbeiterbindung und Fachkräftegewinnung.

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Die Job-Revolution bei Daimler – Veränderung oder Papiertiger?

Warum die hochgelobte Job-Revolution bei Daimler zu scheitern droht

Die Job-Revolution bei Daimler - Veränderung oder Papiertiger?

Wer im Recruiting arbeitet, kam an dieser Schlagzeile nicht vorbei: Der Weltkonzern Daimler, bekannt für starre Hierarchien und gewerkschaftlich korrekte Arbeitszeiten, startet eine Job-Revolution. Wie wir nicht erst seit gestern – und auch nicht erst seit der Daimler-Umfrage unter den 80.000 Mitarbeitern – wissen, wird sich die Arbeitswelt der Zukunft deutlich von der unserer Eltern unterscheiden. Auf der Couch arbeiten, Meetings im Cafe abhalten, Konferenzen aus dem Park führen – so stellen sich die Zukunftsforscher das vor. Lustig ist das eigentlich nicht, denn genau so arbeiten heute schon viele Startups z. B. im Silicon Valley. Und wir fangen jetzt gerade mit der Diskussion an. Armes Deutschland.

Revolution oder Papiertiger?

Ich weiß gar nicht genau, ob man Herrn Zetsche jetzt trotzdem gratulieren soll. Einerseits zollt ihm die Presse Respekt und bezeichnet seinen waghalsigen Vorstoß als „Revolution“. Andererseits steht die Weisheit der sich ändernden Erwartungen einer nachwachsenden Generation in zahllosen Büchern und in noch mehr Artikeln zum Thema. Der Wunsch nach freierem Arbeiten ist bekannt. Selbst Andrea Nahles (SPD), die normalerweise wirklich gar nichts merkt, konstatierte beim Kongress zur Zukunft der Arbeit Ende März 2016 in Berlin: „Viele Beschäftigte sind offen für Flexibilität.“ Ob man wirklich eine Umfrage braucht, um das herauszufinden? Vielleicht ist das bei Daimler so – womit wir wieder beim Thema „Behäbigkeit“ wären. Aber lassen wir das. Herr Zetsche leidet sicher schon genug unter Tesla. Da braucht er keine zusätzliche Schelte von einem unbedeutenden HR-Blogger.

Als einer der ersten großen Konzerne in Deutschland will das Unternehmen aus Stuttgart nun also sein altes Konzept der Arbeit komplett umwerfen – und es den Wünschen seiner Mitarbeiter anpassen. Mehr als 80 Prozent der Belegschaft hatten in der Umfrage festgestellt: „Wir wollen räumliche und zeitliche Autonomie.“ Donnerwetter – die Nahles’sche Vision wird Realität! Einmal abgesehen davon, dass man bei Tesla diese Frage gar nicht hätte stellen müssen, wäre als Spontanreaktion auf eine solche Zahl Elon Musk sofort mit der Spitzhacke losgelaufen und hätte sämtliche Zeiterfassungsterminals eigenhändig aus der Wand gerissen – und dabei möglicherweise auch den einen oder anderen Betriebsrat nicht verschont. Böse Bilder, die ich da in meinem Kopfkino habe …

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Rechtsunsicherheit ist Gift für die Personalbranche

Politischer Streit um Leiharbeit und Werkverträge noch nicht ausgestanden

Von Ansgar Lange +++ Der politische Streit um Leiharbeit und Werkverträge ist noch nicht ausgestanden. Für den ersten Gesetzentwurf zur Zeitarbeit hatte die Feder führende Arbeitsministerin Andreas Nahles (SPD) Kritik geerntet. Ihr nachgebesserter Gesetzentwurf zur Regulierung von Zeitarbeit und Werkverträgen wird nun jedoch von den mächtigen Industriegewerkschaften unterstützt. Die Zeitarbeitsbranche sieht die geplanten gesetzlichen Neuregelungen aber immer noch kritisch, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. „Wenig Licht, viel Schatten“ sah beispielsweise der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BAP, Thomas Hetz. Werner Stolz vom Nachbarverband IGZ urteilte, der neue Entwurf gehe trotz einiger Verbesserungen über den Koalitionsvertrag hinaus, errichte bürokratische Hürden und missachte die Tarifautonomie der Branche http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ig-metall-und-industrie-tragen-nahles-gesetz-zu-werkvertraegen-mit-14079978.html

