Schlagwort: außergewöhnliche Belastung

Steuerliche Absetzbarkeit eines Treppenlifts

Steuerliche Absetzbarkeit eines Treppenlifts

Wer einen Treppenlift plant, kann sich von der Lohi seinen Steuervorteil vorab ausrechnen lassen. (Bildquelle: Ingo Bartussek)

Eine dauerhafte Einschränkung des Bewegungsapparats ist nicht immer die Folge eines Unfalls oder einer schweren Krankheit. Auch ältere Menschen haben oftmals Beschwerden beim Gehen oder Treppensteigen aufgrund altersbedingter Abnutzung der Knie, Hüfte oder Wirbelsäule. Ein Treppenlift erleichtert da im mehrstöckigen Eigenheim den Alltag. Hersteller von Treppenliften bieten Modelle für alle Arten von Treppen an. Jedoch verlangt eine solche Investition in eine gesteigerte Mobilität hohe Investitionskosten von mehreren tausend Euro ab.

Die enorm hohen Kosten in Abhängigkeit von der Art und Ausstattung des Treppenlifts können als außergewöhnliche Belastung die Steuerlast reduzieren, so dass die Ausgaben steuerlich bezuschusst und teilweise erstattet werden. Sollte das Finanzamt die medizinische Notwendigkeit in Frage stellen, genügt ein einfaches ärztliches Attest als Nachweis. Dieses kann bei Bedarf auch noch nachträglich eingeholt werden. Ein Attest ist in der Regel nicht nötig, wenn Pflegegrad 4 oder 5 bescheinigt oder ein Schwerbehindertenausweis mit einem Merkzeichen einer Gehbehinderung ausgestellt wurde.

Wie bei allen Ausgaben, die als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt werden können, kommt die individuelle Zumutbarkeitsgrenze, die sogenannte zumutbare Belastung, zum Tragen. Sie legt den steuerlichen Selbstbehalt gemäß individuellen Einkünften, Familienstand und Kinderzahl fest. Ein Lohnsteuerhilfeverein wie die Lohi erteilt gerne im Vorfeld der Investition Auskunft darüber, wie hoch der steuerliche Vorteil ausfallen wird.

Außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung werden immer nur für das Anschaffungsjahr berücksichtigt. Eine Verteilung der Kosten auf mehrere Steuerjahre, wie es im Rahmen einer Abschreibung möglich ist, gibt es dabei nicht. Ein Steuervorteil ist also nur gegeben, wenn im Anschaffungsjahr entsprechende Einkünfte vorlagen und Steuern angefallen sind. Haben die Krankenkasse, Pflegekasse oder eine private Versicherung den Treppenlift bezuschusst, sind die Zuzahlungen von den Anschaffungskosten in der Steuererklärung abzuziehen.

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Die Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern e. V.) mit Hauptsitz in München wurde 1966 als Lohnsteuerhilfeverein gegründet und ist in über 300 Beratungsstellen bundesweit aktiv. Mit über 650.000 Mitgliedern ist der Verein einer der größten Lohnsteuerhilfevereine in Deutschland. Die Lohi zeigt Arbeitnehmern, Rentnern und Pensionären – im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG – alle Möglichkeiten auf, Steuervorteile zu nutzen.

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Unterhaltszahlungen für Kinder

Unterhaltszahlungen für Kinder

Trennen sich die Eltern, ist meist ein Elternteil zu Unterhalt für das Kind verpflichtet. (Bildquelle: BillionPhotos.com)

Minderjährige Kinder haben das Recht auf Unterhalt. Ein Beitrag zum Unterhalt kann durch Wohnen, Pflege, Essen, Bekleidung, Betreuung und Erziehung geleistet werden. Unterhalt muss nicht zwangsläufig aus Geld, sondern kann auch aus Naturalien bestehen. Leben die Eltern eines Kindes getrennt oder lassen sich scheiden, so zahlt jedoch in der Regel ein Elternteil einen Barunterhalt als Ausgleich an den anderen Elternteil.

Häufig gestellte Fragen in diesem Zusammenhang sind, ob der Unterhaltsempfänger die Einkünfte versteuern muss bzw. ob derjenige, der zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist, diese Aufwendungen von der Steuer absetzen kann.

Unterhaltsempfänger

Erhält ein Elternteil, z. B. die Mutter, vom Kindesvater Unterhaltszahlungen für ein Kind, müssen diese Einkünfte weder in der Steuererklärung angegeben noch versteuert werden. Kindesunterhalt ist im Gegensatz zum Ehegattenunterhalt immer steuerneutral!

Unterhaltszahler

Der Mindestsatz für den Kindesunterhalt beträgt nach der Düsseldorfer Tabelle für das Jahr 2019 je nach Alter des Kindes monatlich zwischen 354 und 527 Euro. Das macht auf ein Jahr gesehen eine ordentliche Summe aus. Jedoch ist dieser finanzielle Aufwand leider nicht steuerlich absetzbar. Denn Kindesunterhalt könnte nur dann bei der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, wenn für das Kind kein Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag besteht.

Dabei ist es völlig egal, wer das Kindergeld ausbezahlt bekommt. Das kann durchaus jemand anderer als der Unterhaltszahler sein, wie z. B. der andere Elternteil, das Kind selbst oder die Oma. Für ein minderjähriges Kind besteht immer entweder Anspruch auf staatliches Kindergeld oder, falls das Kindergeld nicht bezahlt wird, weil das Kind z. B. im Ausland lebt, zumindest auf die steuerlichen Freibeträge für Kinder.

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Therapiekosten bei Burnout können steuerlich absetzbar sein

Therapiekosten bei Burnout können steuerlich absetzbar sein

Ist Mobbing am Arbeitsplatz die Ursache, können Werbungskosten anerkannt werden (Bildquelle: Photografee.eu)

Immer mehr Menschen fühlen sich erschöpft und ausgebrannt. Sie leiden unter einem Burnout. Häufig hängt dies mit einer großen Belastung im Job zusammen. Ein hohes Arbeitspensum und der damit verbundene Zeitdruck führen zu permanentem Stress und Schlafproblemen. Dazu kommen vielleicht noch Unzufriedenheit, Enttäuschung oder Mobbing. Sport und Entspannung am Feierabend und ein kurzer Urlaub reichen meist nicht aus. Nach dem Urlaub kommen die Symptome schnell zurück. Medizinische Behandlungen sind notwendig, um Heilung zu erreichen.

Burnout ist keine typische Berufskrankheit

Da die seelischen und körperlichen Probleme in erster Linie durch den Beruf verursacht werden, sollte man meinen, Burnout zähle zu den Berufskrankheiten. Fallen Kosten zur Verbesserung oder Heilung von Berufskrankheiten an, so sind diese als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe bei der Einkommensteuer abziehbar. So waren beispielsweise die Behandlungen einer Schultergelenkserkrankung einer Berufsgeigerin in der Einkommensteuer abziehbar. Im Fall von Burnout sahen es die Richter vom Bundesfinanzhof jedoch anders.

Burnout wird nicht als eine typische Berufskrankheit, wie z. B. die Staublunge eines Bäckers, eingestuft. Da ein Burnout in seinen psychischen und psychosomatischen Ausprägungen vielfältig ist, wird er nicht hundertprozentig der emotionalen Belastung im Beruf zugeschrieben. Auch wenn das Arbeitsverhältnis Hauptauslöser dieser Erkrankung ist, kommt oftmals eine private Mehrfachbelastung dazu. Somit wurde einem generellen Werbungskostenabzug bei Burnout eine Absage erteilt. Hierfür ist die ausschließliche berufliche Ursache Voraussetzung.

Burnout durch Mobbing am Arbeitsplatz

Wird ein Mitarbeiter jedoch in der Firma gemobbt und erkrankt infolge dessen, sieht der Sachverhalt anders aus. „Beeinträchtigen Kollegen oder Vorgesetzte die Psyche oder Gesundheit eines Mitarbeiters, so dürfen die Behandlungskosten unter gewissen Voraussetzungen sehr wohl in der Einkommensteuer als Werbungskosten geltend gemacht werden“, erklärt Robert Dottl, Vorstand der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (Lohi).

Um das dem Finanzamt gegenüber zu belegen, sollte ein ärztliches Attest vorliegen, dass der Burnout auf Mobbing am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. Ebenso ist es ratsam, die Notwendigkeit einer Therapie, um seinen Beruf weiter ausüben zu können, vor Antritt der Behandlungen durch einen Arzt bescheinigen zu lassen. Dann ist ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Burnout-Erkrankung gegeben und die selbst getragenen Behandlungskosten können in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Außergewöhnliche Belastungen als Plan B

Ist der Werbungskostenabzug nicht möglich, können die eigens finanzierten Kosten einer Therapie als außergewöhnliche Belastung angesetzt werden. Dies setzt aber ein vor der Therapie ausgestelltes amtsärztliches Attest oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung über die Notwendigkeit der Behandlung voraus. „Großer Nachteil der außergewöhnlichen Belastung jedoch ist, dass die zumutbare Grenze der Eigenbelastung erst überschritten werden muss. Daher ist ein Werbungskostenabzug, wenn möglich, vorzuziehen“, so Robert Dottl.

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