Dass derzeit Rechtsunsicherheit herrscht, missfällt dem Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de , Michael Zondler: „Unternehmen greifen auf externe Spezialisten wie Ingenieure, Controller und IT-Fachleute in der Regel zurück, um sie für zeitlich befristete Aufträge und Projekte einzusetzen. Von dieser Regelung profitieren sowohl die Unternehmen als auch die externen Experten. Durch die öffentliche Debatte über die Scheinselbständigkeit und einschlägige Urteile entsteht aber nun ein falscher Eindruck. Wir reden in Deutschland leider oft einseitig negativ über Zeitarbeit und Dienstverträge. Dabei ist Zeitarbeit oft ein gutes Mittel, um auch geringer Qualifizierte oder Menschen, die länger ohne festen Job waren, wieder in eine geregelte Beschäftigung zu bekommen. Und auch der Dienstvertrag ist dazu geeignet, hoch qualifizierte freiberufliche Spezialisten in Deutschland adäquat einzusetzen. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, aber die pauschale Geringschätzung oder gar Kriminalisierung dieser Beschäftigungsformen ist kontraproduktiv.“

Im Koalitionsvertrag von 2013 hatten CDU/CSU und SPD die Bekämpfung des Missbrauchs von Werkverträgen im Niedriglohnsektor vereinbart. Der aktuelle Gesetzesvorschlag von Arbeitsministerin Nahles umfasst nun überraschend auch Regulierungen zum Dienstvertrag, welcher meist die Basis selbstständiger Expertenarbeit ist. „Hochqualifizierte selbstständige Wissensarbeiter und Experten, die zum Beispiel wie Sie als freie Unternehmensberater im Finance Umfeld oder in der IT tätig sind und mit Ihrer Expertise den deutschen Unternehmen projektbezogen zur Seite stehen, sind plötzlich von einer massiven Einschränkung bedroht und laufen Gefahr zum Kollateralschaden aktueller Regulierungstendenzen zu werden“, schreiben die Betreiber des Blogs der Spezialisten-Agentur Krongaard http://blog.krongaard.de

„Wir müssen weiter wachsam sein und die Pläne der Politik kritisch begleitet. Eine arbeitsmarktpolitische Rolle rückwärts in vergangene Regulierungszeiten können wir uns nicht leisten. Sie wäre ein Anschlag auf die unternehmerische Freiheit hochqualifizierter selbstständiger Wissensarbeiter, auf die der Standort Deutschland dringend angewiesen ist“, so Zondler, dessen Beratungsunternehmen vor allem im Automobilsektor tätig ist. Dass die Autoindustrie, das „Rückgrat des deutschen Exportwunders“, am stärksten von drohenden Restriktionen bei Werkverträgen betroffen und daher am verletzlichsten sei, bestätigt auch Christian Kleinhans von der Münchner Managementberatung Berylls Strategy Advisors. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte er, Tausende Arbeitsplätze seien in Gefahr.

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Deutschland braucht eine Regulierungspause

Sonst werden wir den digitalen Wandel nicht schaffen – Regulierung von Werkverträgen und Zeitarbeit gilt als Angriff auf eine ganze Branche

Ludwigsburg, 9. Dezember 2015. „Deutschland braucht eine Pause bei der Regulierung der Wirtschaft. Es wäre gut, wenn Arbeitsministerin Andrea Nahles sich darauf konzentrieren würde, wie wir die Herausforderung der Industrie 4.0 stemmen können. Statt sich um die Arbeitsplätze von morgen zu kümmern, dreht die Regierung an der Regulierungsschraube. Nach der Rente mit 63 und dem Mindestlohn hätten alle eine Verschnaufpause gebraucht. Doch Frau Nahles lässt nicht locker. Ihr Gesetzesentwurf zur Zeitarbeit darf so nie Wirklichkeit werden. Sonst regulieren wir uns in den Abschwung“, sagt Michael Zondler, Geschäftsführer des Personalberatungsunternehmens centomo.

„Die geplante Regulierung von Werkverträgen und Zeitarbeit begreifen wir Personaldienstleister als Angriff auf eine ganze Branche. Mit rund 1,9 Prozent sind Selbstständige zwar ein kleiner, aber wichtiger Teil des Arbeitsmarktes, welcher in Zukunft an Bedeutung zulegen wird. Die relativ geringe Zahl derjenigen, die als Selbständige tätig sind, zeigt auch, dass sich hier Bürokraten und Durchregulierer nicht hemmungslos austoben sollten. In vielen hochspezialisierten Branchen ist das Outsourcing von Dienstleistungen unabdingbar. Wer diese Realität nicht anerkennt, erweckt den Eindruck, den Menschen die Freiheit zu nehmen, die aus voller Überzeugung als Selbständige tätig sind“, sagt der centomo-Chef.

Nach den Plänen des Arbeitsministeriums dürfen Zeitarbeiter künftig nur noch maximal 18 Monate in einem Betrieb beschäftigt sein. Nach spätestens neun Monaten sollen sie einen Anspruch auf den gleichen Lohn wie ihre festangestellten Kollegen haben. Bei Verstößen drohen laut FAZ drakonische Strafen. Fester könne man die „Daumenschrauben kaum anziehen“.

„Die Kanzlerin hat erkennen lassen, dass ihr die geplante Regulierung der Werkverträge zu weit geht. Aus unserer unternehmerischen Praxis wissen wir, dass IT- und Engineering Projekte nicht in das starre Zeitkorsett der Ministerin passen. Sie dauern oft länger als die vorgeschriebenen 18 Monate. Folgt man dem Gesetzentwurf, heißt das, dass man in einem laufenden Projekt, das vielleicht 20 Monate dauert, dann die Experten austauschen muss, um drakonischen Strafen zu entgehen? Das ist doch ein Gesetzentwurf aus Absurdistan. Angesichts des Mangels an hochqualifizierten IT-Fachkräften ist ein solches Vorgehen nicht praktikabel. Den Vorschlag der Bitkom, die Digitalbranche vollständig von den Neuregelungen auszunehmen und die Gesetzesreform auf jene Branchen zu konzentrieren, in denen wirkliche prekäre Arbeitsverhältnisse vorkommen, halten wir für besser“, so Zondler.

„Wir laden Frau Nahles herzlich ein, uns in unseren Büros in Ludwigsburg und London zu besuchen. Dann kann sie sich ein Bild davon machen, wie unsere Branche funktioniert. Und wenn sie mit unseren Kandidaten spricht, wird sie feststellen: Sie haben sich bewusst entschieden, als Experten auf Zeit grenzüberschreitend und über alle Zeitzonen hinweg tätig zu sein. Sie wollen nämlich nicht, wie es die FAZ formuliert hat, „jeden Morgen ins gleiche Büro (…) gehen und am betriebseigenen Kaffeeautomaten stehen.“ Es lassen sich eben nicht alle über einen bürokratischen Leisten scheren.“

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„Frau Nahles, ein differenzierter Blick täte gut!“

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stellt Gebäudereinigungsbranche ungerechtfertigt an den Pranger – Richard Föhre: „Statt einen ganzen Berufsstand zu verunglimpfen, sollte zunächst einmal vor der eigenen Haustüre gekehrt werden“

"Frau Nahles, ein differenzierter Blick täte gut!"

Richard Föhre, Vorstandsvorsitzender der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e. V. (Bildquelle: RAL GGGR)

Schwäbisch-Gmünd – Richard Föhre, der Vorstandsvorsitzende der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e. V. (RAL GGGR) ist sauer. Grund für seine Verärgerung ist eine Äußerung von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. In einem Gespräch mit der Zeitung hatte die Politikerin pauschale Vorwürfe gegen die Gebäudereinigerbranche erhoben. Wörtlich sagte Nahles: „In der Vergangenheit haben wir beispielsweise in der Reinigungsbranche erlebt, dass dort massenhaft Mindestlöhne umgangen wurden: Putzhilfen bekamen zwar auf dem Papier den Mindestlohn, aber sie mussten dafür dann einige Stunden mehr arbeiten.“ Für den Verbandsfunktionär stellt diese Aussage eine „ungerechtfertigte Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes“ dar. Föhre: „In unserer Branche gilt schon lange der Mindestlohn und dieser wird auch vom Zoll intensiv überprüft. Wenn Frau Nahles jetzt sagt, die Gebäudereinigungsbetriebe würde den Mindestlohn massenhaft unterlaufen, halte ich das für eine Frechheit.“

Der Gebäudereinigermeister aus Kaiserslautern räumt zwar ein, dass es sicherlich in der Branche schwarze Schafe gäbe, aber dies könne eine solche pauschale Kritik nicht rechtfertigen. Statt sich mit derartigen Aussagen zu profilieren, solle die Ministerin sich lieber einmal differenzierter mit der Branche und den realen Gegebenheiten auseinandersetzen. Richard Föhre nennt in diesem Zusammenhang vor allem die Ausschreibungspraxis der öffentlichen Hand: „Die öffentlichen Auftraggeber sind die schlimmsten Preisdrücker. Hier gehen reihenweise Aufträge über den Tisch, die für die Dienstleister ein auskömmliches Geschäft nahezu unmöglich machen. Hier sollte die Bundesregierung mal genau hinschauen.“

Die RAL GGGR, an deren Spitze Föhre steht, ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Gebäudedienstleistern in Deutschland und kämpft seit Jahren für bessere Rahmenbedingungen in der Branche und die Einhaltung einer tarifgerechten Entlohnung der Mitarbeiter. Die Mitglieder des Verbandes lassen sich jährlich von externen Stellen auf die Einhaltung der Mindestlohnvorschriften und auf die qualitativ hochwertige Ausführung ihrer Dienstleistungen überprüfen. Schon vor Jahren haben Vertreter des Verbandes bei Andrea Nahles – damals noch Oppositionspolitikern – vorgesprochen und die Schwierigkeiten insbesondere bei der öffentlichen Auftragsvergabe geschildert. Föhre: „Geändert hat sich allerdings nichts. Nachdem Frau Nahles nun aber an einer wichtigen Schlüsselposition sitzt, könnte sie hier ihr Gewicht doch in die Waagschale werfen.“ Die RAL GGGR plädiert zudem für die Einführung von externen Prüfungen, mit denen Auftraggeber ihre Dienstleister kontrollieren können – und das, bevor die Zollbeamten „auf der Matte stehen“. Der Verband bietet seit diesem Jahr insbesondere den öffentlichen Auftraggebern solche Überprüfungen an. Richard Föhre: „Auch darüber sollte die Bundesregierung mal nachdenken. Wenn eine solche Idee in die Ausschreibung integriert werden würde, hätten Auftraggeber, Auftragnehmer und natürlich die Mitarbeiter eine Reihe an Sorgen weniger.“

Die RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e. V. ist ein Zusammenschluss führender Gebäudedienstleister, die sich freiwillig zur Erbringung qualitativ hoher Leistungen verschrieben haben. Derzeit sind über 40 Mitgliedsunternehmen in der RAL GGGR e. V. organisiert. Sie repräsentieren insgesamt etwa 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von 430 Millionen Euro pro Jahr. Die Mitgliedsunternehmen unterziehen sich regelmäßigen Kontrollen durch unabhängige Prüfinstitute.

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